Fortbildung
Vorurteile abbauen
Als neue Fortbildung für hauptamtliche Lehrende wurde ein Schulungskonzept für ein mehrtägiges Seminar zum Thema „Umgang mit Menschen mit Behinderungen“ entwickelt.
Wie kommuniziere ich mit einer gehörlosen Person? Wie soll ich mich verhalten, wenn mein Gegenüber blind ist? Diese und andere Fragen wurden gestellt, als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des neuen Seminars „Umgang mit Menschen mit Behinderungen“ ergründen sollten, wo ihre Unsicherheiten im Umgang mit Betroffenen liegen. Um diese und weitere Themen zu behandeln, Vorurteile und Ängste abzubauen sowie rechtliche Grundlagen zu vermitteln, entwickelten Anina Woditschka und Daniel Orel von der Abteilung III/S/1 (Grund- und menschenrechtliche Angelegenheiten) des Innenministeriums in Zusammenarbeit mit Gerhard Ortner vom Bildungszentrum (BZS) Linz ein Seminar mit dem Titel „Umgang mit Menschen mit Behinderungen“. Dieses fand erstmals von 25. bis 27. September 2024 sowie kurz darauf von 9. bis 11. Oktober 2024 im BZS Linz statt.
Fortbildung für hauptamtlich Lehrende.
Seminar „Umgang mit Menschen mit Behinderungen“: Station zum Thema Menschen mit Sehbehinderungen © BMI
Das Seminar „Umgang mit Menschen mit Behinderung“ soll hauptamtliche Lehrerinnen und Lehrer für die vielfältigen Aspekte von Behinderungen sensibilisieren und ein tiefgreifendes Verständnis für die verschiedenen Formen von Behinderungen schaffen. Zudem sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Umgang mit Betroffenen auf eine respektvolle, inklusive und barrierefreie Weise erlernen. Im Vordergrund standen neben rechtlichen Grundlagen, theoretischem Wissen zum Themenbereich Menschen mit Behinderungen, der praxisorientierte Austausch sowie die Reflexion der eigenen Perspektiven. Die hauptamtlich Lehrenden sollen in weiterer Folge ihr erlerntes Wissen sowie die gesammelten Erfahrungen in den eigenen Unterricht in den Bildungszentren der Sicherheitsakademie einfließen lassen.
Inhalte.
Am ersten Tag des dreitägigen Seminars führten die Vortragenden in die Thematik ein. Am zweiten Tag lag der Schwerpunkt neben rechtlichen Grundlagen auf dem Besuch einer Werkstätte der Lebenshilfe. Neben Informationen zu der Einrichtung wurde vor allem ein Kontakt mit den Beschäftigten mit Behinderungen geschaffen. Am dritten Seminartag gab es vier Stationen zu verschiedenen Behinderungen, die von Selbstbetroffenen geleitet wurden. In Kleingruppen besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Stationen und konnten sich offen über alle Themen betreffend Behinderungen austauschen und Fragen stellen.
Aufgrund des positiven Feedbacks macht es Sinn, das Seminar auch in Zukunft anzubieten. Zudem wird es im Bildungskatalog 2025 der Sicherheitsakademie ein Seminar zum selben Thema mit dem Titel „Kompetenzen im Umgang mit Behinderung“ für interessierte Bedienstete der Sicherheitsexekutive und der Sicherheitsverwaltung geben. Den Grundstein für die Entstehung des Seminars legte der E-Learning-Kurs „Menschen mit Behinderungen – Erkennen/Bedenken/Handeln“, der seit 2023 allen Verwaltungs- und Exekutivbediensteten des BMI am E-Campus der SIAK zur Verfügung steht.
Diese persönlichkeitsbildende Online-Schulung soll Polizeibedienstete und Bedienstete der Sicherheitsverwaltung sensibilisieren und zur Steigerung der Handlungssicherheit im Umgang mit Menschen mit Behinderungen beitragen, indem ihnen wichtige Informationen zum Thema Menschen mit Behinderungen bereitgestellt werden.
Daniel Orel
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 1-2/2025
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