Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung
Jahreskonferenz und Award 2024
Das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) veranstaltete am 11. und 12. November 2024 in St. Pölten die zweitägige Jahreskonferenz des Integritätsbeauftragten-Netzwerks (IBN). In der Veranstaltung wurde der IBN-Award 2024 verliehen.
Verleihung des IBN-Awards: Rudolf Schwab (Telekom Austria Group), Andreas Raso, Elke Sagmeister, Iris Urman (Gründungsmitglieder des „Compliance Circle der Universitäten“), Otto Kerbl (BAK-Direktor) © BMI/Tobias Bosina
Nach einer fünfjährigen, pandemiebedingten Pause fand am 11. und 12. November 2024 die IBN-Jahreskonferenz 2024 in St. Pölten statt. In festlichem Rahmen versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter von Mitgliedsorganisationen des Netzwerks, um neben dem Jahresabschluss die Verleihung des IBN-Awards zu feiern. „Mittlerweile dürfen wir mehr als 200 Integritätsbeauftragte aus über 80 Organisationen für den gemeinsamen Kampf gegen Korruption zählen“, sagte Otto Kerbl, Direktor des BAK.
Kommunikation, Kooperation, Koordination.
Bei Korruption handelt es sich um ein mehrdimensionales Problem, dessen Bekämpfung nicht im Alleingang funktioniert. Es bedarf einer Kommunikation auf Augenhöhe und einer gemeinsamen Vision, wie es vom Integritätsbeauftragen-Netzwerk in der Praxis gelebt wird. Durch eine inter- und intrainstitutionelle Zusammenarbeit der Netzwerkmitglieder werden Erfahrungen zu Integritätsförderung, Korruptionsprävention sowie Compliance ausgetauscht. Durch das Zusammenwirken der Akteure aus der öffentlichen Verwaltung, staatsnahen Betrieben und NGOs in Österreich sollen breite Integritätsstandards erarbeitet und gefestigt werden. Kriminalpsychologe Thomas Müller führte in seinem Vortrag „Arbeitsplatzsicherheit aus psychologischer Sicht“ das Publikum anhand von realitätsnahen Beispielen und persönlichen Erfahrungen durch die vielschichtigen Aspekte der Arbeitspsychologie und darüber hinaus.
Gewinner.
Der IBN-Award 2024 wurde dem Projekt „Compliance Circle der Universitäten (CCU)“ verliehen. Dabei handelt es sich um ein Projekt der Medizinischen Universität Graz, der Technischen Universität Wien und der Veterinärmedizinischen Universität Wien zum Erfahrungsaustausch über den Auf- und Ausbau von Compliance-Management-Systemen und Compliance-Themen. Die Universitäten waren in den vergangenen Jahren vermehrt mit dem Thema befasst. Aus Effizienzgründen beschlossen die Gründungsmitglieder, eine gemeinsame Basis und ein gemeinsames Verständnis von Compliance zu erarbeiten. Derzeit umfasst das Compliance-Netzwerk 15 Universitäten nach dem Universitätsgesetz 2002.
IBN-Award.
Der Award soll den Integritätsbeauftragten Wertschätzung für ihre Projekte ausdrücken und die Aufmerksamkeit auf das Thema Integritätsförderung lenken. Damit werden Integritätsprojekte als Best-Practice-Beispiele der österreichischen Verwaltung innerhalb des Netzwerks präsentiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Weitere Einreichungen für den IBN-Award 2024 erfolgten durch das Amt der Kärntner Landesregierung, das Bundeskanzleramt (BKA), das Bundesverwaltungsgericht (BVwG), die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), das Magistrat der Landeshauptstadt Linz sowie der Wiener Gesundheitsverbund der Stadt Wien (WIGEV).
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 1-2/2025
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