Porträt

Polizist und Schiedsrichter

Julian Weinberger, Polizist in der Polizeiinspektion Preindlgasse in Wien-Hietzing, ist nebenbei Fußball-Schiedsrichter. Dem 39-jährigen Wiener wurde 2018 das FIFA-Abzeichen verliehen. Er ist damit einer von sieben österreichischen Schiedsrichtern, die auch internationale Spiele leiten dürfen.

Julian Weinberger leitete des ÖFB-Cup-Spiel Linzer ASK gegen Red Bull Salzburg
Julian Weinberger leitete des ÖFB-Cup-Spiel Linzer ASK gegen Red Bull Salzburg © GEPA Pictures/Christian Moser

Julian Weinberger ist seit Juli 2009 Polizist in Wien. Seine Karriere als Fußball-Schiedsrichter begann er im Alter von 15 Jahren. Er leitete Regionalligaspiele und ab Juli 2013 in der zweiten Bundesliga. Zwei Jahre danach rückte er in die 1. Fußball-Bundesliga auf. Seit 2018 ist er FIFA-Schiedsrichter. Weinberger hat mehrere Wiener Derbys zwischen Rapid und Austria geleitet, vor Kurzem sein erstes Europa-League-Spiel zwischen Bayer Leverkusen und den schwedischen Verein BK Häcken.

Bisheriges Highlight war das Länderspiel zwischen Deutschland und Dänemark, das 0:0 endete. Julian Weinberger gilt als besonnener Schiedsrichter. Nach seinem ersten Wiener Derby lud ihn Sky zum Interview, Lob bekam er von Sky-Analytiker Hans Krankl.
Weinberger spielt selbst nur noch hobbymäßig Fußball. Für seinen Job als Referee trainiert er mehrmals wöchentlich mit seinen Schiedsrichterkollegen. Dazu gehören Ausdauerläufe und Krafttraining.
Weinbergers Großvater war Gendarm. „Ich habe ihn bewundert, für mich war es naheliegend, auch so eine Laufbahn einzuschlagen“, sagt Weinberger. Er absolvierte die AHS und besuchte die Polizeischule. Sein erster Einsatz als Polizist war die Aufnahme eines Verkehrsunfalls im 21. Bezirk. „Die Dienstwaffe habe ich Gott sei Dank noch nie einsetzen müssen“, sagt er.

Der Revierinspektor und Spitzen-Referee bricht eine Lanze für den oft kritisierten Einsatz des VAR (Video Assistant Referee) im Fußball. „Es gibt keine Abseitstore mehr“, sagt er. „Und manch andere Entscheidung wie Elfmeter konnten schon immer auch im Ermessensbereich sein“, erklärt er. Fehler könne man nie ausschließen – trotz VAR nicht. Sein Ziel als Schiedsrichter, einmal eine Partie in der Champions-League zu leiten.

Wolfgang Wiederstein

BMI-Spitzensportler

Polizist und Kletterer

Jan-Luca Posch gehört seit 2023 dem BMI-Spitzensportkader an
Jan-Luca Posch gehört seit 2023 dem BMI-Spitzensportkader an © GEPA Pictures/Patrick Steiner

Der Kletterer Jan-Luca Posch gehört dem Kader der Polizei-Spitzensportler an. Durch seine um vier Jahre ältere Schwester Katharina ist er auf die Faszination Klettern gestoßen. Sie ist sein Vorbild wie Jakob Schubert, sein Trainingspartner und Olympiamedaillen-Gewinner. Posch stammt aus Imst, hat in Innsbruck am Sport-BORG maturiert, gehörte zunächst beim Bundesheer den Heeressportlern (HSNS) an. „Ich bin zur Polizei gewechselt, weil der Beruf sehr facettenreich ist und einem sehr viel Abwechslung geboten wird. Als Spitzensportler bietet mir die Polizei die Verbindung zwischen der Ausübung meines Leistungssports und einer fundierten Ausbildung.“ Die Polizei-Ausbildung absolvierte er in Innsbruck, wo er ein Psychologie-Studium begonnen hat. Zu seiner Leidenschaft – neben dem Klettern – gehört das Kochen.
Jan-Luca Posch trainiert täglich zwischen vier und fünf Stunden im Kletterzentrum oder im Olympiazentrum Tirol. Sein bestes Karriereergebnis erzielte er mit Platz 6 in der Disziplin Bouldern beim Weltcup. Sein nächstes Ziel ist ein Weltcupsieg, denn erst dann könne man an eine Olympia-Teilnahme denken.

Wolfgang Wiederstein


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 5-6/2024

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