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Polizist mit enormer Ausdauer

Helmut Schmuck, Polizist in Knittelfeld in der Steiermark, war mehrfacher Staats-, Europa- und Welt-Meister im Straßen- und Berglauf und gibt heute seine Erfahrungen an junge Athleten weiter.

Helmut Schmuck bei einem Crosslaufbewerb in Enns und bei einer Berglaufveranstaltung in Bludenz: Der aus Salzburg stammende Polizeibeamte zählte jahrelang zu den besten Straßen- und Bergläufern in Österreich.
Helmut Schmuck bei einem Crosslaufbewerb in Enns und bei einer Berglaufveranstaltung in Bludenz: Der aus Salzburg stammende Polizeibeamte zählte jahrelang zu den besten Straßen- und Bergläufern in Österreich.
© GEPA Pictures/Oliver Lerch, GEPA Pictures/Christian Ort

Helmut Schmuck war immer schon ein sportbegeisterter Mensch, ein Mann mit enormer Ausdauer. Beim Bundesheer machte man ihm im Jahr 1983 ein Angebot bei der HSNS (Heeressport- und Nahkampfschule), gegründet für Spitzensportler. Als man ihn dort „ausmusterte“, ging Helmut Schmuck 1988 zur Gendarmerie.
Vor seiner Laufkarriere war er Wildwasser-Kanute. Als Kanute gewann er Medaillen bei den Staatsmeisterschaften im Wildwasser-Slalom und wurde Fünfter mit dem Team der Nationalmannschaft bei der WM 1987. Erst nach einem sportmedizinischen Test, der ergab, dass der Sportler aus St. Martin bei Lofer in Salzburg prädestiniert wäre für den Laufsport, sattelte er um. Ein Schritt, der sich gelohnt hat, Schmuck wurde Salzburger Landesmeister im 10.000-Meter-Lauf, gewann den Salzburger City-Lauf und holte Silbermedaillen bei Laufveranstaltungen.

Marathon.

Helmut Schmuck arbeitet als Polizist in der Polizeiinspektion Knittelfeld.
Helmut Schmuck arbeitet als Polizist in der Polizeiinspektion Knittelfeld.
© Privat

Das Laufen auf langen Dis­tanzen behagte dem Pinzgauer. Organisatoren des Wien-Marathons 1988 fragten Schmuck, ob er als Tempomacher mitmachen wollte. Schmuck sagte zu. Er wollte ursprünglich nach 25 Kilometern aussteigen; da er in guter Verfassung war, lief er weiter und erreichte den zweiten Platz mit einer Zeit von 2:17:50 Stunden. Eine sensationelle Zeit für einen Marathon-Neuling.
Schmuck gewann im selben Jahr bei den österreichischen Meisterschaften auf der Bahn Silber und Bronze und er wurde Staatsmeister im 25-Kilometer-Straßenlauf und im Berglauf. Seine persönliche Marathonbestzeit erzielte er 1990 als Dritter beim Wien-Marathon mit 2:13:17 Stunden. Schmuck lief insgesamt 14 Marathons und wurde einer der erfolgreichsten Bergläufer seiner Zeit, er wurde Europameister im Berg­lauf 1995 und 1997, zweimal Weltmeister (92, 94) und war Olympia-Teilnehmer 1992 in Barcelona. Auf nationaler Ebene holte er 22 österreichische Meis­tertitel.

Polizist.

Heute verrichtet Helmut Schmuck als Gruppeninspektor Dienst in der Polizeiinspektion Knittelfeld in der Steiermark. Von der Polizei bekommt er die nötigen Freistellungen für Trainingskurse und internationale Meisterschaften.
Helmut Schmuck wird im nächsten Jahr 60 und läuft pro Woche immer noch 60 bis 70 Kilometer. Beim österreichischen Leichtathletikverband leitet er das Referat Berglauf und ist Trainer des BMI-Laufkaders.
Für junge Athleten dient er als Mentor – sie profitieren von der mehr als 30 Jahre langen Erfahrung im Spitzen­sport „Es ist schön, wenn man dem Sport auch etwas zurückgeben kann“, sagt Helmut Schmuck, Vater einer mittlerweile erwachsenen Tochter, die Juristin geworden ist.

Wolfgang Wiederstein


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 9-10/2022

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