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  2. Ausgabe 7-8/2022
  3. NS-Opfergedenkstätte

NS-Opfergedenkstätte

Den Opfern Namen geben

 

Beim Zentrum für Altersmedizin in Klagenfurt am Wörthersee erinnert eine neue Gedenkstätte an psychisch kranke Menschen, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ermordet wurden.

NS-Opfer-Namenstafel beim Eingang zur neuen Gedenkstätte für Euthanasie-Opfer in Klagenfurt am Wörthersee.
NS-Opfer-Namenstafel beim Eingang zur neuen Gedenkstätte für Euthanasie-Opfer in Klagenfurt am Wörthersee.
© Werner Sabitzer

Unter der Bezeichnung „Aktion T4“ organisierten die nationalsozialistischen Machthaber nach einem Erlass Adolf Hitlers ab 1939 die Tötung psychisch kranker Menschen. Das „Gaukrankenhaus Klagenfurt“ erhielt Meldebögen und im Mai 1940 sahen sich Mitglieder einer Kommission die Krankenakten der Landesirrenanstalt und der Landessiechenanstalt Klagenfurt an. Daraufhin wurde in Berlin eine Liste mit Namen von Menschen zusammengestellt, die deportiert werden sollten, weil ihr Dasein als „nicht lebenswert“ eingestuft worden war. Mehr als 700 Frauen, Männer und Kinder wurden in vier Transporten im Juni und August 1940 sowie im März und Juli 1941 vom „Kärntner Gaukrankenhaus“ in Klagenfurt aus mit dem Zug in die Tötungsanstalt Hartheim in Oberösterreich gebracht und dort umgebracht. Viele weitere Menschen starben bis April 1945 in der Psychiatrie in Klagenfurt, indem man ihnen lebenswichtige Medikamente verwehrte oder sie verhungern ließ. Opfer kamen auch aus dem Siechenhaus Villach und aus anderen Einrichtungen der Kärntner Armen-, Alten- und Behindertenhilfe.
Andreas Rohracher, ab1939 Generalvikar der Diözese Gurk-Klagenfurt und ab 1943 Erzbischof von Salzburg, protestierte beim Kärntner Regierungspräsidenten und Gauhauptmann Wladimir von Pawlowski gegen die Tötungen, allerdings ohne Erfolg. Nach einer Predigt des Bischofs von Münster Clemens Graf von Galen am 3. August 1941, bei der er gegen die „Vernichtung unwerten Lebens“ aufgetreten war, beendeten die Nazis die „T4-Aktion“.

„Wilde Euthanasie“.

Friedhof Klagenfurt-Annabichl: Mahnmal mit den Namen der während der nationalsozialistischen Diktatur in Klagenfurt getöteten Menschen.
Friedhof Klagenfurt-Annabichl: Mahnmal mit den Namen der während der nationalsozialistischen Diktatur in Klagenfurt getöteten Menschen.
© Werner Sabitzer

Die Tötungen gingen aber weiter. Die Betroffenen wurden nicht mehr nach Hartheim gebracht, sondern in Krankenhäusern und Heimen getötet; es kam zur sogenannten „wilden Euthanasie“. In Klagenfurt wurden meist pflegeaufwendige psychisch kranke Menschen in das Hinterhaus der Geriatrie gebracht, wo ihnen Krankenschwestern und -pfleger unter Anleitung des Primarius Dr. Franz Niedermoser Beruhigungsmittel in Überdosis verabreichten. Außerdem verwehrte man den Kranken lebenswichtige Medikamente oder ließ sie verhungern. Auf diese Weise starben von 1942 bis April 1945 700 bis 900 weitere Menschen. Tötungen erfolgten auch in zwei Pavillons der Heil- und Pflegeanstalt in Klagenfurt. In den Krankenakten wurden „unverdächtige“ Todesursachen eingetragen. Unter den Opfern waren zahlreiche behinderte Kinder und Jugendliche aus Deutschland, die 1943 nach Klagenfurt gebracht worden waren. Wegen dieser Massentötungen wurde Primarius Niedermoser wegen Anleitung zur Tötung von mindestens 400 Menschen 1946 vom Volksgericht zum Tod durch den Strang verurteilt und hingerichtet. Drei seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden ebenfalls zum Tod verurteilt; einer von ihnen verübte Selbstmord, bei den anderen Verurteilten wurde die Todesstrafe in lebenslangen Kerker umgewandelt. Das Hinterhaus wurde 1992 abgerissen; an seiner Stelle steht ein moderner Neubau.
Die in Klagenfurt getöteten Menschen wurden im Stadtfriedhof Annabichl in Armengräbern bestattet. Dort wurde 2003 ein Mahnmal mit den Namen der Toten errichtet.

„Niemals wieder“.

Gedenkstätte für die Opfer der NS-Justiz vor dem Landesgericht Klagenfurt.
Gedenkstätte für die Opfer der NS-Justiz vor dem Landesgericht Klagenfurt.
© Werner Sabitzer

In Erinnerung an die von den Nazis ermordeten Menschen wurde am 6. Mai 2022 im Park der Geriatrischen Tagesklinik des Zentrums für Altersmedizin in Klagenfurt am Wörthersee eine Gedenkstätte eröffnet. Die Erinnerungsstätte besteht aus einer Informationstafel, drei Stelen und einer Gedenktafel mit den Namen von 277 pflegebedürftigen, psychisch kranken und behinderten Menschen, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ermordet wurden. Die Stelen sind ein Symbol für die drei Leidensphasen der Euthanasie-Opfer und bilden eine „Achse der Erinnerung“ zum ehemaligen Gebäude, in dem die Tötungen stattfanden. Stele I (1939) symbolisiert den Beginn der Umsetzung des Euthanasieprogramms der Nazis, Stele II erinnert an die Massentransporte von NS-Opfern 1940/1941 nach Hartheim, und Stele III weist auf das systematische Töten im Hinterhaus von 1942 bis 1945 hin.
Das bisherige, 1988 errichtete Mahnmal wurde in die neue Erinnerungsstätte eingebunden. Es handelt sich um die Skulptur „Die Schlafende“, geschaffen vom Künstler Max Gangl. Ein kleines Mahnmal steht am Ort des ehemaligen Hinterhauses hinter der heutigen Abteilung für Geriatrie. Auf einem „Weg des Erinnerns“ wird der Widerstandskämpfer gedacht, die von den Nazis hingerichtet wurden.

Wachsam bleiben, aufzeigen, anklagen.

Zwei der drei Stelen der Gedenkstätte für NS-Euthansieopfer in Klagenfurt.
Zwei der drei Stelen der Gedenkstätte für NS-Euthansieopfer in Klagenfurt.
© Werner Sabitzer

„Die Gedenkstätte lädt nicht nur zur Besinnung ein, sondern sie fordert Wachsamkeit, das Aufzeigen und Anklagen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser bei der Feier zur Eröffnung der neuen Gedenkstätte am 6. Mai 2022. Es habe in Kärnten lange gedauert, bis Erinnerungskultur zu etwas geworden sei, was in der Öffentlichkeit auch wahrgenommen werde, sagte Kaiser: „Allzu lange wurde geschwiegen und verdrängt. Es ist einigen wenigen zu verdanken, dass Gedenkkultur etabliert wurde.“ Mit dem Gedenken werde den Opfern zumindest ein Teil ihrer Identität wiedergegeben. „Ich bin froh, endlich in einem Land zu leben, in dem man sich der Vergangenheit bewusst ist, und sich den längst geschehenen Taten auch stellt. Das zeigt, dass diese Menschen, die sich nicht wehren konnten, zumindest nicht umsonst gestorben sind. Sie halten das Mahnende in uns wach“, sagte der Landeshauptmann.
Im Anschluss an die Gedenkstätteneröffnung fand das traditionelle Gedenkgehen für die Opfer der NS-Justiz statt. Das Gedenkgehen der Plattform Memorial Kärnten-Koroška endete beim Landesgericht Klagenfurt, wo während der NS-Herrschaft 47 Menschen zum Tode verurteilt und danach in Wien, Berlin oder Graz hingerichtet worden waren. Im Landesgericht erinnert eine Stele an diese Opfer. 

Werner Sabitzer

Quellen/Literatur:

  • Oberlerchner, Herwig: Die Klagenfurter Psychiatrie im Nationalsozialismus. Darstellung eines kollektiven Trauerprozesses: Sichern, Beschreiben, Durcharbeiten, Wiederanknüpfen. In: SAP-Zeitung Nr. 35, Februar 2019.
  • Oberlerchner Herwig, Stromberger, Helge (Hg.): Sterilisiert, vergiftet und erstickt. Das Wüten der NS-Euthanasie in Kärnten. Drava Verlag, Klagenfurt 2017.

Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 7-8/2022

Druckversion des Artikels (PDF 730 kB)

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