Serie Gedenkstätten für Exekutiuvbeamte (9)

Polizeieinsatz beim RAVAG-Gebäude am 25. Juli 1934
Polizeieinsatz beim RAVAG-Gebäude am 25. Juli 1934.
© Polizeiarchiv

Die Opfer des Juli-Putsches 1934

Beim Umsturzversuch der Nationalsozialisten im Juli 1934 wurden zehn Gendarmen und vier Polizisten getötet. An sie erinnern Gedenkkreuze, Ehrengräber und andere Gedenkstätten.

Wien, 25. Juli, kurz vor 13 Uhr: Illegale Nationalsozialisten in Bundesheer-Uniformen fuhren mit einem Lastwagen zum Bundeskanzleramt. Die Männer gelangten in das Gebäude unter dem Vorwand, sie hätten den Auftrag, die Wachen zu verstärken. Die Nazis überwältigten die Wachen, besetzten Stiegen und Gänge, sperrten Regierungsmitglieder und Beamte in den Räumen ein und erschossen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß.
Gleichzeitig fuhren 14 Nazis mit einem Lastwagen vor das Gebäude der Radio Verkehrs AG (RAVAG) in der Johannesgasse 4 im ersten Wiener Bezirk und drangen in den Senderaum ein. Die Nazis ließen über Rundfunk die Nachricht verlesen, dass Kanzler Engelbert Dollfuß zurückgetreten sei.

Gedenktafel am ehemaligen RAVAG-Gebäude in der Johannesgasse in Wien für die Opfer des nationalsozialistischen Putschversuchs im Juli 1934.
Gedenktafel am ehemaligen RAVAG-Gebäude in der Johannesgasse in Wien für die Opfer des nationalsozialistischen Putschversuchs im Juli 1934.
© Werner Sabitzer

Bei der Erstürmung der RAVAG wurde der 53-jährige Bezirksinspektor Peter Fluch von der Sicherheitswacheabteilung Wien Innere Stadt erschossen. Er hatte vor dem Eingang des RAVAG-Gebäudes Dienst versehen, weil Nationalsozialisten einige Tage davor ein Sprengstoffattentat in einem der Senderäume verübt hatten. Fluch war der erste von vierzehn Exekutivbeamten, die beim Umsturzversuch der illegalen Nazis im Juli 1934 getötet wurden.
Beim Sturm auf die RAVAG-Zentrale wurde Oberwachmann Matthias Kaufmann von der Wiener Sicherheitswache durch Schüsse so schwer verletzt, dass er am nächsten Tag starb. Weitere Getötete waren der Chauffeur des RAVAG-Generaldirektors sowie der Schauspieler Rudolf Ferstel, der sich den Angreifern in den Weg gestellt hatte. Das RAVAG-Gebäude wurde von Polizei und anderen Regierungskräften belagert und nach einer längeren Schießerei wurden die Putschisten am Nachmittag festgenommen. Der Anführer der Putschisten, Erich Schredt, und ein weiterer Aufständischer wurden bei der Auseinandersetzung getötet.

Gedenktafel für die RAVAG-Toten.

An Peter Fluch, Matthias Kaufmann und die anderen von den Nazis bei der Erstürmung des RAVAG-Gebäudes erschossenen Menschen erinnert eine Gedenktafel an der Gebäudefassade in der Johannesgasse 4. Es handelt sich um eine von der Stadt Wien gewidmete Marmortafel mit folgender Inschrift: „Zum Gedenken an jene Menschen, die hier im Juli 1934 von nationalsozialistischen Putschisten beim Sturm auf das Haus der RAVAG, des damaligen österreichischen Rundfunks, ermordet wurden.“
Peter Fluch wurde mit zwei weiteren beim NS-Juliputschversuch getöteten Polizeibeamten in der Gräberanlage (Gruppe 71 F) der im Februar 1934 gefallenen Angehörigen des Bundesheeres, der Exekutive und der auf Seiten der Regierung kämpfenden paramilitärischen Verbände im Wiener Zentralfriedhof bestattet.
In Wien gab es einen weiteren Toten aus den Reihen der Sicherheitswache: Revierinspektor Johann Dobler sympathisierte mit den illegalen Nationalsozialisten, verriet aber am Vormittag des 25. Juli den geplanten Putsch. Nach einer Einvernahme am 31. Juli stürzte er sich aus dem Fenster des vierten Stocks des Polizeidirektionsgebäudes am Schottenring.

Gedenktafel für Richard Hölzel.

Ermordeter Gendarm Richard Hölzel: Exponate im Gendarmeriemuseum auf Schloss Scharnstein in Oberösterreich.
Ermordeter Gendarm Richard Hölzel: Exponate im Gendarmeriemuseum auf Schloss Scharnstein in Oberösterreich.
© Werner Sabitzer

Kampfstätten der Aufständischen im Juli 1934 gab es außerhalb von Wien vor allem in Oberösterreich, in Kärnten und in der Steiermark. In diesen Bundesländern gab es die meisten Toten der Exekutive. In Oberösterreich wurden drei Gendarmeriebeamte von den Nazis erschossen: Revierinspektor Richard Hölzel in Kollerschlag, Rayonsinspektor Josef Beyerl in Wilhering und Josef Lukesch in Laakirchen.

Gedenktafel für Richard Hölzel in Kollerschlag in Oberösterreich.
Gedenktafel für Richard Hölzel in Kollerschlag in Oberösterreich.
© Luckyprof

Revierinspektor Richard Hölzel, geboren am 27. September 1883 in Neuberg, Böhmen, war von 1918 bis 1920 Gendarm in Peilstein und in Wimsbach. Wegen der nationalsozialistischen Umtriebe wurde im September 1933 in Kollerschlag eine Gendarmerieexpositur eingerichtet, um eine effizientere Grenzüberwachung zu ermöglichen. Hölzel wurde Kommandant der Gendarmerieexpositur. Am 26. Juli 1934 wurde er von dieser Funktion abgelöst und er hätte am nächsten Tag zu seiner Stammdienststelle in Wimsbach zurückkehren sollen. Nach Mitternacht überfielen Angehörige der „Österreichischen Legion“ die Gendarmerieexpositur Kollerschlag, in der sich nur zwei Gendarmen und ein Schutzkorps-Mann befanden. Die „Österreichische Legion“ bestand aus illegalen Nationalsozialsten aus Österreich, die in das Deutsche Reich geflüchtet waren. Revierinspektor Hölzel, der in einem Gasthaus seinen Abschied feierte, hörte die Schüsse, lief in seine Unterkunft, holte sein Gewehr und wollte seine Kollegen unterstützen. Auf dem Weg zur Gendarmeriedienststelle sprach ihn ein Mann mit den Worten an: „Herr Inspektor, wir sind ja Freunde“. Dann stach der Mann den Gendarmen in den Bauch und in die Hand. Hölzel gab aus seinem Gewehr einige Schüsse ab, wurde aber von einigen Projektilen getroffen und tödlich verletzt. Der Mörder konnte nicht überführt werden. Richard Hölzel wurde am 30. Juli 1934 auf dem Ortsfriedhof in Peilstein beerdigt. Er hinterließ seine Frau Luzia, geb. Donabauer.
Am 28. Oktober 1934 wurde in Anwesenheit des Landeshauptmanns Heinrich Gleißner in Kollerschlag eine Gedenktafel enthüllt. Sie wurde nach dem „Anschluss“ im März 1938 beseitigt und stattdessen wurde am 2. Juli 1938 eine Gedenktafel für die bei dem Putschversuch getöteten SA-Männer Fritz Obermüller, Franz Brunnbauer und Engelbert Regner am Gasthaus Brunnbauer in Kollerschlag angebracht. 1945 wurde diese Gedenktafel entfernt. Am 12. Juli 1954, dem Gendarmeriegedenktag, wurde die Gedenktafel für Richard Hölzel wiedererrichtet – und zwar am Gebäude der Gemeinde Kollerschlag. Die Inschrift lautet: „Zur Erinnerung an Herrn Gendarmerie-Inspektor Richard Hölzel, der als Opfer treuester Pflichterfüllung für Volk und Vaterland am 27. Juli 1934 an dieser Stelle gefallen ist.“

Gedenkstein für Josef Lukesch.

Der Gendarmeriebeamte Josef M. Lukesch wurde beim Putschversuch der Nationalsozialisten in der Nacht auf den 27. Juli 1934 vor dem Gendarmerieposten Laakirchen von einem Dum-Dum-Geschoß getroffen und tödlich verletzt. Der 26-Jährige war von einem Streifengang zurückgekehrt, als die Aufständischen den Gendarmerieposten beschossen. Lukesch war nach einer Tischlerlehre und dem Präsenzdienst im Jahr 1930 in die Gendarmerie eingetreten. Sein Leichnam wurde in Zwettl beigesetzt. Mehrere Putschisten wurden wegen der Schießerei vor dem Gendarmerieposten Laakirchen zu lebenslangen oder langjährigen Kerkerstrafen verurteilt. Ein Teil der Verurteilten wurde nach dem zwischen Österreich und dem nationalsozialistischen Deutschen Reich abgeschlossenen Juli-Abkommen 1936 amnestiert und freigelassen. Wer den tödlichen Schuss auf Lukesch abgegeben hatte, konnte nicht geklärt werden.
Für Josef Lukesch wurde 1935 in Laakirchen ein Denkmal errichtet. Das Denkmal wurde 1970 abgetragen und es wurde stattdessen am 31. Oktober 1970 ein Gedenkstein beim Kriegerdenkmal aufgestellt.

Denkmal für Josef Beyerl.

Denkmal im Linzer St.-Barbara-Friedhof für die Gendarmen Richard Hölzel, Josef Lukesch und Josef Beyerl sowie andere 1934 getötete Exekutivbeamte.
Denkmal im Linzer St.-Barbara-Friedhof für die Gendarmen Richard Hölzel, Josef Lukesch und Josef Beyerl sowie andere 1934 getötete Exekutivbeamte.
© Wikimedia Commons

Gendarmerierayonsinspektor Josef Beyerl, geboren 1898 in Leopoldschlag, trat nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in die Gendarmerie ein und war ab 1930 im Gendarmerieposten Wilhering eingesetzt. 1934 versah er bei der Magazinverwaltung des Landesgendarmeriekommandos für Oberösterreich Dienst, meldete sich aber nach einer Erkrankung eines Kollegen zum GP Wilhering zurück. Am 27. Juli 1934 um 1.30 Uhr begab sich Beyerl mit einigen Ortsschutzmännern nach Ufer, weil sich dort Männer zusammengerottet hätten. Sie nahmen vier Männer fest und brachten sie in ein Gasthaus. Kurz darauf berichtete eine Schutzkorpsangehöriger, dass sich auf einer Anhöhe in der Nähe des Gasthauses Bewaffnete formierten. Als sich Beyerl und zwei Ortsschutzmänner auf die Anhöhe begaben, eröffneten die Putschisten das Feuer. Beyerl wurde von vier Projektilen getroffen und starb kurz darauf.
Einige Putschisten wurden verurteilt; wer von ihnen die Schüsse auf Beyerl abgegeben hatte, konnte nicht festgestellt werden.
Josef Beyerl hinterließ seine Frau Franziska und die Kinder Robert (9) und Isolde (10). Er wurde am 6. August 1934 von Bundespräsident Wilhelm Miklas posthum mit der Goldenen Medaille für Verdienste um den Bundesstaat Österreich ausgezeichnet.
Für Josef Beyerl wurde am 11. November 1934 am Sterbeort in Wilhering-Ufer (heute Linzerstraße 51) ein Denkmal mit folgender Inschrift enthüllt: „Dem Opfer der Julirevolte 1934 Rayonsinspektor Josef Beyerl gefallen am 27. Juli 1934 R. I. P. ...!
Auf dem Grabstein des Familiengrabes Beyerl im Friedhof Wilhering befindet sich folgende Aufschrift: „Hier ruhet in Gott Herr Josef Beyerl Gend. Rayons-Insp. Besitzer der goldenen Medaille geb. 8.7.1898, gest. 27.7.1934. Im Dienste für das Vaterland fand er den Heldentod.“

Denkmal im Linzer St.-Barbara-Friedhof.

Die beim NS-Putschversuch getöteten Gendarmen Richard Hölzel, Josef Lukesch und Josef Beyerl sind auch auf einer Gedenktafel für die 1934 gefallenen Bundesheerangehörigen, Gendarmeriebeamten und Schutzkorpsmänner im Barbarafriedhof in Linz verewigt.

Gedenkstein für Franz Wolf.

Gedenkstein für den Postenkommandanten Franz Wolf in Feldkirchen in Kärnten.
Gedenkstein für den Postenkommandanten Franz Wolf in Feldkirchen in Kärnten.
© Werner Sabitzer

In Feldkirchen in Kärnten kam es am 26. Juli am Nachmittag zu den ersten Kämpfen zwischen Putschisten und der Gendarmerie bzw. Heimwehrkräften. Etwa 550 SA- und SS-Männer sowie Angehörige der Bauernwehr wollten mit 15 Maschinengewehren die Stadt einnehmen.
Der Gendarmerieposten Steindorf am Ossiachersee wurde mit 20 Heimatschutzleuten verstärkt. Revierinspektor Franz Wolf, Kommandant des Gendarmeriepostens Steindorf, wurde bei einem Schusswechsel mit aufständischen Nationalsozialisten am 26. Juli 1934 auf einer Wiese beim Rauter-Stadel durch einen Kopfschuss getötet. Der Hilfsgendarm Karl Mannsfelder wurde durch einen Schlag mit einem Prügel oder Gewehrkolben am Kopf verletzt. Er wurde von den Nazis mit zwei anderen Verletzten in den Gemeindearrest gesperrt. Die Gendarmeriekaserne in Feldkirchen wurde von den Nationalsozialisten belagert, beschossen und übernommen. Der Kommandant des Gendarmeriepostens wurde durch einen Schuss schwer verletzt. Ihm musste ein Bein amputiert werden.
Bei weiteren Kämpfen kamen am 27. Juli in der Früh vier Bundesheer-Soldaten ums Leben. Beim Bahnhof erlitten zwei Heimwehr-Angehörige so schwere Verletzungen, dass sie bald darauf starben. Bei den Kämpfen in Feldkirchen wurden auch vier Nationalsozialisten getötet. Am 27. Juli hatten Regierungskräfte die Stadt Feldkirchen wieder unter Kontrolle.
In Erinnerung an Franz Wolf wurde 1936 Am Hügel 2 in Feldkirchen ein Granitblock mit einer Marmorplatte aufgestellt. Die Inschrift lautet: „Franz Wolf Gend. Rev. Inspkt. gest. 26. 7. 1934“. Das Denkmal wurde 2014 über Initiative des Stadthistorikers Dr. Hans Neuhold von der Stadtgemeinde Feldkirchen saniert.
In Kärnten fiel beim Juli-Aufstand ein weiterer Gendarm: In Oberdrauburg wurde am 26. Juli 1934 Rayonsinspektor Franz Melcher erschossen.

Gedenktafel für Franz Hickl.

Gedenken an Franz Hickl: Ehrentafel für getötete Exekutivbeamte im Amtsgebäude Kaiserjägerstraße in Innsbruck.
Gedenken an Franz Hickl: Ehrentafel für getötete Exekutivbeamte im Amtsgebäude Kaiserjägerstraße in Innsbruck.
© Peter Hellensteiner

In Innsbruck wurde von den Aufständischen ein gezielter Mord verübt. Der 19-jährige Nationalsozialist Friedrich Wurnig erschoss am 25. Juli 1934, um 14:30 Uhr, vor dem Bundespolizeikommissariat Innsbruck in der Herrengasse 1 den Kommandanten der städtischen Sicherheitswache Franz Hickl. Ein Torposten des Kommissariatsgebäudes und mehrere Passanten verfolgten den Mörder und überwältigten ihn in einer Wohnung. Christian Neyer, der flüchtende Komplize Wurnigs, wurde von Passanten aufgehalten und der Polizei übergeben.
Franz Hickl wurde ermordet, weil er die illegalen Nationalsozialisten konsequent verfolgt hatte und dadurch bei ihnen besonders verhasst war. Schon im April 1934 veröffentlichten die Tiroler Nazis Drohungen gegen den Stadtpolizeikommandanten.
Franz Hickl, geboren 1893 in Rostitz bei Mährisch-Trübau, war im Ersten Weltkrieg k. k. Offizier und trat nach dem Ende der Monarchie in die Wiener Polizei ein. Er war Kommandant der Schulabteilung der Wiener Sicherheitswache und später Kommandant des Überfallkommandos, das sich wie die Schulabteilung in der Marokkanerkaserne befand. Im Juni 1933 wurde er nach Innsbruck versetzt, wo er die städtische Sicherheitswache leitete. Hickl wurde posthum zum Polizeimajor ernannt. Er hinterließ seine Witwe Maria, geb. Benesch. Sein Leichnam wurde im Wiener Zentralfriedhof in der Grabanlage für Opfer des Bürgerkriegs 1934 (Exekutive) beigesetzt.
Der Mörder Friedrich Wurnig war SS-Scharführer und leitete die Terror-Gruppe („T-Gruppe“) der illegalen SS in Tirol. Die Mitglieder der „T-Gruppe“ verübten Anschläge und andere Gewalttaten. Wurnig wurde am 1. August 1934 vom Militärgerichtshof zum Tod durch den Strang verurteilt und sofort hingerichtet. Sein Komplize Christian Neyer gab bei den Vernehmungen die Hintermänner des Anschlags bekannt, wurde zu 20 Jahren schweren Kerkers verurteilt, im August 1938 begnadigt und aus Haftanstalt Stein entlassen. Zwei Polizeijuristen wurden als Mitverschwörer festgenommen, aber aus Mangel an Beweisen im Herbst 1934 freigelassen.
Am 30. September 1934 wurde für Franz Hickl eine Gedenktafel am Portal des Amtsgebäudes in der Herrengasse 1 angebracht. Die Gedenktafel wurde nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im März 1938 entfernt. In der Herrengasse gibt es eine Gedenktafel für Robert Moser und alle weiteren Opfer der NS-Zeit in Innsbruck.

Denkmal am Grazer Zentralfriedhof.

In der Steiermark wurden von den Aufständischen am 25. und 26. Juli 1934 fünf Gendarmen getötet: Revierinspektor Franz Titz, geboren 1878, Kommandant des Gendarmeriepostens St. Gallen, wurde in St. Gallen erschossen. Josef Weimann, geboren 1894, Postenkommandant in Stainz, wurde in Stainz schwer verletzt, er starb am selben Tag in Graz. In Frohnleiten wurde der Gendarm und Jusstudent Peter Mladencsich getötet. In Mautern starb Rayonsinspektor Josef Janisch und in Schladming Revierinspektor Urban Tiefenbacher, Stellvertreter des Bezirksgendarmeriekommandanten von Gröbming.
Die Namen der fünf getöteten Gendarmen sind auf einem Denkmal für die Opfer der beiden Putschversuche (Februar und Juli) 1934 auf Regierungsseite am Grazer Zentralfriedhof in der Triester Straße verewigt. Die Inschrift lautet: „Den im Jahre 1934 gefallenen Helden der Pflicht / Das dankbare Vaterland / In Steiermark gefallen ...“ Es folgen die Namen der Toten des Bundesheeres, der Bundesgendarmerie, der Bundespolizei und des Freiwilligen Schutzkorps/Heimatschutz.

Werner Sabitzer

Quellen/Literatur:
Bauer, Kurt: Elementar-Ereignis. Die österreichischen Nationalsozialisten und der Juliputsch 1934. Czernin-Verlag, Wien, 2003.
Bauer, Kurt: Hitlers zweiter Putsch. Dollfuß, die Nazis und der 25. Juli 1934. Residenz Verlag, St. Pölten, Salzburg, Wien, 2014.
Holzfeind, Lisa: Er erhält in Feldkirchen ein Stück Zeitgeschichte. In: Kleine Zeitung, Online-Ausgabe, 22. Oktober 2014.
Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes – DÖW (Hrsg.): Gedenken und Mahnen in Wien 1934-1945. Gedenkstätten zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung. Eine Dokumentation, Wien, 1998.
Gendarmerieposten Laakirchen (Hrsg.). (2001). 100 Jahre Gendarmerieposten Laakirchen 1901-2001. H+S Druck, Laakirchen, 2001.
Jagschitz, Gerhard: Der Putsch. Die Nationalsozialisten 1934 in Österreich. Styria Verlag, Graz 1976.
Kammerstätter, Peter: Der Aufstand des Republikanischen Schutzbundes in Oberösterreich. Eine Sammlung von Materialien, Dokumenten und Aussagen von Beteiligten. Manuskript im OÖ. Landesarchiv und der Studienbibliothek, Linz, 1983.
Marktgemeinde Wilhering (Hrsg.): Wilhering (Band 2, zusammengestellt von H. Heisler mit zahlreichen Fotobeiträgen von Anton S. Kehrer). Denkmayr, 2006.
Wilheringer Gemeinde-Chronik (1934). Nationalsozialistische Partei – Juli Revolte (S. 79 – 81).
Gendarmerieposten Laakirchen (Hrsg.): 100 Jahre Gendarmerieposten Laakirchen 1901-2001. Laakirchen, H+S Druck, 2001.
Sabitzer, Werner: Lexikon der inneren Sicherheit, Neuer Wissenschaftlicher Verlag, Wien/Graz, 2008.
Saxinger, Franz (Schriftleitung): Kollerschlag 1934. Eigenverlag, Herausgegeben von der Gemeinde Kollerschlag, Eigenverlag, Kollerschlag.
Walser Harald: Der Juli-Putsch 1934 in Tirol. In T. Albrich, K. Eisterer & R. Steininger (Hrsg.), Tirol und der Anschluß. Voraussetzungen, Entwicklungen, Rahmenbedingungen 1918-1938. Innsbruck: Haymon-Verlag, Innsbruck 1988, S. 331-356.
Gesprächsprotokoll, verfasst 2014 von Dr. Hans Neuhold mit Franz Wolf, dem Sohn des 1934 erschossenen Gendarmen Franz Wolf.
Militärgericht in Wien. Wiener Wachmann zum Tode verurteilt und begnadigt. In: Mühlviertler Nachrichten, 21. September 1934, S. 7.
Revolution. In: Öffentliche Sicherheit, 14. Jg., Nr. 3, März 1934, S. 3 ff.
Todesanzeige für die Gendarmen Franz Wolf und Franz Melcher in der Zeitung „Freie Stimmen“, vom 1. August 1934, S. 8.


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 11-12/2021

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