Bundeskriminalamt

Seit 20 Jahren "Tätern auf der Gen-Spur"

1997 wurde die DNA-Analyse-Datei in Österreich eingerichtet – heute sind etwa 427.000 genetische Datensätze gespeichert, davon 216.000 von Menschen. Der Rest besteht aus biologischen Spuren.

Desoxyribonukleinsäure (englisch DNA abgekürzt) heißt der Stoff, der sich unverwechselbar in jeder Zelle eines Menschen findet und aus dem sich ablesen lässt, ob jemand ein Verbrechen begangen hat oder nicht. Am 1. Oktober 1997 wurde in Österreich eine Datenbank mit DNA-Spuren eingerichtet, die damals dritte nationale Datenbank in Europa, und seit damals hilft auch in Österreich menschliches Erbgut, Täter über die "Gen-Spur" auszuforschen.

In der österreichischen Datenbank sind rund 216.000 Personen-Datensätze gespeichert, davon rund 25.000 von Frauen. 211.000 Datensätze stammen von biologischen Spuren. Jährlich werden knapp 60.000 neue Spuren gesichert, mehr als ein Drittel davon wird einer DNA-Analyse unterzogen. DNA-haltige Spuren sind unter anderem zu finden in menschlichen Körpersäften wie Blut, Speichel, Schweiß, Sperma oder Scheidensekreten sowie auf Hautpartikeln oder Haaren.

Monatlich 200 Straftaten geklärt

Gespeicherte Datensätze werden laufend im EU-Datenverbundsystem und in der DNA-Datenbank von Interpol abgeglichen. Dadurch können monatlich mehr als 200 Straftaten in Österreich aufgeklärt werden. Die effizienteste Methode des internationalen Datenaustauschs sowohl in DNA-Datenbanken als auch im automatischen Fingerabdruck-Identifikations-System (AFIS) ermöglicht das Prümer Datenverbundsystem. Österreich arbeitet derzeit mit 20 EU-Staaten zusammen, die dieses Datenverbundsystem umsetzen. Dadurch stehen dem Bundeskriminalamt neben den nationalen DNA-Profilen mehr als sechs Millionen weitere Datensätze zur Verfügung.

Datenschutz und Rechtslage

Die österreichische DNA-Datenbank und alle damit verbundenen internationalen
Kooperationen stehen unter höchsten datenschutzrechtlichen Anforderungen – sowohl im Umgang mit dem Zellmaterial als auch bei der Nutzung der Personen- und Falldaten.

DNA-Spuren dürfen in Österreich nur verarbeitet werden, wenn es sich um Delikte handelt, die mit mindestens einjähriger Freiheitsstrafe bedroht sind. Außerdem muss eine Wiederholungsgefahr des Täters erwartet werden.

Text: Reinhard Leprich

Am 1. Oktober 1997 wurde in Österreich eine Datenbank mit DNA-Spuren eingerichtet.
©  BK

Artikel Nr: 15159 vom Montag, 02. Oktober 2017, 09:44 Uhr
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