Rekrutierung

Polizei-Porsche: Vom Sektionschef bis zum Hollywood-Star waren alle begeistert

Vier Monate fuhr die Polizei einen Porsche 911 im Polizei-Design, von dem sich selbst Hollywood-Star Patrick Dempsey begeistert zeigte (siehe Slideshow). Über die positive Bilanz, die Idee dahinter und die Kosten der Marketing-Aktion erzählt Mag. Alexander Marakovits, Leiter der Kommunikationsabteilung im Innenministerium, im Interview.

Im November 2017 wurde der Porsche 911 im Polizei-Design an die Firma Porsche zurückgegeben. Mehr als vier Monate war der "911er" der Polizei in Österreich zur Verfügung gestanden. Über die positive Bilanz der Marketing-Aktion, über die Idee dahinter, die zufällig entstandenen "mobilen Tage der offenen Tür" sowie die dadurch entstandenen Kosten, erzählt Mag. Alexander Marakovits, Leiter der Abteilung I/5 (Kommunikation) im Bundesministerium für Inneres, im Interview.

Redaktion: Wie ist es zu dieser eher ungewöhnlichen Kooperation gekommen?

Marakovits: Die Idee war ganz einfach: wir wollten zwei starke Marken wie Polizei und Porsche erneut zusammenführen. Derartige Kooperationen hat es immer wieder mal gegeben, sowohl in den Anfangsjahren von Porsche als auch temporär. Außerdem verbinden Porsche und Polizei nicht nur die beiden Anfangsbuchstaben, beide haben auch einen ähnlichen Bekanntheitsgrad. Die Polizei und einen Porsche kennen dreijährige Kinder, und nicht wenige von ihnen träumen davon, später Polizist zu werden oder einen Porsche zu fahren.

Redaktion: Was war das Ziel der Kooperation?

Marakovits: Es ging darum, Aufmerksamkeit zu erzielen, insbesondere bei jungen Menschen. Der Porsche 911 war Rekrutierungs-, Marketing und Imagemaßnahme zugleich. Er kam bewusst nicht nur auf der Autobahn zum Einsatz, er wurde vor allem als Rekrutierungsinstrument genutzt, und zwar überall dort, wo potenzielle Bewerberinnen und Bewerber zu finden waren. Neben Teilnahmen an Maturareisen, beim Erzberg-Rodeo, der Formel 1, der Beachvolleyball-WM, dem Spartan Race oder der MotoGP fungierte er insbesondere als Werbeträger, wie das auch unsere speziell gebrandeten Audi-Fahrzeuge oder der e-Golf tun. Die Idee, erneut einen Polizei-Porsche zum Einsatz zu bringen, entstand ja im Zuge der Rekrutierungs-Planungen. Dass sie binnen weniger Wochen erfolgreich umgesetzt werden konnte, verdanken wir unserem Fuhrparkmanagement unter der Leitung von Generalmajor Peter Skorsch und vor allem der Firma Porsche.

Redaktion: Wie waren die Erfahrungen?

Marakovits: Unglaublich positiv. Lassen Sie Menschen in ein Polizeifahrzeug setzen, wo Porsche draufsteht: die Begeisterung ist sofort spürbar. Es gab fast nur positives Feedback, egal ob von Kindern, Eltern, Seniorinnen und Senioren oder Maturantinnen und Maturanten. Alle, die am Fahrersitz Platz nahmen, hatten ein Strahlen im Gesicht.

Redaktion: Marketing-technisch also ein Erfolg?

Marakovits: Ja, unbestritten. Wo auch immer das Fahrzeug präsent war, die Menschen zückten ihre Kameras, machten Selfies und suchten das Gespräch mit den Beamtinnen und Beamten. Und genau das wollten wir. Zudem machte der Polizei-Porsche auch in den internationalen Medien Schlagzeilen – dort wurde der Einsatz begrüßt und als Waffe gegen Raser gesehen.

Redaktion: Der Porsche war sozusagen ein mobiles Werbeplakat, oder?

Marakovits: Ja, das kann man so sagen. Vor allem die Nähe zur Polizei, die dadurch möglich geworden war, haben viele positiv gesehen. Die Teilnahme bei den großen Events hat es uns ermöglicht, einen mobilen Tag der offenen Tür zu veranstalten, mit nur einem Unterschied: die Menschen mussten nicht in die Landespolizeidirektionen kommen, wir sind zu den Menschen gekommen. Da Interessierte auch im 911er Platz nehmen durften, waren es im wahrsten Sinne des Wortes Tage der offenen Tür(en). ´Toll, diese Bürgernähe´, haben wir immer wieder zu hören bekommen. Tausende Selfies sind so aus dem Polizei-Porsche entstanden und über die sozialen Medien verbreitet worden.

Redaktion: Die Bevölkerung hat das also weitgehend positiv gesehen, wie aber haben die Kolleginnen und Kollegen reagiert?

Marakovits: Wir hätten nicht gedacht, dass das Fahrzeug in diesem Ausmaß zur Mitarbeitermotivation beitragen wird. Es war für die, die damit ihren Dienst versehen durften, und das waren nicht wenige, etwas ganz Besonderes.

Redaktion: Wie hoch waren die Kosten dieser Marketing-Aktion?

Marakovits: Lassen sie mich diese Frage mit einem Dank an mein Rekrutierungs-Team und an die Firma Porsche beantworten. Es ist nicht selbstverständlich, dass die Polizei für Marketing-Zwecke ein derartiges Fahrzeug kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt und der Steuerzahler dafür keinen einzigen Cent bezahlen muss – selbst die Kosten für die Folierung mitsamt dem Spezialblaulicht wurden von Porsche übernommen. Auf Steuerkosten hätten wir das Fahrzeug niemals angeschafft – so aber haben beide Seiten profitiert. Allein bei den Veranstaltungen in Spielberg haben wir zehntausende Menschen positiv mit der Polizei in Kontakt bringen und einen wesentlichen Beitrag zur Aufnahmeoffensive leisten können. Ein Porsche allein ist nicht ausschlaggebend dafür, ob sich jemand bei der Polizei bewirbt, aber er hat zumindest für die erhoffte positive Aufmerksamkeit gesorgt, auch und insbesondere bei den jungen Menschen, die für uns die Zielgruppe waren. Wir hoffen daher auf eine ähnliche Kooperation in den nächsten Jahren – dann vielleicht mit einem Elektro-Fahrzeug.

Links:

Auch Sektionschef Michael Kloibmüller zeigte sich vom Polizei-Porsche begeistert.
©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 15282 vom Mittwoch, 08. November 2017, 15:35 Uhr
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