Digitalprintcenter

Diese Mitarbeiter halten dem "Druck" stand

Sie bearbeiten jährlich 4,3 Millionen Drucke, 60.000 Broschüren, 220.000 Folder, insgesamt 5.000 Aufträge – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Digitalprintcenters im Innenministerium. Reinhard Leprich blickt dahinter.

In ihren Anfängen als hauseigene Druckerei und Buchbinderei des Innenministeriums konnten sich deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weder auf Multifunktionsdrucker oder -kopierer noch auf Schneide-, Klebe- oder Falzmaschinen stützen, sondern mussten ganz auf die Zuverlässigkeit und Kraft des Heidelberger Tiegels vertrauen. Obwohl: Der Heidelberger Tiegeldruckautomat hatte in seinen Anfängen in den 1920er Jahren die Druckerbranche revolutioniert - er schaffte locker 3.000 Papierbögen in der Stunde und ließ damit die herkömmlichen Maschinen weit hinter sich. Freilich ist diese Zeit schon lange vorbei, erinnert sich Ingrid Klein, die Leiterin des Digitalprintcenters vom Referat IV/4/b (Interne Services) im Bundesministerium für Inneres. "Ich arbeite seit 1980 in der Druckerei im Innenministerium und habe damals noch mit einer verbesserten Form eines Heidelberger Tiegels gearbeitet. In den 1990er Jahren sind dann die ersten Schwarz-weiß-Kopierer gekommen – und heute arbeiten wir mit einer Vielzahl an Digitaldruckmaschinen und Endverarbeitungsgeräten, die meterbreit und tonnenschwer sind."

Der Blick dahinter

Heute sind die Aufgaben des Digitalprintcenters mehr als reines Handwerk. Es muss geschnitten, geklebt, gefalzt, perforiert, spiralisiert, gelocht, geheftet oder aufkaschiert werden – das alles gibt einer Broschüre, einem Plakat oder Folder den letzten Schliff. Die Produktionsschwerpunkte liegen aber auch in der Anfertigung von Visitenkarten, Blöcken, Flyern oder Kuverts. Darüber hinaus werden Badges, Fotos, Präsentationsmappen, Tischkarten oder Aufkleber gefertigt. Services, die aber nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Innenministeriums vorbehalten sind. "Aufträge kommen auch vom Außenministerium, vom Bundeskanzleramt und Bundesverwaltungsgericht, von der Präsidentschaftskanzlei sowie vom Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof", sagt Klein.

Neben Klein arbeiten elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Digitalprintcenter. Als Stellvertreter steht der Leiterin Leonhard Kohl zur Seite. Er arbeitet seit 2007 im Digitalprintcenter, anfänglich als Zivildiener, später als Verwaltungspraktikant, seit 2008 als fixer Mitarbeiter. 2012 wurde er mit der Stellvertretung betraut. Jährlich werden rund 5.000 Aufträge bearbeitet, darunter beispielsweise 1,7 Millionen Schwarz-weiß-Drucke, 2,6 Millionen Farbdrucke, knapp 60.000 Broschüren oder 220.000 Folder. "Aufträge können rund um die Uhr im Webshop aufgegeben werden", sagt Klein, die seit rund 25 Jahren das Digitalprintcenter leitet. "Den Webshop findet man im Intranet unter BMI-Webanwendungen und Digital Print Center."

"Neben der Eventausstattung, der Geschäftsausstattung und Broschüren werden im Digitalprintcenter noch viele andere Drucksorten wie Plakate, Folder und Flyer auf höchst professionelle Weise und meist unter enormen Zeitdruck hergestellt", sagt die Leiterin der Abteilung IV/4 (Zentrale Dienste), Mag. Alexandra Désirée Stix. "Unbürokratische und rasche Druck- und Kopierleistungen sowie Fachkomptenz, Effizienz und Servicequaltität sind hier ‚unter einem Dach‘ vereint."

Slide-Show: Der Weg von Auftrag zu Endfertigung

Vier Farb- und zwei Schwarz-weiß-Drucker, zwei Großformatdrucker, zwei Papierschneidemaschinen, ein Visitenkartenschneider, eine Zwei-Spindel-Lochmaschine, eine Heftmaschine und Heißleim-Klebebindemaschine, ein Dreiseitenschneider, eine Rill- und Perforiermaschine, ein Laminiergerät (bis Format A3) und eine Falzmaschine – das Digitalprintcenter im Innenministerium hat heute nichts mehr mit einer Druckerei aus Gutenbergs Zeit gemeinsam. Den Weg von Auftrag zu Endfertigung eines Produkts, mit allen denkbaren Prozessen, die durchlaufen werden müssen, mit den Maschinen und Bediensteten, die sie bedienen, zeigt die Slide-Show, die über den unten angeführten Link abrufbar ist.

Was ist bei einer Bestellung zu beachten?

"Ich weiß, es ist nicht immer möglich, aber wichtig wäre es, die Bestellungen zeitgerecht einzubringen", sagt Kohl. "Das vorgegebene Corporate-Design ist wichtig für das Erscheinungsbild nach außen. Daher sollten alle Bediensteten des Innenministeriums zur Gestaltung eines Druckwerks vor der Bestellung im Webshop mit der Abteilung I/6 (Social Media) Rücksprache halten." Da würden im Nachhinein immer wieder große Probleme auftreten, ergänzt Kohl. "Bitte auch nur PDF-Dokumente einsenden und keine Power Point-, Word- oder Excel-Dokumente."

"Abschließend möchte ich mich bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Vorgesetzten für die Unterstützung in all den Jahren bedanken", ergänzt die Leiterin des Digitalprintcenters.

Text: Reinhard Leprich

Links:

Im Digitalprintcenter des Innenministeriums werden jährlich mehr als 5.000 Aufträge bearbeitet.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 15405 vom Donnerstag, 21. Dezember 2017, 18:00 Uhr
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