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Sicher zu Hause

Leben in der Krise ohne Aggression und Gewalt

Auch zu Hause gelten die Gesetze. Sollten Sie Opfer von häuslicher Gewalt werden, suchen Sie sich einen sicheren Platz in der Wohnung und wählen Sie 133, 112 oder wenden Sie sich an die Frauen-Helpline unter 0800222555.
© BMI

Wir leben in einer Situation, die für alle völlig neu ist.
Das Corona-Virus betrifft uns alle.

Schulen, Kindergärten, Geschäfte, Lokale und viele andere Betriebe sind manchmal für Tage oder Wochen geschlossen.

Viele Familien und Paare verbringen den Tag gemeinsam zu Hause.
Sie sollen zum Teil im Homeoffice arbeiten und mit ihren Kindern lernen.
Homeoffice ist Englisch und bedeutet Heimbüro, also zu Hause arbeiten.

Manchmal gibt es aber nur sehr wenig Platz. Und es gibt wenig Möglichkeiten, die Wohnung oder das Haus zu verlassen.

Kinder und Jugendliche fühlen sich manchmal eingesperrt. Oder sie sind verunsichert wegen der ungewohnten Situation.

Freunde und Verwandte soll man nicht so oft treffen.

Dazu kommen oft große finanzielle Sorgen oder Sorgen um den Arbeitsplatz. Es gibt auch die Angst vor einer Erkrankung und die allgemeine Ungewissheit, wie es weitergeht.

Unter diesen Umständen gibt es oft emotionale Spannungen. Emotional zu sein heißt, sich von Gefühlen leiten zu lassen und weniger vom Verstand.

Aus Ärger darf allerdings nicht Aggressivität werden, aus einem Streit keine körperliche Auseinandersetzung.
Aggressiv werden heißt, jemand wird wütend und zum Beispiel gewalttätig.

Es gibt viele Möglichkeiten, ruhiger zu werden. Zum Beispiel eine schnelle Runde um den Häuserblock oder ein Telefonat mit einer Vertrauens-Person.

Gewalt ist niemals eine Lösung und darf im gemeinsamen Zusammenleben nicht sein.

Sie merken, dass Sie überfordert sind? Oder andere merken an Ihrem Verhalten, dass Sie überfordert sind?
Zögern Sie nicht, sich fachkundig, also von einer ausgebildeten Expertin oder einem Experten, beraten zu lassen.

Wenn Gewalt passiert, suchen Sie sich so schnell wie möglich Hilfe. Auf dieser Webseite gibt es Ratschläge, wie Sie mit der außergewöhnlichen Situation umgehen können.
Hier erfahren Sie, wo und wie Sie im Bedarfsfall rasche und fachkundige Unterstützung bekommen und welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt. Gewalt ist keine Privatsache.

Übersicht


FAQ häufig gestellte Fragen

Gibt es Vorzeichen für einen Gewalt-Ausbruch, auf die Sie achten könnten?

Sie kennen Ihre Partnerin oder Ihren Partner am besten und können das Verhalten besser als jede andere Person einschätzen.

Wenn Sie merken, dass sich der Gemüts-Zustand Ihrer Partnerin oder Ihres Partners bedrohlich verändert und Sie sie oder ihn nicht beruhigen können, dann rufen Sie bei einer Helpline an, das sind Service-Nummern.
Dort sind Expertinnen und Experten, die Ihnen helfen können.
Zum Beispiel die Frauen-Helpline 08 00 22 25 55 oder
die Männer-Information 07 20 70 44 00.

Meine Partnerin oder mein Partner wird zunehmend wütender, aggressiver und beginnt, Gegenstände in der Wohnung zu zerschlagen.
Wenn Sie also Gewalt befürchten oder es schon zur Gewalt kommt, rufen Sie sofort die Polizei an.
Wählen Sie den Polizei-Notruf 133 oder den Euro-Notruf 112.
Sie können an den Polizei-Notruf auch eine SMS schicken: 08 00 13 31 33.

Damit niemand Ihren Anruf bemerkt oder hört, gehen Sie an einen sicheren Ort. Das kann zum Beispiel ein versperrbarer Raum sein.
Oder verlassen Sie die Wohnung.

Beim Anruf nennen Sie zuerst die Adresse oder den Ort, wo Sie gerade sind.
Dann erzählen Sie kurz den Vorfall und zum Schluss geben Sie Ihre persönlichen Daten bekannt.
Die Polizei wird so rasch wie möglich zu Ihnen kommen und die erforderlichen Maßnahmen treffen.

Die meisten Gewalt-Taten beginnen mit einem Streit über das tägliche Leben.

Häufige Auslöser sind:

  • Besitz-Ansprüche,
  • Eifersucht,
  • Uneinigkeit, 
  • Erwartungen betreffend die Hausarbeit sowie
  • das Kontroll-Bedürfnis oder Macht-Bedürfnis der Partnerin oder des Partners.

Warnzeichen für einen Gewalt-Ausbruch können zum Beispiel sein:

  • Ihre Partnerin oder Ihr Partner trennt Sie von der übrigen Familie ab, zum Beispiel müssen Sie in einen anderen Raum gehen.
  • das Verbot, Telefon oder Internet zu nutzen
  • Beschimpfungen
  • Zeigen von Macht
  • Drohungen
  • Erzwingen sexueller Handlungen.

Nach mehreren Ankündigungen wird meine Partnerin oder mein Partner handgreiflich, wen kann ich verständigen?

Zögern Sie nicht, begeben Sie sich an einen sicheren Ort.
Das kann zum Beispiel ein versperrbarer Raum sein.
Oder verlassen Sie die Wohnung.

Wählen Sie den Polizei-Notruf 133 oder den Euro-Notruf 112.


Kann meine Partnerin oder mein Partner weggewiesen werden?
Wenn ja, wie läuft das ab, was muss ich beachten?

Die Polizei kommt und stellt fest, dass ein gefährlicher Angriff auf Leben, Gesundheit oder Freiheit stattgefunden hat.

Oder die Polizei erkennt aufgrund bestimmter Tatsachen, dass es einen gefährlichen Angriff geben wird. Dann sprechen die Polizistinnen und Polizisten ein Betretungs-Verbot gegen die Person aus, von der Gefahr ausgeht.

Betretungs-Verbot heißt auch Annäherungs-Verbot an die gefährdete Person in einem Umkreis von 100 Metern.
Das bedeutet, dass sich die aggressive Person, der gefährdeten Person nur bis 100 Meter nähern darf.

Von der Polizei wird auch das örtlich zuständige Gewaltschutz-Zentrum oder die Interventions-Stelle verständigt.
Wenn sich Kinder im gemeinsamen Haushalt befinden, wird auch die örtlich zuständige Kinder- und Jugendhilfe verständigt.


Es wurde ein Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot gegen meine Partnerin oder meinen Partner ausgesprochen.
Wie lange darf sie oder er nicht nachhause?

Das polizeiliche Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot gilt 14 Tage für die Wohn-Räume, wo eine gefährliche Person wohnt und für einen Umkreis von 100 Metern.

Wenn eine Person sich nicht an das Betretungs-Verbot oder Annäherungs-Verbot hält, kann sie eine Verwaltungs-Strafe bekommen.


Es wurde ein Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot gegen meine Partnerin oder meinen Partner ausgesprochen.
Wir haben uns wieder versöhnt. Darf sie oder er wieder zu mir in die Wohnung?

Nein.

Ein ausgesprochenes Betretungs- und Annäherungsverbot dauert 14 Tage. Es kann weder durch die gefährdete Person noch von der Person, von der die Gefahr ausgeht, aufgehoben werden.


Es wurde ein Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot gegen meine Partnerin oder meinen Partner ausgesprochen.
Sie oder er steht nun vor meiner Wohnungstüre, was mache ich dann?

Öffnen Sie unter keinen Umständen der oder dem Weggewiesenen die Wohnungstüre! Lassen Sie sich nicht überreden!

Verhindern Sie auch andere Möglichkeiten für eine Wohnungs-Betretung, wie zum Beispiel geöffnete Fenster oder Terrassen-Türen.

Wählen Sie den Polizei-Notruf 133 oder den Euro-Notruf 112.

Beim Anruf nennen Sie zuerst die Adresse oder den Ort, wo Sie gerade sind. Dann erzählen Sie kurz von dem Vorfall und zum Schluss geben Sie Ihre persönlichen Daten bekannt.

Die Polizei wird so rasch wie möglich zu Ihnen kommen und Ihnen helfen!


Kann man ein Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot verlängern lassen oder für einen längeren Zeitraum beantragen?

Das Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot gilt für 14 Tage.

Man kann aber innerhalb dieser Frist beim örtlich zuständigen Bezirksgericht einen Antrag auf einstweilige Verfügung stellen.

Dadurch verlängert sich das Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot für bis zu weiteren 14 Tage oder bis das örtlich zuständige Bezirksgericht eine Entscheidung über den Antrag trifft.

Rufen Sie beim Bezirksgericht an und machen Sie einen Termin aus, bevor Sie hingehen.


Es wurde ein Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot gegen meine Partnerin oder meinen Partner ausgesprochen. Darf sie oder er die gemeinsamen Kinder in meiner Wohnung besuchen?

Nein. Die Person, gegen die ein Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot ausgesprochen wurde, darf nur in Begleitung der Polizei zum Abholen von persönlichen Gegenständen in die Wohn-Räume kommen.


Es wurde ein Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot gegen meine Partnerin oder meinen Partner ausgesprochen. Darf ich mich mit meiner Partnerin oder meinen Partner außerhalb der Wohnräume trotzdem treffen?

Nein. Das Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot gilt für die Wohnung der gefährdeten Person und auch für die gefährdete Person selbst in einem Umkreis von 100 Metern.


Wenn die Polizei ein Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot ausgesprochen hat, wird dann auch eine Hilfs-Organisation, die mich bei meinen Angelegenheiten unterstützen kann, verständigt?

Bei Ausspruch eines Betretungs-Verbots und Annäherungs-Verbots durch die Polizei wird automatisch das örtlich zuständige Gewaltschutz-Zentrum oder die Interventions-Stelle verständigt.

Wenn im gemeinsamen Haushalt Kinder wohnen, wird auch der zuständige Kinder- und Jugendhilfeträger verständigt.

Das örtlich zuständigen Gewaltschutz-Zentrum oder die Interventions-Stelle melden sich so rasch wie möglich bei Ihnen.
Wenn Kinder bei Ihnen wohnen, meldet sich auch der Kinder- und Jugendhilfe-Träger bei Ihnen.


Es wurde ein Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot gegen meine Partnerin oder meinen Partner ausgesprochen.
Ich befürchte aber einen neuen Angriff. Gibt es die Möglichkeit einer sicheren Unterkunft?

Wenn Sie Befürchtungen haben, dass Sie weiter von Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner angegriffen werden, dann besteht die Möglichkeit, in einer Notunterkunft unterzukommen. Das kann zum Beispiel ein Frauenhaus sein.

Den Kontakt vermitteln:

  •  die Polizei
  • das zuständige Gewaltschutz-Zentrum
  • die Interventions-Stelle
  • die Frauen-Helpline unter der Telefon-Nummer 08 00 22 25 55 oder
  • die Männer-Information unter der Telefon-Nummer 07 20 70 44 00

Die Person, von der die Gefahr ausgeht, darf unter keinen Umständen die Adresse der Notunterkunft erfahren!


Meine Partnerin oder mein Partner wurde von der Polizei wegen häuslicher Gewalt festgenommen.
Wird dann trotzdem ein Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot ausgesprochen?

Ja, das kann sein.


Stimmt es, dass die Polizei ein ausgesprochenes Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot nur einmal überprüft?

Die Polizei muss mindestens einmal innerhalb der ersten 3 Tage die Einhaltung des ausgesprochenen Betretungs-Verbots und Annäherungs-Verbots kontrollieren.


Welche Kosten entstehen für die gefährdete Person bei einem Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot?

Für die gefährdete Person entstehen durch das polizeiliche Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot keine Kosten.


Die Polizei ist intensiv mit der Überwachung der Corona-Maßnahmen beschäftigt. Schreiten sie derzeit bei häuslicher Gewalt überhaupt ein?

Die Polizei schreitet selbstverständlich bei häuslicher Gewalt sowie auch bei allen anderen Straf-Tatbeständen ein.


Werden die Gerichte und die Staats-Anwaltschaft überhaupt tätig?

Jede strafrechtliche Anzeige wird an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet.
Die Staatsanwaltschaft entscheidet über die weiteren Maßnahmen.

Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft beeinflusst nicht, ob die Polizei ein Betretungs-Verbot und Annäherungs-Verbot ausspricht.


Bei mir ist es zu häuslicher Gewalt gekommen. Ich möchte aber keine Anzeige machen.
Kann ich mich dann an eine Hilfsorganisation wenden?

Sie können sich jederzeit direkt an folgende Stellen wenden:

  • das zuständige Gewaltschutz-Zentrum
  • die Interventions-Stelle
  • die Frauen-Helpline unter der Telefon-Nummer 08 00 22 25 55
  • die Männer-Information unter der Telefon-Nummer 07 20 70 44 00 oder
  • den Kindernotruf 147.

Denken Sie aber daran, dass die Polizei das Verhalten der gefährlichen Person stoppen kann.


Welche Opferberatungs-Einrichtungen gibt es?

Gesetzlich anerkannte Opferschutz-Einrichtungen finden Sie hier .

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Tipps für den besonderen Alltag

#sicherzuhause - Keine Zeit für Gewalt
© BMI

Bleiben Sie aktiv – strukturieren Sie Ihren Tag

.
  • Stehen Sie zu festen Zeiten auf.
  • Essen Sie immer zur gleichen Zeit.
  • Planen Sie auch Zeiten für Erholung und soziale Aktivitäten in der Familie ein.
  • Bleiben Sie bei den üblichen Schlafenszeiten und zu-Bett-geh-Ritualen, vor allem bei Ihren Kindern.
  • Teilen Sie Ihren Wohnbereich in verschiedene Bereiche ein.
    Zum Beispiel Homeoffice-Bereich, Lern-Bereich für die Kinder, Gemeinschafts-Bereich für familiäre Aktivitäten.
  • Teilen Sie Hausarbeit auf alle Familien-Mitglieder auf.

Planen Sie Zeiten

  • für sich selbst: besinnen Sie sich auf Ihre Stärken und gönnen Sie sich eine Belohnung.
  • für Ihre Partnerin oder Ihren Partner für einen wertschätzenden Umgang. Um Wertschätzung zu zeigen sollten Sie freundlich und interessiert sein.
  • nehmen Sie sich Zeit für Gespräche mit Ihren Kindern, erklären Sie altersgerecht die momentane Situation.
  • planen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie: zukünftige Projekte wie Urlaube, Ausflüge oder schauen Sie sich gemeinsam Fotos an.

Reden Sie miteinander und nehmen Sie die Sorgen, Bedürfnisse und Ängste der Familien-Mitglieder sowie Ihre eigenen ernst. Sprechen Sie Streitpunkte frühzeitig an, damit diese nicht zu groß werden.

Bleiben Sie in Kontakt. Nutzen Sie das Internet oder Telefon, um mit Ihren Liebsten in Kontakt zu bleiben.

Nachbarschaftshilfe ist notwendiger denn je. Soziale Einsatzbereitschaft kann Ihr Leben bereichern.

Sonne heitert das Gemüt auf. Nutzen Sie Garten, Terrasse oder Balkon.

Ein Spaziergang an der frischen Luft tut allen gut – dabei stets darauf achten, genügend Abstand zu anderen Personen zu halten.

Erledigen Sie unbedingt notwendige Einkäufe zu Fuß – immer mit Abstand.

Betreiben Sie Sport.
Das fördert nicht nur die Gesundheit, sondern hilft, Stress und Aggressionen abzubauen.

Sportliche Betätigung ist auch zu Hause möglich und fördert nachweislich Ihr Wohlbefinden.
Tipps finden Sie hier  auf dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs.

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Psychologische Hilfe

#sicherzuhause - Gewalt ist keine Privatsache
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Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie überfordert sind oder einen Rat brauchen, wenden Sie sich an Expertinnen und Experten. Schon ein Gespräch kann helfen.

Hier finden Sie Hilfe:

  • Hotline der Kriseninterventionsteams, nähere Informationen finden Sie hier 
  • „Rat auf Draht“, Telefon-Nummer: 147
  • Telefon-Seelsorge, Telefon-Nummer 142
  • Helpline Österreichischer Psychologinnen und Psychologen,
    Telefon-Nummer 01 – 50 48 000
  • in einigen Bundesländern gibt es auch eigene Hotlines.
    Nähere Informationen und Empfehlungen finden Sie hier .

Psycho-Therapie, Beratung und Behandlung sowie andere Betreuungs-Angebote sind auch über Apps wie Video-Telefonie, Video-Konferenz oder telefonisch möglich.

Versuchen Sie, das Gute in der neuen Situation zu sehen.
Sie können:

  • zum Beispiel endlich verschobene Hausarbeiten erledigen
  • den Familien-Mitgliedern wieder mehr Zeit schenken
  • bewusst die kleinen Freuden des Alltags genießen oder
  • Hobbies wieder aufnehmen

Denken Sie daran, die Situation geht vorüber!

Suchen Sie Ihre Informationen nur auf offiziellen Seiten.
Lassen Sie sich nicht von übertriebenen Meldungen und Fake News vor allem im Social-Media-Bereich verunsichern.
Fake News ist Englisch und heißt falsche Nachrichten.
Social-Media ist Englisch und heißt soziale Netzwerke. Das sind Online-Dienste im Internet, wo Informationen ausgetauscht werden können.

Benutzen Sie Medien nur zu bestimmten Zeiten. Wenn Sie immer wieder schlechten Nachrichten hören oder sehen, kann das belastend sein.

Trinken Sie wenig Alkohol. Alkohol oder Drogen helfen nicht in Normal-Situationen und auch nicht in Ausnahme-Situationen.
Alkohol kann auch Aggressionen fördern.
Sie können in einer Notsituation ohne Alkohol oder Drogen klarer denken und besser handeln.

Versuchen Sie sich durch Bewegung oder Ablenkung zu beruhigen.

Starke negative Gefühle können zu Gewalt führen. Beobachten Sie sich selbst, stoppen Sie sich selbst. Sagen Sie zum Beispiel zu sich selbst „STOPP!“
Das können Sie laut aussprechen oder in Gedanken sagen.
Atmen Sie mehrmals tief ein und aus, um sich kurzfristig etwas zu beruhigen.

Verlassen Sie die Situation und lenken Sie sich ab: 

  • machen Sie zum Beispiel einen Spaziergang,
  • verlassen Sie den Raum,
  • trinken Sie ein Glas kaltes Wasser,
  • waschen Sie sich das Gesicht mit kaltem Wasser,
  • lenken Sie sich mit Sport ab,
  • rufen Sie eine Freundin oder einen Freund an.

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Was tut die Polizei?

In Österreich ist jede Form von Gewalt verboten und unter Strafe gestellt.

Jedes strafrechtliche Delikt wird von der Polizei angezeigt und jede Anzeige wird der Staatsanwaltschaft übermittelt.

Manche strafrechtlichen oder verwaltungsrechtlichen Delikte führen zur sofortigen Festnahme durch die Polizei.

Wenn die Polizei feststellt, dass ein gefährlicher, gewalttätiger Angriff im Privatbereich zu erwarten ist, wird Betretungs-Verbot oder Annäherungs-Verbot ausgesprochen.

Betretungs-Verbot heißt, dass eine Person, für die das Betretungs-Verbot ausgesprochen wurde, einen bestimmten Ort und einen Umkreis von 100 Metern, nicht betreten darf.

Annäherungs-Verbot heißt, diese Person darf sich der gefährdeten Person in einem Umkreis von 100 Meter nicht nähern.

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Verhaltenstipps für Opfer

Gewalt im Privat-Bereich zeigt sich in vielen unterschiedlichen Formen und kommt in jedem Alter und in jeder Gesellschafts-Schicht vor.
Diese Gewalt ist unabhängig von Nationalität, Religion, Kultur oder Bildung.

Gerade wenn viele Menschen auf engem Raum über mehrere Tage zusammen sind, kann das Aggressionen hervorrufen oder steigern.
Die Polizei geht jeder Meldung von Gewalt sofort nach und trifft die entsprechenden Maßnahmen zum Schutz der Opfer.

Sollten Sie Opfer von Gewalt werden, beachten Sie folgendes:

  • Nehmen Sie Ihr Mobiltelefon.
  • Zögern Sie nicht, begeben Sie sich an einen sicheren Ort.
    Das kann zum Beispiel ein versperrbarer Raum sein.
    Oder verlassen Sie die Wohnung.

Wählen Sie sofort den Polizei-Notruf 133 oder Euro-Notruf 112:
Beim Anruf nennen Sie zuerst die Adresse oder den Ort, wo Sie gerade sind. Dann erzählen Sie kurz von dem Vorfall und ob es verletzte Personen gibt.
Zum Schluss geben Sie Ihre persönlichen Daten bekannt.

Die Polizei wird so schnell wie möglich zu Ihnen kommen und Ihnen helfen!

Es gibt keine Ausrede für Gewalt – die Verantwortung für Gewalt liegt immer bei der Täterin oder dem Täter.

Die Polizei wird Ihnen so rasch wie möglich helfen!

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Zivilcourage

Schauen Sie nicht weg – zeigen Sie Zivil-Courage, also Unerschrockenheit und Mut!
Melden Sie jeden Hinweis auf Gewalttaten.

Viele Straftaten werden von Zeuginnen oder Zeugen beobachtet.
Auch wenn Sie nicht sicher sind, was passiert ist oder glauben nichts Wichtiges gesehen haben:
Jeder Hinweis, jede Beobachtung kann helfen.
Durch Ihre Informationen können Taten verhindert oder aufgeklärt werden.

Denken Sie daran, dass Sie auch einmal Opfer einer Straftat werden könnten. Dann sind Sie dankbar für Informationen von Zeugen.

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Wichtige Kontakte

Im Notfall: Polizei-Notruf 133 oder Euro-Notruf 112.

  • Die Gewaltschutz-Zentren und Interventions-Stellen finden Sie hier .
  • Frauen-Helpline des Bundeskanzleramts
    Telefon-Nummer: 08 00 22 25 55
  • Männer-Information
    Telefon-Nummer: 07 20 70 44 00
  • Ansprechstelle für Kinder und Jugendliche:
    Kindernotruf "Rat auf Draht"
    Telefon-Nummer: 147
  • Kinderschutz-Zentrum „die möwe“
    Telefon-Nummer: 01 53 21 515
  • Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie Telefon-Nummer: 01 58 53 288
    E-Mail: office@interventionsstelle-wien.at

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