Ein großes Aschefeld in Schloss Hartheim entdeckt
Das Innenministerium und das Land Oberösterreich haben den Auftrag gegeben, den Boden in Schloss Hartheim zu untersuchen.
Dort wurden auf einer großen Fläche Knochen und Asche von verstorbenen Menschen gefunden.
Die Knochen und die Asche waren im Boden vergraben.
Diesen Hinweis haben die Behörden von Zeit-Zeuginnen und Zeit-Zeugen bekommen.
Zeit-Zeuginnen und Zeit-Zeugen sind Menschen, die wichtige Dinge erlebt haben, die früher passiert sind.
Über Schloss Hartheim
Schloss Hartheim liegt in der Gemeinde Alkoven in Oberösterreich.
Vor mehr als 80 Jahren haben die National-Sozialisten das Schloss Hartheim als Tötungs-Anstalt genutzt.
Die National-Sozialisten haben bestimmte Gruppen von Menschen nach Schloss Hartheim gebracht und in einer Gaskammer mit Giftgas ermordet.
Zu diesen Gruppen gehörten:
- Menschen mit Behinderungen,
- Menschen mit psychischen Erkrankungen,
- Häftlinge aus Konzentrations-Lagern und
- Zwangs-Arbeiterinnen und Zwangs-Arbeiter.
Von Mai 1940 bis November 1944 haben die National-Sozialisten ungefähr 30.000 Menschen in der Gaskammer in Schloss Hartheim ermordet.
Heute ist Schloss Hartheim ein Gedenkort für die Menschen, die hier ermordet wurden.
Ausgrabungen beim Schloss
In den Jahren 2001 und 2002 hat man
- Überreste von den ermordeten Menschen,
- persönliche Gegenstände und
- andere Dinge
in der Nähe vom Schloss gefunden und ausgegraben.
Die Überreste und Gegenstände wurden auf einem Friedhof an der Ost-Seite vom Schloss begraben.
Auch im Dezember 2024 wurde der Boden beim Schloss mit einem Boden-Radar untersucht.
Diese neuen Untersuchungen hat man gemacht, weil es Hinweise von Zeit-Zeuginnen und Zeit-Zeugen gegeben hat, dass noch mehr Überreste von Menschen beim Schloss vergraben sind.
Die Hinweise haben die Behörden auch auf Luftbild-Aufnahmen entdeckt.
Das Innenministerium und das Land Oberösterreich haben den Auftrag für die Untersuchungen gegeben.
Die österreichischen Behörden haben bei den Untersuchungen auch Unterstützung vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge aus Deutschland bekommen.
Bei den Untersuchungen hat man Verdachts-Flächen festgestellt, bei denen noch Überreste vergraben sein könnten.
Im März 2025 hat es dann Bohrungen bei den Verdachts-Flächen gegeben.
Bei den Bohrungen hat auch das Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie von der Universität Wien mitgearbeitet.
Bei den Bohrungen hat man noch weitere Überreste von menschlicher Asche und Knochen gefunden.
Die Überreste waren zwischen 80 cm und 150 cm tief im Boden vergraben.
Die Fläche, auf der die Überreste vergraben waren, ist 458,5 Quadrat-Meter groß.
Das ist ungefähr so groß wie ein Basketball-Feld.
Die Flächen werden jetzt von Vertreterinnen und Vertretern von
- der Abteilung für Historische Angelegenheiten im Innenministerium,
- dem Land Oberösterreich und
- dem Team vom lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
ausgewertet, damit es in Zukunft auch für alle übrigen gefundenen Opfer ein würdiges Gedenken gibt.
Innenminister Gerhard Karner betonte, wie wichtig dieser Fund auch für die heutige Zeit ist: „Die Aschefunde in Schloss Hartheim zeigen deutlich, dass auch 80 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus längst nicht alle tragischen Überreste aus dieser Zeit bekannt sind. Die Verbrechen der NS-Zeit dürfen nie in Vergessenheit geraten. Daher setzen wir uns gemeinsam für ein würdiges Gedenken an die Opfer ein."
Artikel von Dienstag,11. März 2025, 18:00 Uhr
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