Gewaltschutz
Österreich stärkt Gewaltschutz: Maßnahmen, Zahlen und Entwicklungen
Der Gewaltschutzgipfel mit Innenminister Karner, Frauenministerin Holzleitner, Justizministerin Sporrer, Sozialministerin Schumann und Bildungsminister Wiederkehr fand am 2. Dezember 2025 im Innenministerium statt.
Am 2. Dezember 2025 fand der 6. Gewaltschutzgipfel unter dem Motto "Gemeinsam gegen Gewalt" im Festsaal des Innenministeriums statt. Die Veranstaltung wurde von Innenminister Gerhard Karner eröffnet. Anschließend folgten Statements von Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner, Justizministerin Anna Sporrer, Sozialministerin Korinna Schumann und Bildungsminister Christoph Wiederkehr. Unter anderem wurde auch die Tötungs-Ursachen-Studie im Rahmen eines Fachvortrags erläutert.
"Gewaltschutz ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – und er gelingt vor allem durch die enge Vernetzung zahlreicher Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft sowie durch die ressortübergreifende Zusammenarbeit", betonte der Innenminister. Er dankte der Frauenministerin, der Justizministerin, der Gesundheitsministerin und dem Bildungsminister für ihre Teilnahme am 6. Gewaltschutzgipfel im Innenministerium. Besonderen Dank sprach Karner den zivilgesellschaftlichen Organisationen aus, "die den Gewaltschutz in Österreich seit rund 30 Jahren professionell und nachhaltig tragen – allen voran dem Bundesverband der Gewaltschutzzentren in Österreich und seiner Vorsitzenden Karin Gölly. Mein Dank gilt ebenso der neuen stellvertretenden Vorsitzenden Marina Sorgo."
"Gewalt darf an unseren Schulen keinen Platz haben – nicht im Klassenzimmer, nicht im digitalen Raum, nicht auf dem Pausenhof. Wir investieren gezielt in mehr Schulpsychologie, Sozialarbeit, Präventionsprogramme und eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei – damit jedes Kind in Österreich sicher lernen kann. Der heutige Gewaltschutzgipfel ist ein starkes Zeichen für gemeinsames, entschlossenes Handeln", betonte Bildungsminister Christoph Wiederkehr.
Rückblick auf die vergangenen Jahre
Österreich hat in den vergangenen Jahren im Bereich des Gewaltschutzes wesentliche Fortschritte erzielt. Zahlreiche Maßnahmen wurden umgesetzt – sowohl organisatorischer als auch gesetzlicher Natur:
• Einführung verpflichtender Anti-Gewalt-Trainings für Gefährder
• Obligatorisches Waffenverbot für Gefährder
• Gesetzliche Verankerung und organisatorische Stärkung der sicherheitspolizeilichen Fallkonferenzen
• Anzahl der Polizei-Präventionsbediensteten von 500 auf rund 1.300 erhöht
Die Polizei hat sich über viele Jahre hinweg großes Vertrauen im Bereich des Gewaltschutzes erarbeitet. Das spiegelt sich in den folgenden Zahlen wider, die die Breite und Beständigkeit dieser Arbeit veranschaulichen:
• Annäherungs- und Betretungsverbote: 2024 mehr als 14.500; 2025 bislang rund 13.000
• Sicherheitspolizeiliche Fallkonferenzen: 2024 insgesamt 193; 2025 bislang 149
• Verpflichtende Gewaltpräventionsgespräche: 2024 rund 12.500; 2025 bislang rund 10.700
"Erfreulich ist zudem der kontinuierlich steigende Frauenanteil im Innenministerium", sagte der Innenminister. "Lag er 2015 noch bei 22,6 Prozent, beträgt er nun knapp 32 Prozent."
Frauenministerin Holzleitner betonte: "Jede Frau und jedes Mädchen hat das Recht, in Sicherheit und Selbstbestimmung zu leben. Mit dem Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen setzt die Bundesregierung konkrete Verbesserungen um, gestützt auf die Expertise der Organisationen, die auch heute beim Gewaltschutzgipfel vertreten waren."
"Frauenrechte sind Menschenrechte. Wir müssen alles daransetzen, Frauen und Mädchen wirksam vor Gewalt zu schützen. Das gelingt nur gemeinsam – denn Gewalt gegen Frauen ist ein strukturelles Problem. Gerade deshalb sind Einrichtungen wie unsere Gewaltambulanzen so unverzichtbar: Sie können helfen, die Gewaltspirale zu durchbrechen, bevor es zu spät ist", ergänzte Justizministerin Sporrer.
Gewaltschutz muss sich ständig weiterentwickeln
"Hinschauen und handeln, um Frauen und Mädchen in unserem Land vor Gewalt zu schützen – diesen Weg werden wir gemeinsam und konsequent weitergehen", hielt Innenminister Gerhard Karner im Rahmen des Gewaltschutzgipfels fest.
Alle diese Maßnahmen seien kein Grund, sich zurückzulehnen, sagte Karner. Vieles sei erreicht worden, doch Gewaltschutz sei ein Prozess, der ständig weiterentwickelt werden müsse. "Diese Bundesregierung hat dem Thema im Regierungsübereinkommen daher einen seiner Bedeutung angemessenen Stellenwert eingeräumt", betonte der Innenminister. "Ich danke allen für ihren Einsatz – den verantwortlichen Regierungsmitgliedern wie auch den vielen Vertreterinnen und Vertretern der zivilgesellschaftlichen Organisationen. Gehen wir den eingeschlagenen Weg gemeinsam und konsequent weiter: für den Opferschutz und für die Menschen in unserem Land."