Polizeikarriere

Vom Aspiranten zum Leutnant

Der Offiziersanwärter Christian Sandner absolvierte ein dreiwöchiges Praktikum bei der Polizei in Frankreich. Er nahm an einer Terrorübung teil, begleitete eine Beizjagd und besuchte eine Stadt, die nur für die Ausbildung von GSOD-Kräften errichtet wurde. Fotostrecke im unten angeführten Link.

Bezirksinspektor Christian Sandner absolvierte während der Grundausbildung für die Verwendungsgruppe "E1" ein Praktikum bei der Polizei in Frankreich. Er lernte die französischen Polizeieinheiten "Gendarmerie mobile" und – Compagnie Républicaine de Sécurité (CRS) kennen, die sich vorwiegend um den Großen Sicherheits- und Ordnungsdienst (GSOD) in Frankreich kümmern. Es gibt 108 Kompanien der "Gendarmerie mobile", die vorwiegend im ländlichen Bereich eingesetzt werden, und 61 Kompanien der CRS für den städtischen Raum.

Fahrt mit Panzerwagen und Terrorübung

Sandner lernte während seines Frankreichaufenthaltes den "Generale de la Gendarmerie Nationale" kennen, den Strategieverantwortlichen der Gendarmerie im Bereich GSOD, sowie einen Kommandanten der "Groupement Blindé de la Gendarmerie Nationale", der gepanzerten Einheit der Gendarmerie. Dabei stellte der österreichische Polizist bei einem Schießtraining und bei einer Fahrt mit einem Panzerwagen sein Können unter Beweis. Er besuchte die "DOPC – Direction de l’ordre public et de la circulation" in Paris, die wie die Einsatzabteilung der Landespolizeidirektion Wien für GSOD-Anlässe zuständig ist, sowie die Brigade d’intervention, die mit der Einsatzeinheit WEGA vergleichbar ist. Schließlich nahm Sandner in der ersten Woche seines Besuches als Beobachter an einer Terrorübung in einem der größten Spitäler von Paris (la Salpêtrière) teil, bei der neben unterschiedlichen Polizeieinheiten auch Feuerwehr, Rettung und Spitalspersonal beteiligt waren.

GSOD-Übungen und Beizjagd

Das Trainieren von Formationen sowie das Voranmarschieren und Räumen von Plätzen trainierten die Polizistinnen und Polizisten der 45. Kompanie CRS bei Sandners Besuch der CRS in Dijon. "Besonders beeindruckend war, dass bei diesen GSOD-Übungen Tränengasattrappen mit leichten Spuren von Tränengas verwendet wurden, und auch Rauchbomben und Bengalen, um ein möglichst realitätsgetreues Szenario üben zu können", sagte Sandner. "Die CRS übernimmt in Frankreich eine wichtige Rolle bei Terroranschlägen und tritt wegen ihrer Funktion als stehende Einheit auch als ‚Ersteinschreiter‘ auf."

Sandner begleitete in der zweiten Woche eine Beizjagd. "Wegen der Überpopulation an Feldhasen am Übungsareal der Gendarmerieschule werden Bussarde Und Habichte eingesetzt, um den Bestand zu regulieren." Auf Einladung des ehemaligen Attachés der französischen Gendarmerie in Wien, Colonel François Bertrand, konnte der österreichische Polizist auch Eindrücke von der École de Dijon, der Gendarmerieschule in Dijon, gewinnen.

Trainingsstadt und Bergretter

Saint-Astier und Lyon standen in der dritten Woche am Programm. Sandner besuchte das "CNEFG – Centre National d‘entrainement des Forces" in Saint-Astier, das nationale Ausbildungszentrum für GSOD-Einheiten der Gendarmerie. "Auf dem riesigen Areal ist eine Stadt aufgebaut, die nur für die Ausbildung der GSOD-Kräfte errichtet wurde", sagt Sandner. "Jede Woche trainieren hier mindestens sechs Kompanien, das sind rund 600 Polizistinnen und Polizisten." Zur 45. CRS gehört auch die "CRS des Alpes" – Alpindienst, die in Grénoble stationiert ist. Dort lernte der Polizist aus Österreich die Berg- und Flugretter der CRS kennen. Der Bereich der Alpen rund um Grénoble wird sowohl von der CRS (Polizei) als auch von der Gendarmerie gesichert. "Besonders begeistert hat mich der Zusammenhalt in den Kompanien", sagt Sandner. "Nachdem die Polizistinnen und Polizisten immer gemeinsam stationiert sind und auch gemeinsam ihre Standorte verlegen, sie sind bis zu drei Monate im Jahr gemeinsam unterwegs, wachsen sie als Einheit sehr zusammen."

Vom Aspiranten zum Leutnant

Bezirksinspektor Christian Sandner trat 2004 der Wiener Polizei bei. Nach der Polizeischule kam er nach Wien-Ottakring, anfangs in die Polizeiinspektion Abelegasse, später in die Brunnengasse, die dorthin umsiedelte. Nach dem Dienstführenden-Kurs blieb er "seiner" Dienststelle treu. Im September 2015 begann er mit dem "E1-Kurs", dem Kurs für Polizeioffiziere, wo er in der Praxisphase Erfahrungen sammelte als Einsatzkommandant bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft 2017 in Wien und in einer Kommandofunktion im Bezirkspolizeikommissariat Mistelbach.

Christian Sandner absolvierte im Jänner 2018 das dreiwöchige Praktikum bei der Polizei in Frankreich. Organisiert wurde der Pariser Aufenthalt vom Attachébüro der französischen Botschaft in Wien gemeinsam mit der DCI (Directon de coopération internationale) des französischen Innenministeriums.

Seit 1. Februar 2018 ist Sandner Leiter des Verkehrsreferats im Stadtpolizeikommando Margareten in Wien. Mit 1. September 2018 darf der passionierte Triathlet den Dienstgrad "Leutnant" tragen.

Von Reinhard Leprich, BMI I/5-Onlineredaktion

Links:

Christian Sandner (li.) mit Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Terrorübung vom zuständigen Kommissariat.
Foto: ©  DOPC

Artikel Nr: 15764 vom Freitag, 20. April 2018, 10:50 Uhr
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