Verhalten bei Amok und Terror

BK-Direktor Franz Lang: Polizei ist besser und schneller, wenn sie auf vorbereitete Menschen trifft

"Jeder Zeitpunkt ist richtig, auf dieses Thema aufmerksam zu machen und sich auf solche Ereignisse vorzubereiten", sagt der Direktor des Bundeskriminalamts (BK), General Franz Lang, zu den vom Innenministerium präsentierten "Verhaltenstipps bei Amok und Terror".

"Die Polizei schafft es, die Menschen umfassend zu schützen", stellt der BK-Direktor klar. "Die Polizei schafft es aber besser und schneller, wenn sie auf vorbereitete Menschen trifft. Wir verlangen nicht, dass man sich täglich mit diesen Verhaltenstipps auseinandersetzt. Sinnvoll ist es aber, diese grundsätzlich gedanklich durchzuspielen, um wertvollen Sekunden im Falle eines Ereignisses zu gewinnen."

Es verhalte sich ähnlich, wie wenn bei einem Flug die Passagiere mit den Sicherheitshinweisen auf mögliche Risikosituationen vorbereitet werden. "Die Menschen sollen darüber nachdenken: Was ist überhaupt passiert? Wer ist davon betroffen? Was bedeutet das für mich? Und wie soll ich mich verhalten?", sagt Lang. "Sich gedanklich darauf vorzubereiten, was sind die Abläufe, wenn etwas passiert? Denn sich diese Gedanken erst beim Ereignis selbst zu machen, verschwendet sehr viel Zeit und bringt viel Konfusion", betont der BK-Direktor.

Intensiver Austausch mit Nachbarländern

In Österreich hätte es glücklicherweise noch kein größeres Ereignis auf diesem Gebiet gegeben, sagt Lang. "Wir haben alle Ereignisse, die in Europa passiert sind, sehr gut analysiert. Und der Austausch mit betroffenen Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Belgien, Deutschland oder der Schweiz ist sehr intensiv", sagt der BK-Direktor.

Eine Konstante war in allen Ereignissen erkennbar: "Für die Polizei ist es von großem Vorteil, wenn sich Menschen oder Menschengruppen planvoll und vorbereitet verhalten", sagt Lang. "Das gibt der Polizei auch viel größere Chancen, effektiver zu sein bei der Erstkontaktnahme mit Flüchtenden aus dieser Notsituation, aber auch bei der Organisation dieses Einsatzortes selbst."

Wie reagiert Franz Lang?

Ein Gedankenspiel: Franz Lang steht am Bahnsteig unter Menschen und wartet auf einen Zug. Ein lauter Knall ist am Bahnsteig zu hören. Wie reagiert Franz Lang?

"Ich nehme zunächst einen lauten Knall wahr. Wenn es sich dabei um eine Bombe handelt, dann wahrscheinlich sehe ich auch Rauch. Ich nehme vermutlich zunächst ein paar Sekunden Stille und dann Geschrei wahr", sagt Lang.

"In weiterer Folge antizipiere ich, was ist geschehen? Welche Gefahr besteht – für mich und auch für andere? Meine erste Reaktion, wenn ich mir sicher bin, es wird mir nichts mehr passieren, ich muss mich nicht mehr um mich selbst kümmern: Wie kann ich mich um andere kümmern? Da ist einmal der Notruf, den Einsatz der Rettungsorganisationen und der Polizei in Gang bringen. Und wenn diese Schritte möglichst schnell und planvoll gesetzt sind, dann ist das Allerwichtigste schon geschehen", sagt Lang.

Dokumente:

"Für die Polizei ist es von großem Vorteil, wenn sich Menschen oder Menschengruppen planvoll und vorbereitet verhalten", sagt BK-Chef Franz Lang.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 16189 vom Freitag, 7. September 2018, 17:21 Uhr
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