Innenministerium

Nehammer zu Sanierung des Palais Modena: "Zentraler Ort der österreichischen Geschichte"

Das Palais Modena – der Sitz des Innenministeriums in Wien – erfährt derzeit seine erste umfassende Restaurierung seit dem zweiten Weltkrieg. Der ORF nimmt dies zum Anlass für eine ausführliche Fernseh-Doku, bei der auch hochrangige Persönlichkeiten von damals und heute zu Wort kommen.

Das klassizistische Palais Modena wird derzeit zum ersten Mal seit der Gründung der Zweiten Republik umfassend saniert und restauriert. "Das Palais Modena ist ein Zeuge der Zeitgeschichte. Seine Sanierung ist ein Ausdruck der Verantwortung gegenüber jenen Menschen, die hier in schwierigen Situationen Herausragendes geleistet haben", sagte der Innenminister Karl Nehammer anlässlich der Bauarbeiten in dem ehrwürdigen Gebäude der Wiener Herrengasse.

Zeitgleich zu den Renovierungsarbeiten produziert ORF III im Rahmen der Sendereihe "Erbe Österreich" eine Dokumentation über die historischen Räumlichkeiten des heutigen Innenministeriums. Neben dem amtsführenden Innenminister kommen hier auch frühere Innenminister zu Wort: Einer dieser Akteure ist Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, der als Historiker Einblick in seine Zeit als Innenminister im Palais Modena geben wird. Auch die beiden Minister a.D. Karl Blecha und Karl Schlögl sind als Zeitzeugen Teil der Dokumentation des ORF.

In der von der Burghauptmannschaft als Erhalter dieses baukulturellen Erbes begleiteten Fernseh-Produktion wird gleichermaßen auf die geschichtsträchtigen Gemäuer und jene Personen eingegangen, die sie mit Leben erfüllen. Die Fernseh-Doku wird im kommenden Herbst präsentiert.

Zur Geschichte des Palais Modena

Anlässlich der Gründung der Republik Deutschösterreich 1918 wurde das Palais Modena Sitz der Staatskanzlei, der Vorläuferin des Bundeskanzleramts. Mit Inkrafttreten des Bundes-Verfassungsgesetzes 1920 zog das Bundesministerium für Inneres in das geschichtsträchtige Gebäude ein.

In Folge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 wurde auch das Innenministerium als solches aufgelöst. Das Palais Modena kam in den Besitz der Reichs-Polizeiverwaltung und wurde gegen Ende des Krieges bei einem Bombenangriff am 10. September 1944 stark beschädigt.

Nach der Wiederherstellung der Republik Österreich im Jahre 1945 zog das Innenressort zurück in das Palais Modena. Bis 1950 wurden die Bombenschäden beseitigt und der zerstörte Trakt wiederaufgebaut. Seit 1975 folgten Restaurierungsarbeiten und ab dem Jahr 2000 wurden die Hauskapelle, das Stiegenhaus, die Fassade, die Prunkräume und andere Gebäudeteile wiederentdeckt und restauriert.

Anfang dieses Jahres begannen umfangreiche Sanierungsarbeiten in den Prunkräumen der Beletage, welche vom Bundesministers und seinem Kabinett genutzt werden. Es handelt sich um die erste große Sanierung in der Zweiten Republik, diese soll noch bis Ende 2021 abgeschlossen werden.

Die beiden Minister a.D. Karl Schlögl (li.) und Karl Blecha (re.) mit Innenminister Karl Nehammer.
Foto: ©  BMI/Jürgen Makowecz
Das Palais Modena – der Sitz des Innenministeriums in Wien – erfährt derzeit seine erste umfassende Restaurierung.
Foto: ©  BMI/Karl Schober

Artikel Nr: 18747 vom Freitag, 18. Juni 2021, 07:39 Uhr
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