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Polizeigroßeinsatz wegen Amoklauf in Grazer Schule
Am Vormittag des 10. Juni 2025 kam es zu einem großen Polizeieinsatz in einer Grazer Schule in der Dreierschützengasse. Es wurde eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Am 11. Juni 2025 findet um 10 Uhr eine Schweigeminute statt.
Die Polizei war am Vormittag des 10. Juni 2025 mit einem Großaufgebot an Kräften im BORG Dreierschützengasse in Graz. Grund dafür waren mehrere Notrufe und Mitteilungen über Schüsse an der besagten Schule. Bereits wenige Minuten darauf kam es zu ersten Interventionen und einer Evakuierung durch die Polizei. Innerhalb von 17 Minuten war der Tatort großräumig gesichert, sodass den Rettungskräften der Zugang zum Schulgebäude ermöglicht werden konnte. Neben zahlreichen Polizeistreifen standen dabei auch Spezialkräfte der Schnellen Interventionsgruppe (SIG) sowie des Einsatzkommandos Cobra im Einsatz.
"Diese nationale Tragödie hat nach derzeitigem Stand neun Todesopfer und zwölf teils Schwerverletzte gefordert. Der zehnte Tote ist der Amokläufer selbst. Ich kann bestätigen, dass es sich um einen Einzeltäter handelte", informierte Innenminister Gerhard Karner. Der mutmaßliche Täter soll nach der Tat Suizid begangen haben. Die verletzten Personen werden aktuell in umliegenden Krankenhäusern der medizinisch versorgt. Drei der Verletzten sollen sich aufgrund schwerer Schussverletzungen nach wie vor in kritischem Zustand befinden. Mehr als 300 Polizeikräfte standen im Einsatz.
Von Einzeltäter auszugehen
Die Hintergründe dieser Straftat sind noch Gegenstand laufender Ermittlungen des Landeskriminalamtes (LKA) Steiermark. Aktuellen Erkenntnissen zufolge ist von einem Einzeltäter auszugehen. Der 21-jährige Österreicher aus dem Bezirk Graz Umgebung dürfte die betroffene Schule in der Vergangenheit selbst besucht, jedoch nicht abgeschlossen haben. Bei der Tat dürfte er zwei legal besessene Schusswaffen verwendet haben. Sie wurden am Tatort sichergestellt und werden in der Folge kriminaltechnisch untersucht. Neben einer umfassenden Spurensicherung finden in der Folge auch zahlreiche Befragungen und Vernehmungen statt.
Stimmen aus der Politik
Bundeskanzler Christian Stocker rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Zudem wird österreichweit am 11. Juni 2025 eine Schweigeminute um 10 Uhr abgehalten. "Schulen müssen Orte des Friedens bleiben – Orte in denen Kinder wachsen und lernen können", ergänzte der Bundeskanzler.
"Die Steiermark trauert heute. Das grüne Herz weint. Eine unfassbare Tragödie, die mir als Landeshauptmann und als Vater sehr nahegeht. Ich danke der Polizei, dem Roten Kreuz und dem Kriseninterventionsteam des Landes", betonte Landeshauptmann Mario Kunasek.
"Die heutige Tat zeigt, wie wichtig Präventionsmaßnahmen in Schulen sind. Der Verfassungsschutz und die Kriminalpolizei setzten in der Vergangenheit bereits Schwerpunkte, die ausgeweitet werden", sagte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Franz Ruf.
"Wir werden natürlich alles daran setzen, die Hintergründe der Tat aufzuklären und wir werden zusammenstehen – das sind wir den Opfern und den Hinterbliebenen schuldig", betonte Staatssekretär Jörg Leichtfried.
"Die Schule muss ein sicherer Ort für alle sein, wo sich Schülerinnen und Schüler entfalten können. Jeder, der nach der heutigen Tat Hilfe braucht, soll Hilfe bekommen", sagte Bildungsminister Christoph Wiederkehr.
Unterstützung von Betroffenen oberste Priorität
Für die Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen stehen zahlreiche Kriseninterventionsteams im Einsatz. Neben Anlaufstellen vor Ort wurde auch umgehend eine Hotline für Betroffene im Innenministerium unter 059133/8400 eingerichtet. Zudem ersucht die Polizei, vorhandene Fotos und/oder Videos zum Schutz von Opfern, Angehörigen und den laufenden Ermittlungen nicht zu veröffentlichen – insbesondere via Social Media. Vorhandende Bild- bzw. Videoaufnahmen können jedoch die Ermittlungen unterstützen, weshalb hierfür eine eigene Uploadplattform eingerichtet wurde.