GEMEINSAM.SICHER

"Dialog-Café" in Greißlerei: Eine GEMEINSAM.SICHER-Reportage

Seine Meinung ist gefragt, sie ist unter anderem dort gefragt, wo Menschen von der Corona-Pandemie belastet sind. Es ist der 7. Juni, 13 Uhr. Der Polizist Gerald Buchebner begegnet im Alsergrunder "Walletschek" Menschen und ihren Problemen.

"Die Themen, warum Menschen mit mir reden wollen, sind bunt gemischt", sagt der Polizist Gerald Buchebener und erklärt: Es gehe um Nachbarschaftsprobleme, Lärmbelästigungen, Anrainer-Parkraum, wie das mit der Kurzparkzone sei oder was man gegen aggressive Bettler tun könne. "Auch Sorgen, wie es in der Schule weitergeht, werden an mich herangetragen, oder Mietvertragsprobleme – und immer wieder Fragen zur Corona-Pandemie." Es gehe um die wirklichen Probleme der Menschen, sagt er.

"Dialog-Café" in der Greißlerei Walletschek

Die Menschen im neunten Wiener Gemeindebezirk kommen zu Gruppeninspektor Gerald Buchebener, sie kommen in das Café "Walletschek" am Sobieskiplatz, weil sie Fragen zu Themen haben, auf die sie sich Antworten erhoffen. Sie nehmen den Gehweg, nehmen die Anfahrt in Kauf, weil sie Gehör finden und sich verstanden fühlen. Weil sie gemeinsam mit ihm, dem Sicherheitsbeauftragten der Polizeiinspektion Boltzmanngasse, im Rahmen der Initiative "GEMEINSAM.SICHER aus der Krise" an der Lösung von Problemen arbeiten wollen.

Buchebner, seit 1985 bei der Wiener Polizei, ist ein "Urgestein" in Wien Alsergrund. Er sei "schon immer im Neunten", sagt er, bei der Initiative GEMEINSAM.SICHER von Anfang an dabei. "Und einer der wahrscheinlich engagiertesten und besten Sicherheitsbeauftragten im Stadtpolizeikommando Josefstadt", hebt Chefinspektor Karl Friedrich Sazawa hervor, Kommandant der Polizeiinspektion Boltzmanngasse. Warum er das ist, begründet der Kommandant so: "Weil er wie geschaffen ist, ‚Grätzl-Polizist‘ zu sein, weil er sich kleiner und großer Probleme der Menschen annimmt, und weil er das mit so großer Leidenschaft macht, dass er diese Tätigkeit seiner längst verdienten Pension vorzieht."

Mit Verständnis und Argumenten

Das sogenannte "Dialog-Cafe" im Rahmen der Initiative "GEMEINSAM.SICHER aus der Krise" findet einmal im Monat statt, immer in unterschiedlichen Lokalen. "Mit COVID-19 war das allerdings nicht möglich", sagt Buchebner. Auf die Frage, worum es bei der Initiative gehe, sagt der Polizist: Es gehe um die Nähe zur Bürgerin, zum Bürger. Es gehe darum, zuzuhören. Es gehe darum, mit einfühlsamem Umgang ein vertrauensvolles Gespräch aufzubauen. Es gehe darum, dieses vielleicht unangenehme Gefühl der Menschen, mit einem uniformierten Polizisten zu reden, diese unsichtbare Distanz, so schnell wie möglich zu überwinden.

Sich auf Probleme der Menschen einlassen, um Ängste abzubauen

"Die Initiative ‚GEMEINSAM.SICHER‘ ist gerade nach der Corona-Pandemie besonders wichtig, da der Bedarf an einem gesteigerten Sicherheits- und Wohlgefühl der Menschen vermutlich so groß wie nie ist", sagt Oberst Werner Matjazic, Stadtpolizeikommandant in der Josefstadt. "Grundsätzlich geht es ja darum, sich auf die Probleme der Menschen einzulassen und zu versuchen, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten." Und wenn die Bevölkerung das Gefühl habe, an der Gestaltung der öffentlichen Sicherheit mitwirken zu können, verbessere sich das Sicherheitsgefühl der Menschen, ergänzt der Stadtpolizeikommandant. "Und ganz bestimmt werden dabei auch Ängste abgebaut."

(RGL)

"Die Themen, warum Menschen mit mir reden wollen, sind bunt gemischt", sagt der Polizist Gerald Buchebener.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer
Chefinspektor Karl Friedrich Sazawa: "Gerald Buchebener ist wie geschaffen, ‚Grätzl-Polizist‘ zu sein."
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 18732 vom Freitag, 11. Juni 2021, 12:05 Uhr
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