Asylwesen
Asylstatistik Oktober 2025: Niedrigste Antragszahlen seit Sommer 2020
Von Jänner bis Oktober 2025 gingen die Asylanträge im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent zurück. Österreich liegt bei den Rückgängen der Asylanträge im europaweiten Vergleich weiterhin über dem Durchschnitt.
Wie bereits seit vielen Monaten ist die Anzahl der Anträge auf internationalen Schutz auch im Oktober 2025 stark rückläufig: Im Oktober 2025 wurden lediglich 1.293 Asylanträge eingebracht, das ist der niedrigste Wert seit mehreren Jahren. Von Jänner bis Oktober registrierte das Innenministerium (BMI) 14.325 Asylanträge. Das beschreibt einen statistischen Rückgang der Anträge um ca. 34 Prozent zum Vergleichszeitraum 2024 (damals 21.592 Anträge).
Lediglich 5.916 Asylanträge (rund 41 Prozent) davon sind originäre, also neu eingebrachte Ansuchen. Bei den übrigen Anträgen handelt es sich um Folgeanträge. Folgeanträge werden von Menschen beantragt, die bereits einen Schutzstatus haben und aus unterschiedlichen Gründen erneut um einen solchen ansuchen, z. B. Frauen aus Afghanistan, die bisher subsidiären Schutz hatten und nun einen Asylfolgeantrag stellen. Die meisten Anträge stammten von syrischen Staatsangehörigen (359), jedoch entfiel der Großteil auf in Österreich geborene Kinder (220).
Der Familiennachzug kam praktisch zum Stopp: Erfolgten im Oktober 2024 noch 384 tatsächliche Einreisen über den Familiennachzug, waren es im Oktober 2025 neun tatsächliche Einreisen.
Für Innenminister Gerhard Karner ist diese positive Entwicklung aber auch Zukunftsauftrag: "Die illegale Migration nach Österreich konnte in den vergangenen beiden Jahren durch Verschärfungen massiv zurückgedrängt werden. Mittlerweile meidet die Schlepper-Mafia unser Land. Damit dies in Zukunft so bleibt, muss der Grenzschutz auch technisch und taktisch weiterentwickelt werden. Das Ziel dabei ist klar: die illegale Migration gegen Null drängen."
Abschiebungen und Entscheidungs-Statistik
Von den 11.738 Abschiebungen erfolgten 6.180 (53 Prozent) eigenständig, 5.558 (47 Prozent) zwangsweise. Unter den Abgeschobenen sind 50 Prozent strafrechtlich verurteilt. Bis Ende Oktober gab es 804 Dublin-Überstellungen, davon 100 Afghanen, 90 Algerier und 78 Syrer.
Bis Ende September wurden 26.284 Verfahren negativ beschieden oder eingestellt. 1.488 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und verließen Österreich während des Verfahrens. In 8.962 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt.
Keine Chance auf Asyl hatten im September Antragstellerinnen und Antragsteller aus Georgien (1,5 Prozent), Indien (1,7 Prozent) und Marokko (2 Prozent). Hier setzt das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl weiter auf Schnell- und Eilverfahren. Bis Ende September wurden 531 negative Entscheidungen innerhalb von 28 Tagen bzw. 72 Stunden in der ersten Instanz getroffen.
Blick ins europäische Ausland
In Europa (inkl. Schweiz & Norwegen) gab es 2025 bis Ende Oktober mit 682.915 Asylanträgen um 19 Prozent oder 157.163 weniger Anträge als im Vergleichszeitraum 2024 (840.078). Gestiegen sind die Anträge in Lettland (+27 Prozent) und Luxemburg (+4 Prozent). Gesunken sind die Anträge in den meisten anderen Staaten. Hervorzuheben sind Bulgarien (-71 Prozent), Zypern (-59 Prozent), Rumänien (-53 Prozent), Deutschland (-32 Prozent), die Niederlande (-28 Prozent) und Italien (-18 Prozent).
In Österreich zeigen sich die Anträge im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls reduziert (-34 Prozent). Hochgerechnet auf die Bevölkerung liegt Österreich in der europaweiten Statistik auf dem elften Platz. Bei den absoluten Zahlen liegt Österreich hinter den Niederlanden, der Schweiz und Belgien und vor Polen und Irland EU-weit an neunter Stelle.
Auflösung der Asylregistrierungsdienststelle Schattendorf
In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Maßnahmen im Kampf gegen die illegale Migration und die Schleppermafia gesetzt. Dadurch ist es kontinuierlich gelungen, die illegale Migration zu reduzieren. Die Schleppermafia meidet nunmehr Österreich und seine Grenzen. Waren es im Oktober 2022 noch knapp 15.000 Aufgriffe an der Grenze im Burgenland, sind im gesamten Oktober 2025 nur mehr rund 180 illegale Fremde aufgegriffen worden. Lediglich ein Viertel der im Burgenland in diesem Jahr aufgegriffenen Personen (etwa 2.700 seit Jahresbeginn) stellte einen Asylantrag. Die Übrigen wurden zum Verlassen des Bundesgebietes verhalten.
Der massive Rückgang zeigt sich auch in der Kalenderwoche 46: Während es 2022 noch zu mehr als 1.900 Aufgriffen kam, waren es 2025 34 Aufgriffe. Diese Zahlen zeigen klar: Die Schlepperrouten konnten auch im Osten Österreichs verdrängt werden, vor allem an die sogenannte Balkan-Küstenroute. Maßnahmen wie die Operation Fox auf ungarischem Staatsgebiet sind Teil eines Maßnahmenbündels, das in einem neuen Grenzschutzkonzept weiterentwickelt werden wird.
Grundversorgung: Einsparungen und Arbeitspflicht
Aktuell befinden sich 54.702 Menschen in Grundversorgung, davon 1.326 Menschen in Bundesbetreuung. Der Großteil – mehr als 30.000 – sind Kriegsvertriebene aus der Ukraine. Zu Jahresbeginn 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in der Grundversorgung.
Durch den Rückgang sind auch Einsparungen möglich. Alleine die Zahl der Bundesquartiere konnte in den vergangenen beiden Jahren von mehr als 30 auf aktuell acht gesenkt werden.
Die Arbeitspflicht für Asylwerber in den Bundesgrundversorgungseinrichtungen wurde Mitte Juli 2024 eingeführt. Bisher wurden rund 500.000 Stunden geleistet. Diese Arbeitsstunden tragen zu Einsparungen im Asylbereich bei, sowohl für Einrichtungen des Bundes als auch auf Ebene der Gemeinden.