Rekrutierung

Fahrplan in die Zukunft

Aufwind spürt das Innenministerium derzeit bei den Bewerberzahlen für den Polizeiberuf – so begehrt waren die Stellen lange nicht. Die neuen Maßnahmen zeigen Wirkung.

Im harten Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt hat sich das Innenministerium mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen eine starke Position erarbeitet: Die Bewerbungen am Polizeiberuf haben sich in diesem Jahr verdreifacht. Bewerberinnen und Bewerber für die Polizei können unkompliziert per WhatsApp oder Signal Kontakt aufnehmen und sich online anmelden. Die Terminvergabe für den ersten Testtag erfolgt unmittelbar. Die Polizei hat das Auswahlverfahren modernisiert. Die Richtlinien bei Tätowierungen wurden angepasst, auch kleine sichtbare Tätowierungen sind kein Hindernis mehr.

Die Polizeischülerinnen und Polizeischüler erhalten im ersten Jahr seit heuer ein höheres Gehalt, im ersten Jahr stehen 140 Euro netto mehr auf dem Gehaltszettel. Zudem gibt es ein Gratis-Klimaticket und einen Kostenersatz für den Führerschein. Die Ausbildung beinhaltet neue Module zur Bekämpfung der Internetkriminalität und es gibt mehr Sportstunden.

Bei der Werbung von Nachwuchskräften sind die 32.000 Polizistinnen und Polizisten die wichtigsten Ansprechpartner. Rund 45 der Polizeischüler sagen, dass sie durch ein persönliches Gespräch mit Polizisten auf den Beruf aufmerksam gemacht wurden. Deshalb wird diese Schiene durch ein Prämiensystem gestärkt – für die erfolgreiche Anwerbung gibt es 1.000 Euro. Die Werbekampagne des Innenministeriums facht das Interesse am Polizeiberuf zusätzlich an. Die Polizei – ein starkes Team, ein starker Job. Die Rekrutierungskampagne mit dem Slogan "Ich kann’s werden" nutzt Straßenbahnen, U-Bahnen, Busse, Plakatwände, Flyer und Folder, Social-Media-Kanäle und die eigene Polizeikarriere-Homepage. Getragen wird sie von echten Polizistinnen und Polizisten aus allen Bundesländern. Sie geben Einblicke in ihren Alltag und erzählen über ihre Erfahrungen bei Amtshandlungen. Es sind viele Wege, um jungen Menschen Lust auf den Polizeiberuf zu machen.

Der Blick hinter den Vorhang

An der Kampagne arbeiten Online- und Videoredakteure der Öffentlichkeitsarbeit des Innenministeriums. Dabei ist der Tiktok-Kanal "Die Polizei" eine wichtige Plattform, um junge Leute zu erreichen. Hier werden laufend Videos mit Szenen aus dem Polizeialltag veröffentlicht. Polizistinnen und Polizisten erzählen über ihre Arbeit, über ihre Erfahrungen, über die Kampagne. Knapp 60.000 Fans zählt der Kanal, die reichweitenstärksten Videos werden bis zu zwei Millionen Mal aufgerufen. Bei einem Erfahrungsaustausch mit der Polizei Nordrhein-Westfalen in Deutschland wurde die Tiktok-Präsenz der österreichischen Polizei als Vorzeigebeispiel genannt.

Auch die Beiträge auf Instagram sind beliebt. 154.000 Fans mit knapp 800.000 Interaktionen im Jahr sprechen eine klare Sprache. Youtube und Facebook spielen ebenfalls eine Rolle beim Anwerben neuer Polizistinnen und Polizisten: mit 223.000 Fans und 1,83 Millionen Interaktionen im Jahr. Kommentare werden beantwortet, in Social Media-Tonalität, an jedem Tag in der Woche, rund um die Uhr. Die Reaktionen aus der Social Media-Community sind durchwegs positiv: "Nächstes Monat bin ich hoffentlich schon beim Auswahlverfahren" – "Irgendwann werde ich ein Teil von euch sein", – "Top Werbung, bin selbst seit 25 Jahren dabei, es ist noch immer mein Traumberuf" – "Bewundernswert, dass ihr auf viele Kommentare antwortet".

Die Antworten im Faktencheck

Ein Faktencheck belegt, dass die Arbeit hinter den Kulissen und die Adaptierungen beim Polizei-Aufnahmeverfahren eine Beschleunigung bei den Bewerberzahlen brachten: Zum Start der Ausbildung im Juni 2023 bewarben sich knapp 1.100 junge Frauen und Männer, für den Start im Dezember 2023 gibt es mehr als 3.200 Bewerberinnen und Bewerber. Rund 2.300 Frauen und Männer befinden sich derzeit in der Polizeigrundausbildung, ein Drittel davon Frauen. Die Entwicklung zeigt sich auch beim Personalstand: 2015 gab es 27.900 Bedienstete, 2017 waren es 29.000, 2019 mehr als 30.000 und aktuell sind es 32.000 Polizistinnen und Polizisten - ein Höchststand beim Polizeipersonal.

Die Rekrutierungskampagne mit dem Slogan "Ich kann’s werden" nutzt unter anderem Straßenbahnen.
Foto: ©  BMI/Oliver Senger
Getragen wird die Kampagne von echten Polizistinnen und Polizisten aus allen Bundesländern.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer
Filmaufnahmen für die Kampagne.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer
Kameraeinstellungen müssen gecheckt werden.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 26257 vom Dienstag, 24. Oktober 2023, 06:46 Uhr
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