Innenministerium

Nehammer: Zahl der Präventionsbeamten wird aufgestockt

Nach dem jüngsten Mord an einer Frau in Wien fand am 3. Mai 2021 ein Sicherheitsgipfel im Innenministerium statt. Ziel des Gipfels war, schnellstmöglich ein Maßnahmenpaket zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schließen.

Innenminister Karl Nehammer, Frauenministerin Susanne Raab und Justizministerin Alma Zadic informierten am 3. Mai 2021 im Innenministerium zu einem Sicherheitsgipfel nach dem jüngsten Mord an einer Frau in Wien. "Künftig sollen die Fallkonferenzen verstärkt und die Tatmotive besser durchleuchtet werden", sagte der Innenminister. "Außerdem wird die Zahl der 800 speziell ausgebildeten Präventionsbeamten in den Polizeiinspektionen erhöht." Wichtig sei insbesondere, dass sich jede Frau, die von Gewalt betroffen sei, an die Polizei wende, betonte Nehammer. "Die Morde an Frauen in diesem Jahr zeigen vor allem eines: nur in einem von insgesamt neun Fällen wurde die Polizei verständigt." Auch der Datenaustausch zwischen den Organisationen müsse verbessert werden, betonte der Innenminister. "Die notwendige gesetzliche Anpassung wird so rasch wie möglich umgesetzt."

Die Motive der Täter müssten besser beleuchtet werden, sagte Frauenministerin Susanne Raab. Psychische Störungen oder Alkohol- und Drogenmissbrauch bzw. Machtphantasien und Eigentumsdenken könnten Faktoren sein, die zu Gewalt führen, ergänzte Raab. Deshalb werde eine qualitative Untersuchung aller Tötungsdelikte an Frauen in den vergangenen zehn Jahren in Auftrag gegeben.
Staatsanwaltschaften würden noch besser mit Opferschutzeinrichtungen vernetzt werden, betonte Justizminister Alma Zadic. Zudem sollen angehende Richter und Staatsanwälte im Rahmen ihrer Ausbildung eine Schulung bei Opferschutz- oder Fürsorgeeinrichtungen absolvieren.

Bei einem runden Tisch zum Thema "Gewaltschutz" sollen in der kommenden Woche auch Opferschutzeinrichtungen eingeladen werden.

Ziel des Sicherheitsgipfels am 3. Mai 2021 war, schnellstmöglich ein Maßnahmenpaket zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schließen.
Foto: ©  BMI / Jürgen Makowecz

Artikel Nr: 18633 vom Montag, 3. Mai 2021, 19:28 Uhr
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