Gewaltschutz

Nehammer: Gewalt in der Privatsphäre geht uns Alle an

Am 23. November 2021 fand im Bundeskriminalamt der zweite Gewaltschutzgipfel unter dem Motto "Gemeinsam gegen Gewalt" statt. Dabei vereinbarten Frauenministerin Susanne Raab und Innenminister Karl Nehammer, die Kooperation mit Gewaltschutzzentren weiter zu verstärken.

"Wir stehen am Beginn der internationalen Initiative '16 Tage gegen Gewalt'. Diese Initiative hat das Ziel, besonders vulnerable Gruppen in den Vordergrund zu stellen. Für alle, die sich gegen Gewalt in der Privatsphäre einsetzen, ist das natürlich ein Thema, das jeden Tag des Jahres präsent ist. Von der Polizei bis zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Frauenhäuser gibt es viele engagierte Akteure, die mit dem Gewaltschutzgipfel noch enger vernetzt werden", sagte Innenminister Karl Nehammer anlässlich des zweiten Gewaltschutzgipfels am 23. November 2021 in Wien.

Innenminister Karl Nehammer und Frauenministerin Susanne Raab unterzeichneten gemeinsam mit der Vorsitzenden des Dachverbandes Gewaltschutzzentren, Marina Sorgo, eine Kooperationsvereinbarung. "Das zu Ende gehende Jahr hat auch im Gewaltschutz große Herausforderungen mit sich gebracht, weswegen es mich freut, in Zukunft noch enger mit dem Dachverband der Gewaltschutzeinrichtungen zusammenarbeiten zu dürfen", unterstrich Nehammer. Besonders bei der Mitwirkung zur Aus- und Weiterbildung von Polizistinnen und Polizisten sei der Dachverband ein wichtiger Partner.

Kooperation mit Gewaltschutzzentren

Das Kooperationsabkommen soll ein enges Netz zwischen der Exekutive, den Gerichten, der Kinder- und Jugendhilfe sowie den Gewaltschutzzentren knüpfen. Die Übermittlung der Betretungs- und Annäherungsverbote ist ein Kernstück der Kooperation zwischen den Gewaltschutzzentren und der Polizei. Nach Betretungs- und Annäherungsverboten können alle Opfer von Gewalt erreicht und unterstützt werden, auch wenn sie bislang keinen Kontakt zu Beratungseinrichtungen hatten.

Darüber hinaus spielt die Kooperation für die Aufdeckung von Misshandlungen, für den koordinierten Verlauf der Unterstützung von Opfern und zur Prävention erneuter Gewalttaten eine entscheidende Rolle. Besonders Hochrisikofälle, bei denen es um lebensbedrohliche Dynamiken geht, können so rascher sichtbar werden und mit spezifischen Sicherheitsmaßnahmen begleitet werden, die institutionenübergreifend erarbeitet wurden. Auch besteht nun von Seiten der Gewaltschutzzentren die Möglichkeit, eine sicherheitspolizeiliche Fallkonferenz anzuregen. Darüber hinaus soll es jährliche Kooperationstreffen unter Einbindung der besonders geschulten Präventionsbediensteten geben.

Rückblick und Ausblick Gewaltschutz

"Wir konnten in diesem Jahr das größte Gewaltschutzpaket der Geschichte mit knapp 25 Millionen Euro schnüren", sagte Nehammer. Am 1. September 2021 nahmen die Beratungsstellen für Gewaltprävention ihren Betrieb auf, bei denen in den ersten beiden Monaten rund 2.000 Gefährder einer verpflichtenden Betreuung absolvieren mussten. Die Zahl der Präventionsbeamtinnen und -beamten wurde von 500 auf 800 erhöht und seit April 2020 laufen durchgehend Informationskampagnen zur Sensibilisierung bei Gewalt in der Privatsphäre. 2021 wurden bisher rund 12.100 Betretungs- bzw. Annäherungsverbote ausgesprochen, das sind um rund 1.400 mehr als im selben Zeitraum 2020.

Seit dem 1. Juli 2021 wurde von der Landespolizeidirektion Wien ein 24/7-Support für die vor Ort einschreitenden Bediensteten eingeführt. Nach vielen positiven Erfahrungen soll diese Unterstützung auf alle Bundesländer ausgerollt werden. Eine großangelegte Untersuchung zum Dunkelfeld bei Gewalt in der Privatsphäre wurde in Auftrag gegeben und soll noch vor den Weihnachtsfeiertagen vorliegen.

"Es gibt viele engagierte Akteure, die mit dem Gewaltschutzgipfel noch enger vernetzt werden sollen", sagte Innenminister Karl Nehammer.
Foto: ©  BMI/Karl Schober
Frauenministerin Susanne Raab.
Foto: ©  BMI/Karl Schober
Die Vorsitzende des Dachverbandes Gewaltschutzzentren, Marina Sorgo.
Foto: ©  BMI/Karl Schober

Artikel Nr: 19163 vom Mittwoch, 24. November 2021, 13:32 Uhr
Reaktionen bitte an die Redaktion

Share Facebook
Share Twitter

Zurück

Presse und Medien

 
Keine Termine gespeichert