Lebensretter
Menschen aus Gefahr gerettet
Fünf Polizistinnen und Polizisten aus zwei Landespolizeidirektionen und zwei Privatpersonen wurden für ihre lebensrettenden Einsätze von Innenminister Gerhard Karner am 7. Juni 2024 in Wien geehrt.
Innenminister Gerhard Karner mit den Geehrten: Anita Blauensteiner, Judith Hofbauer, Stefan Strohmaier, Alfred Baumschlager, Hellmuth Koch, Stefan Auner, Philipp Öhner, Bernhard Treibenreif, Direktor des Einsatzkommandos Cobra/DSE
© BMI/Jürgen Makowecz
Ein derart selbstloser Einsatz – auch unter Gefährdung der eigenen körperlichen Sicherheit – ist alles andere als selbstverständlich. Sie haben dadurch den betroffenen Menschen einen zweiten Geburtstag geschenkt. Dafür darf ich meinen Dank und tief empfundenen Respekt zum Ausdruck bringen“, sagte Innenminister Gerhard Karner bei der Ehrung der Lebensretter in Wien. Er überreichte ihnen die „Goldene Medaille am roten Bande für Verdienste um die Republik Österreich“. Diese Auszeichnung wird an Menschen vergeben, die eine lebensrettende Tat unter Einsatz des eigenen Lebens gesetzt haben („Lebensrettermedaille“).
Kärnten: Person aus Draufluss gerettet. Die Inspektoren Philip Öhner und Stefan Auner bemerkten am 29. März 2024, wie ein junger Mann von der Friedensbrücke in Villach-St. Magdalen in die Drau sprang. Öhner sprang ins kalte Wasser und schwamm mit einer Rettungsweste zu dem am Wasser treibenden Mann. Er erreichte den ihn in der Flussmitte und schwamm mit ihm zum nordseitigen Ufer. Auner schwamm ihm ohne Rettungsweste entgegen und half, den Regungslosen an die Uferböschung zu bringen. Dort warteten weitere Polizisten und Feuerwehrleute, um den Mann an Land zu ziehen. Die beiden Beamten mussten ebenfalls aus dem Wasser gezogen und über die steile Böschung in Sicherheit gebracht werden. Sie wurden mit wärmenden Decken versorgt und ins Landeskrankenhaus Villach gebracht.
Gerhard Karner: „Derartige Einsätze unter Gefährdung der eigenen körperlichen Sicherheit sind nicht selbstverständlich.“
© BMI/Gerd Pachauer
Kärnten: 16-Jährige aus brennendem Haus gerettet. Kontrollinspektor Alfred Baumschlager und Revierinspektor Christian Lackner nahmen am 15. Jänner 2024 an einer Besprechung im Kulturhaus in Seeboden am Millstätter See teil, als plötzlich eine Sirene ertönte. Die beiden sahen, dass ein naheliegendes Haus in Flammen stand. Zusammen mit Hellmuth Koch, einer Privatperson, rannten sie zum Haus und versuchten, in das Gebäude zu gelangen. Baumschlager trat die Haustür ein und hörte Schreie aus dem Obergeschoß. Mit einem Feuerlöscher gelang es ihm und Koch, in den oberen Stock vorzudringen. Dort fanden sie ein 16-jähriges Mädchen, das sie aus dem Haus brachten und retteten.
Steiermark: Bewusstlose Person aus brennendem Auto gerettet. Revierinspektor Stefan Strohmaier und Inspektorin Anita Blauensteiner wurden bei einer Schwerverkehrsstreife auf der A2 im Gemeindegebiet Seiersberg-Pirka am 22. Februar 2024 auf einen Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Reisebus aufmerksam. Der Pkw stand in Flammen. Während Strohmaier zum Feuerlöscher griff, forderte Blauensteiner per Funk über die Landesleitzentrale weitere Einsatzkräfte an. Mit Unterstützung eines ungarischen Fahrgastes gelang es Strohmaier, den Brand einzudämmen. Trotz starker Rauchentwicklung bemerkten die beiden Polizisten einen bewusstlose Mann im Fahrzeug. Sie zogen ihn aus dem Auto, überprüften seine Vitalfunktionen und brachten ihn in die stabile Seitenlage. Der Verletzte wurde vom Rettungsdienst ins Landeskrankenhaus Graz gebracht.
Wien: Mädchen aus Donau gerettet. Judith Hofbauer hielt sich am 2. Juni 2023 mit Freunden in der Piratenbucht im 22. Wiener Bezirk auf. Sie beobachtete zwei Kinder, die alleine am Ufer spielten. Später bemerkte Hofbauer, dass nur noch eines der beiden Mädchen an der Uferböschung saß und ins Wasser starrte. Sie näherte sich dem Mädchen und sah Haare auf der Wasseroberfläche treiben, die plötzlich im Wasser verschwanden. Hofbauer lief ins Wasser und zog das Mädchen heraus. Ein weiterer Passant bemerkte den Vorfall und eilte zu Hilfe. Gemeinsam retteten sie das bewusstlose Mädchen aus dem Wasser. Eine Person begann mit der Reanimation. Nach kurzer Zeit kam das Mädchen wieder zu Bewusstsein. Das eintreffende Rettungsteam übernahm die weitere Versorgung.
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 7-8/2024
Druckversion des Artikels (PDF 207 kB)