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  3. Frankreich

Frankreich

Höhe, Kälte, Klimawandel

Oberstleutnant Bertrand Host, Leiter der Hochgebirgsgendarmerie in Chamonix-Mont-Blanc, Frankreich, über die Herausforderungen bei den Einsätzen seiner Mannschaft im Gebiet des höchsten Berges der Alpen, des Mont Blanc.

Bertrand Host: „Es wäre riskant, einfach auf einen Knopf zu drücken und das Rettungsteam zu schicken.“
Bertrand Host: „Es wäre riskant, einfach auf einen Knopf zu drücken und das Rettungsteam zu schicken.“
© Privat

Die Hochgebirgsgendarmerie, die „Pelotons de Gendarmerie de Haute Montagne“ (PGHM), ist auf die Rettung und Bergung von Menschen in den Gebirgsregionen Frankreichs spezialisiert. Bei Unfällen untersuchen ihre Einsatzkräfte auch die Ursachen und Verantwortlichkeiten. Für die Bergrettung am Mont Blanc (4.806 m) ist die Einheit aus Chamonix-Mont-Blanc allein verantwortlich. Seit August 2021 leitet Oberstleutnant Bertrand Host die Einheit mit den beiden Stützpunkten in Chamonix-Mont-Blanc und in Annecy. Er begann seinen beruflichen Werdegang als Gebirgsjäger der Landstreitkräfte und wechselte später zur Hochgebirgsgendarmerie. Zu Bertrand Hosts Einheit gehören 57 Einsatzkräfte, davon eine Frau. Fast alle sind als Hochgebirgsführer ausgebildet. Sie bewältigen jährlich 1.800 Einsätze, darunter 50 bis 80 tödlichen Unfälle.

Was sind die größten Herausforderungen am Mont Blanc?
Bertrand Host: Herausfordernd ist vor allem die Höhe, die sich auf die Gesundheit auswirkt. Denn viele Alpinisten leiden auf 4.800 Metern unter dem Sauerstoffmangel, der zur Höhenkrankheit mit gewaltigen Kopfschmerzen führen kann. Daraus kann sich ein Lungen- oder Hirnödem entwickeln und es kann zum Tod führen. Wir retten oft Alpinisten, die plötzlich unter einer extremen Erschöpfung leiden und nicht mehr absteigen können. Wenn man sich bei Minus 40 Grad Celsius auf dem Gipfel des Mont Blanc befindet, kann man auch ohne Verletzung sterben.
Außerdem verändern sich die Gletscher durch den Klimawandel. Auf einem schmelzenden Gletscher sind viele Gletscherspalten nicht mehr von hartem Eis umgeben. Es kann ein instabiles Gemenge aus Schlamm, Eis und Steinen sein. Doch wenn da nichts Stabiles ist, wird die technische Rettung kompliziert, weil wir uns irgendwo befestigen müssen. Und das Wetter kann bei einem Rettungseinsatz in den extremen Höhen einen zweiten Anflug des Hubschraubers unmöglich machen. Wenn wir uns dann an einer falschen Position absetzen lassen, kann die Verlegung eine Stunde oder mehr dauern, wenn der Helikopter uns nicht wieder aufnehmen kann. Nach dem Alarm muss man unbedingt jedes Detail der Situation analysieren, bevor man eine Rettung startet.

Retten Sie verunfallte Alpinisten nur mit dem Hubschrauber?
Die Mehrheit der Rettungseinsätze erfolgt per Hubschrauber. Er ist an seiner Basis nahezu ohne Beladung und man kann ihn dann je nach Erfordernis mit Mannschaft und Material bestücken. Aufgrund des abnehmenden Luftdrucks, der starken Winde und häufigen Wetterstürze ist es anspruchsvoll, mit dem Hubschrauber auf 4.800 Meter zu steigen. Wenn die Wettbedingungen den Hubschraubereinsatz nicht erlauben, steigen wir manchmal, unterstützt durch Sauerstoffflaschen, zu Fuß auf. Der Sauerstoff ist für unser rasches Aufsteigen wie für die Versorgung der Opfer nützlich.

Ab welcher Höhe wird es problematisch?

Bertrand Host: „Die richtig schweren Unfälle passieren sehr erfahrenen Leuten.“
Bertrand Host: „Die richtig schweren Unfälle passieren sehr erfahrenen Leuten.“
© Privat

Ab einer Höhe von 3.000 Metern muss man sofort nach der Alarmierung kalkulieren: Wie viele Rettungskräfte kann man gleichzeitig oder in mehreren Flügen hochfliegen? Welches Material benötigt man? Welche Risiken gibt es im Einsatzgebiet? Falls die Risiken für den Notarzt zu groß sind, nehmen wir ihn nicht mit oder setzen ihn woanders ab. Es wäre extrem riskant, einfach auf einen Knopf zu drücken und das Rettungsteam zu schicken.
Das ist gefährlich, denn eine Bergrettung ist immer mit knappen Ressourcen konfrontiert. Man kann mit einem Hubschrauber keine 30 Personen hochfliegen. Jede Einsatzkraft muss fähig sein, alles zu machen. Nicht unbedingt alles gleichzeitig – denn man kann ja zum Unfallort zurückkehren. Aber da sind zum Beispiel die Beurteilung der Lawine und die Schneebedingungen. Wenn man das nicht in dem Moment beurteilt, ändern sich die Bedingungen und sind nicht mehr die gleichen.

Gab es Einsätze, die entgegen jeglicher Erwartung gut ausgegangen sind?
Ja. Zwei Engländer stiegen auf den Gipfel des Mont Blanc und litten plötzlich an Sauerstoffmangel. Außerdem hatte sie ein heftiges Unwetter erwischt. Wir wussten nicht, ob wir intervenieren können. Wir wussten nur, dass sie sterben würden, wenn wir es nicht schafften. Unsere Einsatzkräfte sind mit der Bergbahn bis auf rund 2.400 Meter gefahren.
Sie gingen dann zu Fuß weiter. Sie stiegen ins Unwetter und kamen am letztgelagerten Biwak an. Ab da hatten sie eine Zeitspanne von wenigen Stunden, um die beiden Engländer zu retten. Das Wetterfenster war unsicher. Die Retter entschieden, zu den beiden vorzudringen. Sie wussten in dem Moment nicht, ob diese noch gehen konnten, was aber für eine Rettung absolut notwendig war. Sie entschieden sich trotz hoher Eigengefährdung loszugehen, auch wenn die Rettung äußerst ungewiss war.

Wie viele Retter waren unterwegs?
Sie waren zu sechst. Aber sogar zu sechst kann man auf dem Grad niemanden tragen. Wenn da einer ausrutscht, dann stürzen alle ab. Die Rettungskräfte erreichten die Engländer. Wie sie befürchtet hatten, konnte einer nicht mehr laufen. Umso dramatischer war es jetzt. Man würde ihn aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht retten können, während man den anderen herunterbringen konnte. Die Bergretter setzten ihm eine Sauerstoffmaske auf. Und schließlich hat er es wider Erwarten geschafft, wieder zu laufen. An dem Tag war man sehr pessimistisch gestartet, auch wenn man alles für die Rettung tat. Aber man hatte immer im Kopf, dass es für die beiden böse enden könnte – oder auch für alle. Und dann ist es gut ausgegangen. Wir hatten sehr eng anliegende Himalaya-Masken gehabt, die wir mit extrem leichten Schweizer Sauerstoffflaschen verbunden hatten. Diese Flaschen haben deutlich mehr Druck.

Was sind die Hauptursachen von Alpinunfällen?
Die richtig schweren Unfälle passieren sehr erfahrenen Leuten. Denn da sind die Berge mit ihren ureigenen Risiken, die man nicht mehr beherrscht. Man kann noch so sehr ein Profi sein. Manchmal passiert das, was passiert.
Nach den Unfällen müssen wir in der Lage sein, die Familien der Opfer zu empfangen. Denn die Familienmitglieder wollen verstehen, was passiert ist. Und da wir die Untersuchung gemacht haben, können wir ihnen erklären, welche Route der verunglückte Angehörige gegangen ist. Die Familien sind ungemein darauf angewiesen, um ihre Trauer zu verarbeiten, um zu verstehen, was passiert ist.

Wie entspannen Sie sich nach schwierigen Einsätzen?
Wir essen gemeinsam Pizza. Es ist sehr wichtig, sich nach einem Einsatz zu treffen. Aber das erste gemeinsame Treffen ist niemals ein Debriefing, denn dann sind die Personen noch innerlich im Einsatz. Eine Woche später sprechen wir über den Einsatz: Welche Schwierigkeiten hattet ihr? Was lief besser als sonst, hat euch Material gefehlt? Das kann auch ein Material sein, das nicht existiert und das man erst erfinden muss. Man kann auch ein biss­chen die Entscheidungsprozesse überdenken. Aber man darf nicht jedes Mal alles ändern. Also man stellt nicht jedes Mal alles in Frage, was man macht.

Gibt es eine Kooperation mit Österreich oder anderen Ländern?
Mit der Schweiz und Italien haben wir eine sehr enge Zusammenarbeit und einen Vertrag über gegenseitige Unterstützung im Gebirge. Wenn wir nicht intervenieren können, können sie es manchmal von der anderen Seite aus. Dann gibt es noch den ICAR-Kongress (International Commission for Alpine Rescue). Da ist auch Österreich beteiligt. Das Thema des letzten Jahres war der Klimawandel. Wir haben beispielsweise alpine Routen, die sich in gefährlicheren Lagen befinden. Man kann sagen, dass man vor allem in Moränengebieten – destabilisiert durch die Gletscherschmelze, durch Steinschlag, durch Bruch von Eisblöcken – neue Situationen antreffen wird.

Was ist das Schönste als Angehöriger der PGHM?
Das ist die Anerkennung der von uns geretteten Menschen, die zu uns kommen oder uns schreiben und sich bedanken. Es gibt auch Kinder, die uns schreiben: „Später mache ich es wie Ihr!“

Interview: Benedikt Haufs


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 7-8/2024

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