Bundeskriminalamt

Wissensvermittlung im Fokus

Das Büro 1.2 für Wissens- und Informationsmanagement, Aus- und Fortbildungen im Bundeskriminalamt wird nach der Umsetzung der Kriminaldienstreform 2.0 der zentrale kriminalpolizeiliche Bildungsanbieter.

Team des Büros 1.2 im Bundeskriminalamt: Andreas Petz, Christoph Dück, Christoph Calabek, Barbara Pusca, David Hausmann, Julia Skrbic, Albert Schuster
Team des Büros 1.2 im Bundeskriminalamt: Andreas Petz, Christoph Dück, Christoph Calabek, Barbara Pusca, David Hausmann, Julia Skrbic, Albert Schuster
© Armin Halm

Am neuesten Stand der Technik und am aktuellsten Wissensstand zu sein, ist im kriminalpolizeilichen Bereich essenziell. Um dies zu gewährleisten, ist das Büro für Wissens- und Informationsmanagement, Aus- und Fortbildungen unter der Leitung von Barbara Pusca im Einsatz. Die sieben Expertinnen und Experten sind neben der Planung, Durchführung, Koordinierung Qualitätssicherung und Evaluierung von kriminalpolizeilichen Fortbildungsmaßnahmen für die Betreuung des Kriminalistischen Leitfadens (KLF) sowie des Sharepoints im kriminalpolizeilichen Bereich zuständig. Das Büro ist zudem für Kripo-Fortbildungsmaßnahmen für die Landeskriminalämter, das Bundeskriminalamt sowie in bestimmten Belangen bis in die nachgeordneten Dienststellen federführend. So werden von den Bediensteten des Büros 1.2 auch Sachbearbeiterschulungen für jene Bediensteten der Landeskriminalämter durchgeführt, die neu in einem Ermittlungs- oder Assistenzbereich tätig sind.

Zentraler Bildungsanbieter.

Drei zentrale Organisationseinheiten waren in jeweils unterschiedlicher Form für die kriminalpolizeilichen Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen federführend. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten resultierten aus sich ändernden Organisationsstrukturen der vergangenen Jahre bzw. Jahrzehnte und sind historisch gewachsen.
Mit der Kriminaldienstreform werden diese Strukturen nun überarbeitet und Ressourcen gebündelt. Dadurch wird das Büro 1.2 der bundesweite, zentrale kriminalpolizeiliche Bildungsanbieter für kriminalpolizeiliche Fort- und Weiterbildungen. Mit der Sicherheitsakademie (SIAK) wird weiterhin eine enge Kooperation hinsichtlich der kriminalpolizeilichen Schwerpunktlegung, insbesondere in Bezug auf die Grundausbildungen, gepflegt.

Bildungsangebote im Bundeskriminalamt.

2023 wurden 159 Schulungen durchgeführt, an denen rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachgeordneter Dienststellen teilgenommen haben. 526 Bedienstete erhielten die Möglichkeit, an 383 Fortbildungsveranstaltungen im In- und Ausland teilzunehmen. Neben Präsenzvorträgen wurden Hybridveranstaltungen und Webinare angeboten, bei denen im vergangenen Jahr 894 Teilnehmer verzeichnet wurden.

Ausdehnung der Fachausbildung Kriminaldienst und Schwerpunkt Cybercrime.

Für das Büro 1.2 bedeutet die Rolle des zentralen Bildungsanbieters, dass durchgängige, aufeinander aufbauende und abgestimmte Bildungskonzepte bzw. -maßnahmen, vor allem hinsichtlich der Grundausbildung, erstellt werden müssen. Da die Fachausbildung Kriminaldienst (FAB-KD) im Zuge der Kriminaldienstreform von einem Monat auf zwei Monate ausgedehnt werden soll, muss das Curriculum neu konzeptioniert werden und einheitliche Vortragsunterlagen erstellt werden. Da Cybercrime ein stetig wachsendes Deliktsfeld darstellt, soll das Thema bereits in der polizeilichen Grundausbildung auf dem Lehrplan stehen.

Kriminalistischer Leitfaden: Infos rund um die Kriminalitätsbereiche, gespickt mit Kurzvideos, News und weiterführenden Links
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© BMI

Adaptierung der KDFR-Ausbildung.

Die Kriminaldienst-Fortbildungs-Richtlinie (KDFR) wurde aufgrund der zentralen Zuständigkeit des Büros 1.2 neu verlautbart: Darin werden die KDFR, die Fortbildungen in den Landeskriminalämtern, die Fortbildungen in Bezirks- und Stadtpolizeikommanden, die digitalen Fortbildungsmaßnahmen sowie das Bildungscontrolling beschrieben. Die KDFR ist eine berufsbegleitende Fortbildung für Bedienstete im Kriminaldienst der Landeskriminalämter sowie der OKD (außer Wien), jedoch nehmen auch Bedienstete des Bundeskriminalamts sowie der Sicherheitsakademie (SIAK) daran teil. Die Fortbildung findet grundsätzlich in Präsenz unter der Planung und Durchführung der KDFR-Verantwortlichen der Landeskriminalämter statt. Die KDFR für leitende Beamtinnen und Beamte fällt in die Zuständigkeit des Büros 1.2. In Folge der Kriminaldienstreform wird eine Adaptierung der Ausbildung angestrebt. So soll der dreijährige Zyklus, in dem jeder Bedienstete der Landeskriminalämter einmal an der für seinen Fachbereich vorgesehenen KDFR in Präsenzform teilnehmen muss, beibehalten werden, jedoch soll die KDFR um digitale Fortbildungsmaßnahmen ergänzt werden. So werden vom Büro 1.2 in Zusammenarbeit mit internen und externen Expertinnen und Experten verstärkt digitale Fortbildungsmaßnahmen, wie Webinare oder E-Learningtools, durchgeführt. Bei der jährlich stattfindenden KDFR-Konferenz werden zudem mögliche kriminalpolizeiliche Themen erhoben, die aufgrund der Aktualität in die Fortbildung mitaufgenommen werden. Durch den digitalen Charakter können so die Themen in alle Ebenen weitergetragen werden, was die Stärkung der Regionen bewirkt.

Moderner Wissenstransfer.

Um den Bediensteten schnell mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, wurde der Kriminalistische Leitfaden entwickelt und 2019 hinsichtlich technischer, funktionaler und inhaltlicher Betrachtung neu designt. Der KLF ist eine Plattform, die für alle Bediensteten des Bundesministeriums für Inneres online abrufbar ist und aktuelle Antworten sowie Informationen zu (kriminal-)polizeilichen Fragestellungen bietet. Hier trifft Wissenschaft auf Praxis: Neben Checklisten für die unterschiedlichen kriminalpolizeilichen Tätigkeitsfelder, finden sich auch viele Informationen rund um die Kriminalitätsbereiche, gespickt mit Kurzvideos, News und weiterführenden Links. Um die Informationen zielgruppenspezifisch besser aufzubereiten, ergänzt das Referat 1.2.1 Wissens- und Informationsmanagement die jeweiligen Kapitel etwa mit animierten Erklärvideos oder Mikrolearning-Sequenzen. Die Inhalte des KLF werden in enger Zusammenarbeit mit Fachexpertinnen und Fachexperten aus allen Organisationseinheiten erstellt. Zwischen 32.000 und 35.000 Bedienstete suchen im KLF jedes Monat nach Antworten oder wollen sich neues Wissen aneignen.

Von Sharepoint bis Newsletter.

Das Referat 1.2.1 ist für die Pflege der Sharepoint-Serverlandschaft im kriminalpolizeilichen Bereich zuständig. Dadurch ist es Bediensteten der Landespolizeidirektionen und Landeskriminalämter möglich, über die Organisationseinheiten hinaus, Informationen zu teilen und gemeinsam zu bearbeiten. Der Newsletter „Kiwarei trifft Wissenschaft“ wird ebenfalls von den zwei Mitarbeitern des Referats erstellt und 25-mal pro Jahr bundesweit versendet, um interessante und für den (kriminal-)polizeilichen Bereich relevante Studien kurz und bündig an die Kollegen weiterzugeben.

Romana Tofan


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 3-4/2024

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