Belgien

Im Zeichen der Diana

Sondergeschütztes Fahrzeug der DSU: Zur belgischen Sondereinheit gehören rund 575 Exekutiv- und Verwaltungsbedienstete.
Sondergeschütztes Fahrzeug der DSU: Zur belgischen Sondereinheit gehören rund 575 Exekutiv- und Verwaltungsbedienstete.
© Föderale Polizei Belgien/DSU

Die belgische Polizei-Sondereinheit DSU wurde vor 50 Jahren gegründet. Sie stellte den ersten Vorsitzenden des ATLAS-Netzwerks und verfügt über breite Anti-Terror-Expertise.

Ultima ratio“, lateinisch für „das letzte Mittel“, ist das Motto der belgischen Polizei-Sondereinheit DSU (Direction des unités spéciales), die heuer ihr 50-jähriges Bestehen feiert. In einem Festakt in Brüssel am 30. September 2022 überreichte König Philippe dem Direktor der DSU, Roland Pacolet, eine eigene Standarte mit belgischer Fahne als besondere Auszeichnung. Die „Direktion der Spezialeinheiten“ ist immer dann zur Stelle, wenn auf belgischem Staatsgebiet im Kampf gegen Terrorismus, organisierte Kriminalität, bei Geiselnahmen oder Verschanzungen andere Polizeieinheiten nicht mehr weiterkommen. Ähnlich wie in der österreichischen Direktion für Spezialeinheiten (DSE) fasst die DSU unter ihrem Dach Interventions-, Observations- und technische Einheiten zusammen. „Auch wenn unser Leitspruch ‚ultima ratio’ lautet, bedeutet das nicht, dass wir ohne Maß und Ziel einschreiten würden“, sagt Jean-Noel Lecomte, stellvertretender Kommandant der DSU im Rang eines commissaire divisionnaire. „Unser Auftrag ist es, eine Situation stets mit Augenmaß zu lösen.“ Dazu gehöre es auch, die Gesprächskanäle offen zu halten. „Verhandlungen sollte immer ausreichend Raum gegeben werden.“

50 Jahre DSU: Feierlichkeiten im Beisein des belgischen Königs Philippe.
50 Jahre DSU: Feierlichkeiten im Beisein des belgischen Königs Philippe.
© Gregor Wenda

Der Anschlag auf die Olympischen Spiele in München im September 1972 war der Auslöser für die Gründung einer belgischen Polizeieinheit, die rasch tätig werden konnte, um vergleichbare Szenarien zu verhindern oder zumindest wirksam auf sie zu reagieren. In den 1970er-Jahren war nur die Gendarmerie im gesamten Staatsgebiet Belgiens zuständig; sie war ein Verband mit militärischen und polizeilichen Kompetenzen. Daneben gab es im französischsprachigen und im flämisch-sprachigen Landesteil hunderte kleine Ortspolizeiorganisationen, die für Sonderlagen nicht ausgebildet waren.
Unter dem Arbeitstitel „Détachement Munich“ begann die Gendarmerie kurz nach dem Drama bei den Olympischen Spielen in München mit der Ausbildung der ersten Mitglieder. Am 28. November 1972 wurde die neue Spezialeinheit offiziell gegründet und im März 1973 einsatzbereit gemeldet. Sie erhielt den Namen „Diana-Gruppe“ mit Bezug zur römischen Göttin der Jagd. Bis heute findet sich die Figur der Diana im Logo der DSU, auf Abzeichen, Bannern und als Statue vor der Zentrale in der Kaserne von Etterbeek in Brüssel.

Zweisprachigkeit.

Hauptquartier der DSU in Brüssel.
Hauptquartier der DSU in Brüssel.
© Gregor Wenda

Flämisch (belgisches Niederländisch) wird von mehr als der Hälfte der über elf Millionen Einwohner Belgiens gesprochen, knapp 40 Prozent der Bevölkerung sprechen Französisch. Die Zweisprachigkeit des Landes prägt auch die Arbeit der belgischen Sondereinheit. In Brüssel gibt es in der Regel gemischte DSU-Teams, in denen immer beide Sprachen vertreten sind. Wenn ein Verhandlungsteam herangezogen werden muss, besteht dieses neben einem Chefverhandler aus jeweils zwei französischsprachigen und zwei flämisch-sprachigen Verhandlern. „In der Praxis ergeben sich durch die beiden Sprachen keinerlei Probleme“, erklärt Jean-Noel Lecomte. So werde im flämischen Landesteil sehr oft solides Französisch gesprochen. „Englisch ist eine weitere Hilfe: Es ist die internationale Sprache der Spezialeinheiten und wird schätzungsweise bei 60 Prozent der Einsätze benützt.“

Aufbaujahre.

1972 hatte die „Diana-Gruppe“ nur 75 Mitglieder, heute gehören zur DSU rund 575 Exekutivbeamte und Verwaltungsbedienstete. „Der Grad der Spezialisierung war anfangs gering“, bemerkt Dominique Soffers. Er gilt als Veteran der DSU, der seit den 1970er-Jahren im Dienst der Einheit stand und im Herbst 2022 nach 44 Dienstjahren in den Ruhestand trat. Nach einer Phase des Aufbaus wurde die Struktur der Spezialeinsatzgruppe im Jahr 1974 um eine Observationskomponente erweitert. Zugleich wurde die „Groupe Diane“ in Escadron Special d’Intervention (ESI) – Einheit für Spezialinterventionen – umbenannt.
„Die erste bedeutende Umstrukturierung kam 1980 mit einem in Europa zu dieser Zeit einzigartigen Modell“, schildert Soffers. Das Interventions-Element und das Observations-Element der Sondereinheit wurden mit einem eigenen Bereich für technischen Support und Logistik unter einheitliche Führung gestellt.
In den Folgejahren kamen weitere Elemente unter das gemeinsame Dach der Sondereinheit – 1982 die Verhandlungsgruppe, 1993 das Undercover Team (UCT) für verdeckte Ermittlungen und 1995 vier bis dahin dezentrale Gendarmerie-Einheiten, die in den 1980er-Jahren für Schutz- und Observationsaufgaben und riskante Festnahmen gebildet worden waren. Diese POSA-Einheiten (Protection, Observation, Soutien, Arrestation) erhielten nun die gleiche Grundausbildung wie die Einsatzbeamten der ESI und wurden ein integraler Bestandteil der Einsatzplanung.
Ein weiterer großer Schritt gelang 1996 mit der Bildung der NTSU (National Technical Support Unit): Dieser Bereich versorgt die Sondereinheit mit allen für die verschiedenen Arten von taktischen Maßnahmen und Überwachungsaktionen erforderlichen technischen Hilfsmitteln.

Polizeireform.

DSU: Die belgische Polizei-Sondereinheit führt täglich etwa vier Einsätze durch.
DSU: Die belgische Polizei-Sondereinheit führt täglich etwa vier Einsätze durch.
© Föderale Polizei Belgien/DSU

2001 wurde die belgische Polizei grundlegend reformiert. Durch Zusammenführung von Gendarmerie, lokalen Korps und Justizpolizei zu einer „Integrierten Polizei“ entstanden zwei neue Ebenen mit weitgehend gleicher Ausbildung, Ausrüstung und Uniformierung. Von den rund 44.000 belgischen Polizeibediensteten arbeiten heute 14.000 auf Bundesebene („Föderale Polizei“), die übrigen sind in über 180 lokalen Polizeizonen beschäftigt. Ein Wechsel zwischen föderaler und lokaler Ebene ist grundsätzlich möglich.
„Die große Reform erfasste auch unsere Sondereinheit. Sie wurde 2001 erstmals als DSU, als Direktion der Spezialeinheiten, bezeichnet und auch Spezialeinsatzkräfte der bisherigen Jus­tizpolizei wurden in den Verband eingegliedert“, sagt Dominique Soffers. 2007 wurde die DSU, da sie dem Generalkommissariat der Föderalen Polizei unterstellt wurde, in CGSU (Commissariat-Général Special Units) umbenannt. Ab 2015, nach Eingliederung in die Generaldirektion für Kriminalpolizeiliche Angelegenheiten der Föderalen Polizei, hieß sie wieder „DSU“. Dabei wurden die bis dahin auch zur Sondereinheit ressortierenden Bereiche für Opferidentifizierung (Disaster Victim Identification – DVI) und für speziellen Zeugenschutz (Relocation & Protection Team – RPT) in andere Direktorate transferiert.
Ungeachtet dessen sind bis heute viele spezialisierte Untergruppen in einer Direktion gebündelt – für die DSU ein wesentlicher Erfolgsfaktor: „Interventionen, Festnahmen, Observationen, Infiltrationen, Technik, Verhandlungen – alle Stellen kooperieren und können jederzeit gemeinsam kommandiert werden“, betont Vizekommandant Lecomte. „Der Fokus kann nicht nur auf dem Zugriff liegen, es geht immer auch um Informationen im Vorfeld und um den Schutz unserer Beamten.“ Dies zeigte beispielsweise eine Anti-Terror-Operation in Verviers im Jänner 2015: „Wir bekamen wertvolle Hinweise durch unsere technischen Experten und Überwachungsspezialisten, ohne die wir gänzlich andere Entscheidungen getroffen hätten“, beschreibt Lecomte. „So konnten wir nicht nur die unmittelbare Zelle ausheben, sondern auch weitere Verdächtige festnehmen. Das Zusammenspiel aller Elemente der DSU, vom technischen Support über die Überwachung bis zum Zugriff, hat wie am Schnürchen geklappt.“

Ausbildung.

DSU: Ein modernes Einsatzsystem vernetzt alle Tätigkeitsbereiche.
DSU: Ein modernes Einsatzsystem vernetzt alle Tätigkeitsbereiche.
© Föderale Polizei Belgien/DSU

Jeder Polizeibedienstete der lokalen oder der föderalen Polizei kann sich für eine Position in der DSU bewerben. Eine Mindestdienstzeit ist nicht erforderlich. Die Grundausbildung bei der DSU dauert zehn Monate. Sie ist für alle zentralen taktischen Einheiten und die vier regionalen POSA-Einheiten in Antwerpen, Charleroi, Gent und Lüttich gleich. Am Ende der Basisausbildung durchlaufen POSA-Beamte eine Praxisphase von zwei Monaten, Beamte in der Zentralstelle in Brüssel eine solche von drei Monaten. DSU-Techniker erhalten eine separate, sechsmonatige Grundausbildung. Am Ende ihrer Ausbildungszeit kommen sie zur NTSU oder in ein technisches Team bei einer der POSA-Einheiten. Für Mitglieder des Observationsbereichs gilt eine rund neunmonatige Basisausbildung. Nach der fixen Aufnahme in die DSU können sich die Angehörigen der verschiedenen Elemente – Intervention, Observation oder Technik – spezialisieren. So stehen Interventionsbeamten beispielsweise Zusatzausbildungen für Präzisionsschützen, Öffnungstechniker, Einsatztaucher, Hundeführer oder Sanitäter offen. Die Verhandlerfunktion ist traditionell beim Observationsbereich angesiedelt. „Erfolgreichen Verhandlungen gehen im Grunde immer sorgfältige und komplexe Observationen voraus, etwa bei einem Lösegeldfall“, unterstreicht Jean-Noel Lecomte. Frauen sind derzeit nicht im Interventions-Bereich tätig, sondern nur im technischen Bereich, bei Observationen und im Rahmen von Undercover-Missionen.

Lokale Unterstützung.

Rund ein Drittel des Gesamtpersonals der DSU ist täglich 24 Stunden in Bereitschaft, innerhalb kürzester Zeit kann eine erste Vorhut als Quick Reaction Team mobilisiert werden. Daneben kann die DSU auf Unterstützung durch lokale Spezialeinheiten zählen, die für Erstinterventionen ausgebildet und ausgerüstet sind. Kurz nach der Jahrtausendwende hatten nur wenige größere Städte wie Brüssel oder Antwerpen solche Einheiten, 2008 wurde das Spezialeinheiten-System der lokalen Polizeiebene neu organisiert. Eine Verordnung des Innenministeriums („GPI 81“) bestimmte einheitliche Vorgaben zu den Standards und Aufgaben, dem Training und der Ausstattung lokaler Spezialeinheiten in den Polizeizonen. Eine Special Assistance Unit (SAU) gemäß der Verordnung „GPI 81“ übernimmt umfangreiche Unterstützungs- und Spezialaufgaben für verschiedene Einheiten und Behörden wie DSU und Verfassungsschutz. Mehr als 20 SAUs bestehen derzeit in Belgien. In Brüssel ist beispielsweise die Spezialeinheit BAA-AOB in der Regel als erste vor Ort, wenn Amoklagen oder Interventionen gegenüber bewaffneten Personen zu bewältigen sind. Von der DSU wird die BAA-AOB etwa bei Geiselnahmen oder Verschanzungen (in Belgien unter dem französischen Ausdruck „Fort Chabrol“ bekannt) herangezogen. „Die Präsenz vor Ort, die taktische Ausbildung und die umfangreiche Ausrüstung machen Special Assistance Units zu einer wichtigen ersten Reaktionsebene“, unterstreicht DSU-Vizekommandant Lecomte.

Einsätze.

Pro Jahr verzeichnet die DSU – gerechnet auf ihren gesamten Personalstand – etwa 500.000 Einsatzstunden. 180.000 Stunden werden im Jahr für Überwachungen und technische Maßnahmen aufgewendet, 70.000 Stunden für Zugriffe und Festnahmen. Täglich werden circa vier Einsätze durchgeführt. Die Festnahme von Salah Abdeslam, der als einer der Drahtzieher der Terror-Anschläge in Paris am 13. November 2015 gilt, ist eine der spektakulärsten Operationen der jüngeren Vergangenheit: Abdeslam war kurz nach den Pariser Bluttaten in Belgien untergetaucht, konnte jedoch im März 2016 in Brüssel aufgespürt werden. Bei einer Razzia in der Brüsseler Kommune Molenbeek wurde Abdeslam am 18. März 2016 unter der Federführung der DSU festgenommen und am 29. Juni 2022 in Frankreich zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Am 22. März 2016 geriet Brüssel ins Zentrum des islamistisch-motivierten Terrorismus: Bei Bombenanschlägen am Flughafen Zaventem und in einer U-Bahn-Station in der Innenstadt wurden 35 Personen getötet und mehr als 300 verletzt. „Nach dem Terroranschlag 2016 haben wir Anpassungen bei der Ausrüs­tung und im technischen und computerisierten Bereich vorgenommen“, erklärt Jean-Noel Lecomte. Ab 2012 entwickelte die DSU eine operative Datenbank und verschiedene Anwendungs-Tools für ihre Einsatztätigkeiten, nach und nach kamen verschiedene Applikationen hinzu. „Eine gute operative Datenbank ist der Grundstein für jede App. Wir wollten aber mehr, als nur Nachrichten und Karten zu verschicken“, erläutert Lecomte. Seit 2019 steht bei der DSU ein neues, einfach zu handhabendes Einsatzsystem in Verwendung, das alle erforderlichen Informationen bündelt und den Einheitsangehörigen auf ihren dienstlichen Smartphones zur Verfügung stellt. Ein geschützter Messenger-Dienst ermöglicht die Versendung von Fotos, Filmen, Texten oder Dokumenten, ein Erfassungssystem lokalisiert Einsatzbeamte und Einsatzmittel. Standorte von Fahrzeugen, Präzisionsschützen oder Kommandoposten lassen sich für alle Beteiligten auf Knopfdruck abrufen. Es gibt direkte Schnittstellen zu Karten, Straßenbildern, Datenbanken oder Autokennzeichen. „Für unsere Einsatzabläufe war die neue Technik ein riesiger Schritt nach vorne“, betont Lecomte.

Grenzüberschreitende Einsätze.

Logo der DSU: Symbol der Diana.
Logo der DSU: Symbol der Diana.
© Gregor Wenda

Die Bedeutung der raschen Vernetzung aller DSU-Mitglieder zeigte sich im Mai 2021 bei der Fahndung nach Jürgen Conings, einem unter Rechtsextremismus-Verdacht stehenden belgischen Soldaten, der aus einer Kaserne Waffen gestohlen und Drohbriefe hinterlassen hatte. Aufgrund der unmittelbaren Anschlagsgefahr durchkämmten Polizei und Militär die Gegend, in der der Verdächtigte zuletzt gesehen worden war, insbesondere einen Nationalpark an der belgisch-deutschen Grenze. „Wegen der Grenznähe erhielten wir innerhalb kürzester Zeit Unterstützung von Sondereinheiten aus Luxemburg, Deutschland und den Niederlanden“, berichtet Lecomte. „Obwohl niemand mit einer solchen Lage gerechnet hatte, konnten sehr rasch 200 Spezialeinsatzkräfte aus vier Staaten zusammengezogen werden, dazu noch belgische Special Assistance Units und Armee-Einheiten.“ Die Suche nach dem Soldaten blieb letztlich erfolglos – er hatte kurz nach der Tat Selbstmord begangen und seine Leiche wurde einige Wochen später in einem Waldstück aufgefunden. Der Einsatz zeigt für den stellvertretenden Kommandanten der DSU aber die großen Vorteile der Zusammenarbeit europä­ischer Polizei-Spezialeinheiten im sogenannten „ATLAS-Verbund“.

ATLAS.

Die DSU zählt zu den Gründerstaaten des ATLAS-Verbundes, der nach den Terroranschlägen in den USA am 11. September 2001 – dem „9/11“ – gegründet wurde. Belgien hatte zu dieser Zeit gerade den EU-Ratsvorsitz inne. Die DSU als nationale Anti-Terror-Einheit des Vorsitzlandes wurde ersucht, zu einem ersten Treffen mit den Sondereinheiten anderer EU-Mitgliedstaaten einzuladen. Am 15. Oktober 2001 fand dieses Treffen in Brüssel statt. Dominique Soffers nahm die Organisationsarbeit in die Hand und unterstützte den damaligen DSU-Kommandanten Eric Liévin.
„Wir konnten auf den Strukturen einer schon bestehenden Expertengruppe innerhalb der EU aufbauen, der Béliers-Gruppe“, erzählt Soffers. In dieser Gruppe kooperierten verschiedene Sondereinheiten im Bereich von Explosivstoffen. Die bestehenden Kontakte beschleunigten die verstärkte Vernetzung nach „9/11“.

Zu den Initiativstaaten von ATLAS als neuem europäischem Netzwerk von Anti-Terror-Einheiten zählten neben der belgischen DSU, der deutschen GSG 9, der niederländischen DSI und der französischen GIGN auch das Einsatzkommando Cobra. „Österreich hat von Anfang an eine sehr wichtige Rolle beim Aufbau von ATLAS gespielt“, resümiert Dominique Soffers. Von 2001 bis 2008 nahm der Kommandant der DSU den Vorsitz im ATLAS-Netzwerk wahr, zu dieser Zeit wurden das Motto „All together to protect you“ und das Logo mit der mythologischen Atlas-Figur kreiert. Mit der EU-Erweiterung 2004 wuchs auch der Verbund signifikant; 2007 wurde die Béliers-Gruppe in ATLAS integriert. Dominique Soffers war der erste internationale Verbindungsoffizier im belgischen ATLAS-Büro und leitete bis 2019 das ATLAS-Forum „Breaching“.
Die guten Kontakte zum Einsatzkommando Cobra, die schon vor ATLAS bestanden, werden von der DSU hochgehalten: „Mit der Cobra sind wir eng verbunden und schätzen die Zusammenarbeit sehr“, sagt Vizekommandant Jean-Noel Lecomte. Dominique Soffers blickt gespannt auf die Zukunft der internationalen Zusammenarbeit im Anti-Terror-Bereich: „ATLAS ist aufgrund der Passion vieler Menschen entstanden, das Netzwerk ist heute für Europa unverzichtbar.“

Gregor Wenda


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 9-10/2022

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