Lehrlingsausbildung im BMI

Attraktiver Berufseinstieg

Karriere mit Lehre: Vier Lehrlinge erklären, warum die Lehrlingsausbildung im Innenministerium für sie etwas ganz Besonderes ist und warum diese für junge Menschen einen hohen Stellenwert hat.

Das Bundesministerium für Inneres (BMI) möchte als Lehrbetrieb junge Erwachsene unterstützen und ihnen einen Einstieg in den Berufsalltag ermöglichen. Im Durchschnitt werden im BMI jährlich ca. 60 bis 80 Lehrlinge bundesweit aufgenommen. Im Innenressort wird sehr viel Wert auf die Ausbildung gelegt, was auch die Förderung von Lehrlingen betrifft. Lehrlinge werden nach Bedarf, anlassbezogen und in Bezug auf Fähigkeiten und Wünsche der Bewerberinnen und Bewerber eingesetzt. Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlussprüfung und guten Leistungen am Arbeitsplatz bestehen gute Chancen für eine Aufnahme in den Bundesdienst.

Karriere mit Lehre.

Vier ehemalige Lehrlinge erzählen über ihre Anfänge und ihren weiteren Weg im BMI: Dennis Lackner – Mitarbeiter der Abteilung II/7 Flugpolizei, Melanie Rambek –Mitarbeiterin in der Personalabteilung, Robin Schattauer – Mitarbeiter im Bundeskriminalamt und Claudia Kojan – Mitarbeiterin der Abteilung V/1 Fremdenwesen Grundsatzangelegenheiten.

Dennis Lackner

Dennis Lackner arbeitet als Wirtschaftsreferent bei der Flugpolizei.
Dennis Lackner arbeitet als Wirtschaftsreferent bei der Flugpolizei.
© Romana Koler

Dennis Lackner hat vor sechs Jahren seine Lehre im Innenministerium begonnen. Er hat eine dreijährige Lehre als Verwaltungsassistent in der Abteilung II/7 (Flugpolizei) abgeschlossen. Die Lehrabschlussprüfung hat der Niederösterreicher mit Auszeichnung bestanden. Nach Abschluss der Lehre ist er von seiner Abteilung übernommen worden und ist seitdem dort als Wirtschaftsreferent tätig. Lackner ist für Rechnungen und einen Teil der Beschaffungen der Abteilung verantwortlich. Er stehe daher oft in Kontakt mit Firmen aus dem In- und Ausland. Für eine Lehrstelle im Innenressort – auf die er zufällig über seine Gemeinde aufmerksam geworden ist – hat er sich hauptsächlich aus Neugier entschieden.
Die Aussicht auf einen sicheren Job war ebenfalls ein Ansporn für das Innenministerium tätig zu werden. Eine Lehre im BMI würde er jederzeit weiterempfehlen. Der ehemalige Handelsschüler ist von der dualen Ausbildung überzeugt: „Heutzutage werden überall junge Menschen mit viel Berufserfahrung gesucht. Eine Lehre ist meiner Ansicht nach der perfekte Weg, dieser Anforderung zu entsprechen.“
Lackner besuchte die Berufsschule in der Panikengasse im 16. Wiener Gemeindebezirk. Den Rest der Woche arbeitete er in Wien-Meidling in seiner Abteilung. Das Wissen, das er in seiner aktuellen Rolle bei der Flugpolizei benötigt, hat er von seinen zwei Lehrlingsausbildern vermittelt bekommen. Er übernahm sogar die Position einer seiner Ausbilderinnen, nachdem diese ihre Pension antrat. „Meine zweite Ausbilderin hat mir alles beigebracht, was ich heute brauche. Ohne ihre Hingabe während meiner Ausbildung könnte ich meine Arbeit heute nicht so verrichten, wie es nötig ist“, sagt Lackner.
An der Lehrzeit ist ihm besonders die Zusammenarbeit mit seinen Kolleginnen und Kollegen in Erinnerung geblieben, die mit ihrer Herzlichkeit überzeugten und immer zur Stelle waren sowie für alle Anliegen ein offenes Ohr hatten. Auch die gesamte Berufsschulzeit hat Eindruck hinterlassen, da dort nicht nur das nötige Fachwissen erlernt, sondern auch neue Freundschaften geschlossen werden konnten. Der 23-Jährige möchte auch die nächsten Jahre ein wichtiger Teil der Abteilung II/7 bleiben.

Melanie Rambek

Melanie Rambek ist für Besoldungsrechtsangelegenheiten zuständig.
Melanie Rambek ist für Besoldungsrechtsangelegenheiten zuständig.
© Romana Koler

Melanie Rambek wechselte nach der AHS Matura und halbjähriger Erfahrung in der Privatwirtschaft in das Innenministerium. Die Lehre im BMI würde sie jederzeit weiterempfehlen: „Wenn man noch am Anfang der beruflichen Karriere steht, ist eine Lehre im BMI ein guter Start, da man sich vielseitig weiterentwickeln kann.“ Sie hat sich nach dem Abschluss der Matura für eine Lehre entschieden, während viele ihrer Schulkolleginnen und Schulkollegen den Weg des Studiums wählten. Rambek war von Anfang an klar, dass sie so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen und eigenes Geld verdienen möchte. Die Lehre empfinde sie als sehr gute Form der Ausbildung, da man früh die Arbeitswelt kennenlerne, in der Berufsschule die nötigen Hintergründe erlerne und nach dem Abschluss gute Chancen habe, im selben Betrieb übernommen zu werden. Als sich die Möglichkeit bot, eine Lehre im BMI anzutreten, habe sie die Chance sofort ergriffen und die Lehre als Verwaltungsassistentin im Juli 2014 mit Auszeichnung abgeschlossen.
Die Wienerin war seit Beginn in der Personalabteilung tätig. Sie ist glücklich darüber, dass sie auch nach der Lehre in der Abteilung bleiben konnte und nach und nach immer mehr Aufgabengebiete übernehmen durfte.
„Meine Kolleginnen und Kollegen sowie mein Vorgesetzter haben von Anfang an dafür gesorgt, dass ich mich wohl fühle und gerne in die Arbeit komme. Vor allem in der ersten Zeit ist es wichtig, dass man Personen im näheren Umfeld hat, zu denen man immer gehen kann, egal, ob man inhaltliche Fragen hat oder einfach nur die Wegbeschreibung zu einer anderen Abteilung braucht.“
Rambek wurde von Anfang an in Arbeitsprozesse eingebunden, durfte die Aufgabengebiete der Kolleginnen und Kollegen kennenlernen, wurde regelmäßig zu Besprechungen mitgenommen und bekam Einschulungen für die IT-Anwendungen mit denen im Referat gearbeitet wird. Ihre derzeitigen Tätigkeiten sind breit gefächert und reichen von der Bearbeitung und Auszahlung von Belohnungen, Bezugsvorschüssen und Geldaushilfen über Regressforderungen bis hin zu Beantwortungen von parlamentarischen Anfragen. Zu Anlässen wie Wahlen und Volksbegehren ist sie auch als Call-Center-Agentin bzw. mittlerweile als Supervisorin im EKC-Call-Center tätig.

Robin Schattauer

Robin Schattauer arbeitet für die DNA-Datenbank des Bundeskriminalamts.
Robin Schattauer arbeitet für die DNA-Datenbank des Bundeskriminalamts.
© Romana Koler

Robin Schattauer freut sich, ein Teil des Innenressorts zu sein. 2012 hat der jetzt 25-Jährige seine Lehre als Verwaltungsassistent begonnen. Ein gesicherter Arbeitsplatz, das Interesse an der Polizeiarbeit und die Tatsache, dass er mit seiner Arbeit etwas bewirken kann, bestärkten ihn eine Lehre im Innenministerium anzutreten. Eine Lehre war für ihn die optimale Ausbildungsform, weil er so früh wie möglich auf eigenen Beinen stehen und sein eigenes Geld verdienen wollte.
Der Wiener hat seine Ausbildung im Bundeskriminalamt im damaligen Referat Datenclearing und Personsfeststellung begonnen. Anfangs waren Unterstützungsarbeiten wie Akte nummerieren, Formulare und Erledigungen vorbereiten Hauptbestandteil seiner Arbeit. Später durfte er den internationalen Schriftverkehr bzw. Datenaustausch, Datenbankadministrationen, Profilabgleiche und Profilübermittlungen selbstständig erledigen. In seiner Lehre bekam er nicht nur einen Einblick in den Sicherheitsapparat, sondern lernte auch kennen, wie Dinge im Arbeitsalltag grundsätzlich ablaufen. Er hat wertvolle Erfahrungen machen dürfen und konnte durch die tägliche Arbeit seine Englisch-, Geographie- und Rechtskenntnisse verbessern. Schattauer bestand seine Lehrabschlussprüfung mit Auszeichnung und wurde im Bundeskriminalamt übernommen. Nach der Lehre hat er keine großen Veränderungen gemerkt, da er gegen Ende seiner Ausbildung schon mit Tätigkeiten eines „vollwertigen“ Sacharbeiters betraut war. Derzeit ist er im Referat DNA-Datenbank im internationalen Bereich tätig. „Ich beschäftigte mich hauptsächlich und vereinfacht gesagt mit dem Informationsaustausch diverser Länder nach erfolgten DNA-Treffern bzw. mit der Verwaltung der Datenbank“, erklärt Schattauer.

Claudia Kojan

Claudia Kojan arbeitet in der Sektion Fremdenwesen im Innenministerium.
Claudia Kojan arbeitet in der Sektion Fremdenwesen im Innenministerium.
© Romana Koller

Claudia Kojan wollte als Kind Polizistin werden, deswegen fiel ihr die Entscheidung ausgesprochen leicht, als es darum ging, welches Ministerium in die engere Auswahl für eine Lehre fiel. Über die Homepage des Bundeskanzleramts wurde sie auf die vielen Lehrstellen im Bund aufmerksam. Nach ihrer angefangenen Ausbildung als technische Zeichnerin war sie den Büroalltag zwar gewohnt, hatte aber noch keinerlei Erfahrung im Sekretariatsbereich gesammelt. Die heute 27-Jährige schloss die Lehre im BMI als Verwaltungsassistentin mit gutem Erfolg ab. Sie begann die Lehre 2005 in der ehemaligen Abteilung IV/5 – jetzt Abteilung III/11 (Vergabe- und Vertragsangelegenheiten). Sie wurde im ersten Lehrjahr als Sekretärin des Referatsleiters eingesetzt und unterstützte bei der Aufbereitung und Veröffentlichung von Ausschreibungsunterlagen. Des Weiteren führte sie Statistiken sowie Besprechungsprotokolle, war für Materialbestellungen zuständig und aktualisierte Gesetze in Papierformat.
Nach der Lehrzeit wechselte die Wienerin in die Sektion V, in die Abteilung V/1 (Grundsatzangelegenheiten). Nach der Berufsreifeprüfung, die sie 2020 abschloss, ist ihr Aufgabengebiet komplexer geworden. Sie koordiniert parlamentarische Anfragen, Volksanwaltschaftsbeschwerden, Gesetzesentwürfe sowie Resolutionen und bereitet Stellungnahmen auf. In ihrer Tätigkeit in der Abteilung IV/5 hat sie unter anderem mitbekommen, wie zum Beispiel Polizistinnen und Polizisten an ihre Uniform kommen. „Ich bereue dennoch nicht, dass ich in den Bereich Fremdenwesen gewechselt bin. Die Aufgaben sind meiner Meinung nach komplexer und man wird ständig gefordert.“

Neuer Lehrberuf im BMI.

Im Innenministerium besteht die Möglichkeit, die Lehre als Sicherheitsverwaltungsassistent/-in zu absolvieren. Dieser neue Lehrberuf wurde speziell für die Sicherheitsverwaltung entwickelt, um Lehrlinge bedarfsorientierter und berufsnahe ausbilden zu können.

Informationen über Lehrberufe

Informationen über Lehrberufe im Bundesministerium für Inneres findet man unter www.bmi.gv.at/ 104/Beruf_ und_ Karriere/Lehre.aspx .

Romana Koller


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 11-12/2021

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