Lange Nacht der Mussen

Lange Nacht im Polizeimuseum

Das Polizeimuseum in der Marokkanergasse 4 im dritten Wiener Gemeindebezirk war am 2. Oktober 2021 von 18 bis 1 Uhr bei der „Lange Nacht der-Museen“ für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Enigma-Verschlüsselungsmaschinen, Puch-G der ehemaligen Alarmabteilung, Besucher im Polizeimuseum.
Enigma-Verschlüsselungsmaschinen, Puch-G der ehemaligen Alarmabteilung, Besucher im Polizeimuseum.
© Dietmar Gerhartl-Sinzinger

Schon in den Jahren 2012 bis 2017 konnte man die Exponate des Polizeimuseums bei diesem Event bestaunen. Die „Lange Nacht der Museen“ ist der einzige Tag im Jahr, an dem das Museum für die Öffentlichkeit ohne Voranmeldung zugänglich ist. „Das Polizeimuseum ist ein wichtiger Beitrag zur Darstellung der Geschichte der Polizei in Österreich. Ich freue mich daher, dass auch das Innenministerium am Gelingen der Langen Nacht der Museen mitwirkt“, sagte Innenminister Karl Nehammer.
Nicht nur die Geschichte der Polizei, von der Entstehung bis in die Gegenwart, wird anhand zahlreicher Ausstellungsstücke auf einer Fläche von ca. 200 m² dargestellt. 16 ein- und mehrspurige historische Fahrzeuge wurden im Hof bzw. im Garagentrakt der Marokkanerkaserne zur Schau gestellt. Als modernes Pendant konnten Interessierte den gepanzerten Mannschaftstransporter „Survivor“ der Spezialeinheit WEGA, das Taktische Kommunikationsfahrzeug (TKF) und einen Arrestanten-Wagen aus nächster Nähe begutachten. Historische Besonderheiten in diesem Jahr waren der Steyr-Puch-Haflinger-Geländewagen, der einigen Besuchern noch aus ihrer Zeit als Grundwehrdiener beim Bundesheer bekannt war und beim Donaudienst der Polizei in Wien verwendet wurde, der Polizei-VW Beetle, ein Steyr-380-Mannschaftstransporter (Produktionszeitraum: 1948-1953) und ein sieben Meter langes Polizeiboot aus dem Jahr 1957, das ebenfalls im Donaudienst eingesetzt wurde.

BMI-Generalsekretär Helmut Tomac; historische Polizeifahrzeuge.
BMI-Generalsekretär Helmut Tomac; historische Polizeifahrzeuge.
© Alexander Tuma

„Es ist wichtig, die Vergangenheit der Exekutive aufzuarbeiten und Wissen darüber zu sichern, um in der Zukunft reflektiert mit der Rolle und der Verantwortung der Polizei umgehen zu können. Das Polizeimuseum in Wien nimmt bei diesen Bemühungen eine wichtige Rolle ein. Es freut mich daher sehr, dass wir dieses Jahr wieder Teil der Langen Nacht der Museen sind und so das angesammelte Wissen über die Polizei der vergangenen Jahrzehnte nach außen tragen können“, sagte der Generalsekretär im Innenministerium Helmut Tomac, der schon einen Tag vor der „Langen Nacht“ einen Blick auf die zahlreichen Exponate werfen konnte.
Im modernen wie im historischen Kontext nicht wegzudenken ist die Polizeimusik, die ab 18 Uhr ein Konzert im Hof der Kaserne gab. Der Krimi-Autor Dr. Peter Glanninger, der im Innenministerium im Ausbildungsbereich tätig ist, las zu später Stunde aus einem seiner Kriminalromane und Dr. Ernst Geiger, ehemaliger Leiter der Abteilung 3 (organisierte und allgemeine Kriminalität) im Bundeskriminalamt, hielt einen Vortrag und präsentierte sein neues Buch, einen Kriminalroman, der von den Favoritner Mädchenmorden handelt.
700 Besucherinnen und Besucher besuchten währen der langen Nacht die Outdoor-Ausstellung im Hof sowie das Polizeimuseum im dritten Stock der Marokkanerkaserne.


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 11-12/2021

Druckversion des Artikels  (PDF, 412 kB)