Ausweise

Generaldirektor Franz Ruf und OeSD-Geschäftsführer Lukas Praml präsentierten den neuen Personalausweis.
Generaldirektor Franz Ruf und OeSD-Geschäftsführer Lukas Praml präsentierten den neuen Personalausweis.
© Gerd Pachauer

Neuer Personalausweis

Ein neues Design, neue Sicherheitsfeatures und ein Chip mit biometrischen Daten zeichnen den neue Personalausweis aus. Er verfügt über das höchste Sicherheitsniveau unter sämtlichen österreichischen Dokumenten und kann seit 2. August 2021 bei den Passbehörden und ermächtigten Gemeinden beantragt werden.

Durchschnittlich werden im Jahr 200.000 Personalausweise in Österreich ausgestellt. Da es seit 2002 keine Änderungen gab, war ein Update im Hinblick auf Fälschungssicherheit im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität äußerst wichtig. „Moderne und fälschungssichere Identitätsausweise sind eine entscheidende Grundlage für eine funktionierende Sicherheitsinfrastruktur“, sagte Dr. Franz Ruf, MA, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, anlässlich der Vorstellung des neuen Personalausweises am 30. Juli 2021 im Bundesministerium für Inneres in Wien.

Die Sicherheitsfeatures

Der neue Personalausweis verfügt über modernste Sicherheitsmerkmale wie QR-Code, Kippbild und Durchsichtfenster.
Der neue Personalausweis verfügt über modernste Sicherheits- merkmale wie QR-Code, Kippbild und Durchsichtfenster.
© OeSD/Wilke

Die Sicherheitsfeatures erstrecken sich über drei verschiedene Levels: Zunächst sollte man in einer ersten Überprüfung mittels freiem Auge bzw. durch Angreifen Merkmale wie das Kippbild, die wehende Rot-Weiß-Rot-Flagge und das Durchsichtfenster wahrnehmen. Das Fenster, das zwei rote Streifen erkennen lässt, ändert diese Farben bei Erwärmungen über 33 Grad Celsius. Das zweite Level erfordert für eine genauere Überprüfung eine Lupe und UV-Licht – damit können etwa der Schutzmusterdruck, die Mikroschrift oder der UV-Aufdruck kontrolliert werden. Schließlich erfolgt das letzte Sicherheitslevel im Labor der Kriminaltechnik. Zusätzlich gibt es eine eigene App („CHECK-AT“-App), mit der auch Bürgerinnen und Bürger das Dokument durch Scannen des personalisierten QR-Codes und mit Hilfe einer Prüfanleitung weitere Sicherheitsmerkmale auf deren Echtheit überprüfen können.

Passgesetz-Novelle 2021.

Neue Merkmale sollen die Fälschungssicherheit von Reisedokumenten nach der einstimmig im Parlament beschlossenen Passgesetz-Novelle 2021 erhöhen. „Jeder Ausweis entfaltet seine Schutzwirkung für die persönliche Identität nur dann, wenn er einfach und gleichzeitig sicher überprüft werden kann“, sagte Mag. Lukas Praml, Geschäftsführer der Österreichischen Staatsdruckerei, bei der Präsentation des neuen Personalausweises. Aufgrund einer EU-Verordnung war Österreich dazu verpflichtet, ab August 2021 Personalausweise mit eingebauten elektronischen Datenträgern (Chip mit biometrischen Daten – bereits durch den 2006 erneuerten österreichischen Reisepass bekannt) auszustatten.
Bei Reisepässen wird die Personaldatenseite künftig aus Kunststoff bestehen und zusätzliche Sekundärbilder werden den Aufwand für Manipulationen erhöhen – damit sollen Fälscher abgeschreckt werden. Die neuen Reisepässe sollen ab 1. Juli 2023 ausgestellt werden.
Mit der Novelle wird außerdem eine EU-Richtlinie zum besseren Informationsaustausch zwischen Geldwäschemeldestelle und Strafverfolgungsbehörden umgesetzt: Die Geldwäschemeldestelle muss künftig Informationen und Analysen mit anderen Behörden und Dienststellen selbst dann bekunden, wenn es um andere Straftaten als Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung geht.

Design & Kosten.

Der neue Personalausweis kann via Handy-App auf Echtheit kontrolliert werden.
Der neue Personalausweis kann via Handy-App auf Echtheit kontrolliert werden. © Gerd Pachauer

„Es ist uns in der Österreichischen Staatsdruckerei ein besonderes Anliegen, zusätzlich zu modernen Sicherheitsfeatures auch ein schönes Dokument zu designen, das Österreich entsprechend repräsentiert“, ergänzte OeSD-Geschäftsführer Praml. Das Erfreuliche dabei ist, dass für Bürgerinnen und Bürger keine Änderungen im Hinblick auf die Gebühren stattfinden.

Nicole Felicitas Antal


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 9-10/2021

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