Wiener Einsatzgruppen Alarmabteilung

"Erweiterte Erste Hilfe in der roten Zone"

Um Leben in Gefahrenbereichen retten zu können, in die zivile Rettungsdienste nicht einsetzbar sind, werden Beamte der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung zu Rettungs- oder Notfallsanitätern mit einer Ausbildung in taktischer Verwundetenversorgung ausgebildet. "WEGA-Medic" wurde am 6. November 2017 in Wien vorgestellt.

"Oft reichen geringe Hilfsmittel und das richtige Wissen aus, um das Leben von Polizistinnen und Polizisten oder Privatpersonen in der sogenannten roten Zone – jener Gefahrenzone, die ungesichert ist – retten zu können", sagte Dr. Yasmin Frank-Dastmaltschi, die Leiterin der Abteilung I/10 (Medizinische und Gesundheitsangelegenheiten) im Bundesministerium für Inneres am 6. November 2017 bei der Vorstellung der Ausbildung "WEGA-Medic" in Wien. "Verletzte müssen in nicht gesicherten Zonen stabilisiert, versorgt und transportfähig gemacht werden – dafür wurde die Spezialausbildung zum WEGA-Medic ins Leben gerufen." Oft hätten es Polizisten mit stark blutenden Wunden und Traumata von Stich- oder Schussverletzungen zu tun, sagte die Abteilungsleiterin. "Das erfordert spezifische Kenntnisse und daher auch eine spezifische Ausbildung."

Derzeit gibt es bei den sechs Kompanien der WEGA 21 Medics. Die Ausbildung ist in zwei Module unterteilt und schließt mit einer kommissionellen Prüfung ab. Sie umfasst unter anderem die Bereiche "Stillen von starken Blutungen", "Reanimation", "Traumaversorgung" und "Airwaymanagement". Die Teilnehmer lernen, rotierend an Stationen, schnell und adäquat zu handeln, um die Überlebenschance für Polizistinnen und Polizisten sowie verletzten Privatpersonen im Ernstfall deutlich zu erhöhen.

Die Fachvortragenden der Ausbildung bestehen unter anderem aus Ärzten des Bundesministeriums für Inneres (Abt. I/10), des AKH Wien, der Universitätsklinik für Notfallmedizin, des ÖAMTC Flugrettungsvereins, des Österreichischen Bundesheeres, der MA 70 – Berufsrettung Wien, die auch die jeweiligen Einzelüberprüfungen (theoretische und praktische Wissensüberprüfung) abnehmen. Eine regelmäßige Weiterbildung der Trainer erfolgt im Rahmen der Fachfortbildungen bzw. auch durch die Teilnahme an spezifischen Schulungen.

Erstmalig wurden im Herbst 2014 beim Einsatzkommando Cobra/DSE in Wiener Neustadt bereits als Rettungs- oder Notfallsanitäter ausgebildete Cobra-Beamte zu Trainern für das "Taktische Sanitätskonzept" fortgebildet.

Text: Reinhard Leprich

"Oft reichen geringe Hilfsmittel und das richtige Wissen aus, um Leben in der sogenannten roten Zone retten zu können", sagt Chefärztin Yasmin Frank-Dastmaltschi.
©  BMI/Alexander Tuma

Artikel Nr: 15280 vom Dienstag, 07. November 2017, 16:48 Uhr
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