Öffentlichkeitsarbeit

"Wir halten unseren Kolleginnen und Kollegen den Rücken frei, in der Chaosphase und auch danach."

Sie geben an starken Tagen bis zu zehn TV-Interviews, schreiben bis zu zwei Dutzend Presseaussendungen täglich, betreuen Facebook und Co und stehen für Presseanfragen auch gerne mal um ein Uhr nachts zur Verfügung – die Öffentlichkeitsarbeiter des Innenressorts. Doch professionelle Kommunikation muss auch gelernt sein.

Die Kommunikationsabteilung des Bundesministeriums für Inneres hat daher den Lehrgang für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ins Leben gerufen. 19 Öffentlichkeitsarbeits-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schlossen den Basislehrgang am 24. November 2017 ab.

"Wir halten unseren Kolleginnen und Kollegen den Rücken frei, in der Chaosphase und auch danach." So kann man eine der Kernaufgaben der Pressesprecher der Landespolizeidirektionen wohl am besten zusammenfassen. "Dieser Mehrwert wird oftmals übersehen. Klar nerven wir anfangs die Kolleginnen und Kollegen vor Ort, indem wir Informationen zum Geschehen brauchen. Aber je schneller wir die Infos bekommen, desto schneller können wir arbeiten und die Kolleginnen und Kollegen vor Ort können sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, zum Beispiel Absicherung des Tatorts etc. Wir bilden sozusagen den Single-Point-of-Content für die Medien", sagt Kontrollinspektor Markus Lamb, Pressesprecher der Landespolizeidirektion Steiermark. "Früher stand jener Kollege vor der Kamera, der zufällig am Tatort war. Jetzt ist es der Pressesprecher, der geschult ist und weiß, was Medien brauchen", sagt Mag. Alexander Marakovits, Leiter der Kommunikationsabteilung. Doch dieses Wissen muss geschult werden. Und das passiert unter anderem beim ÖA-Lehrgang. "Aus- und Fortbildungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit hat es früher nur vereinzelt bis gar nicht gegeben. Kommunikation zählt jedoch zu den Kernbereichen einer jeden Organisation. Daher ist es wichtig, dass wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in diesem Bereich tätig sind, Schulungsmöglichkeiten anbieten", sagt Ausbildungsleiterin MMag. Viktoria Preining.

Der Lehrgang für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit setzt sich aus verschiedenen Schwerpunkten zusammen: Zuerst muss ein Basismodul im Ausmaß von 40 Wochenstunden absolviert werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen hier Grundlagenwissen zu Kommunikation. Dieses reicht vom allgemeinen Aufbau der Kommunikation im Innenressort über journalistisches Schreiben, Bildbotschaften bis hin zu den psychologischen Aspekten der Öffentlichkeitsarbeit – ein Bereich, der von den Experten des psychologischen Diensts im Innenressort näher beleuchtet wurde. Ein Schwerpunkt der Ausbildung kommt der praktischen Medienarbeit zu. Bei einem Planspiel lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer richtiges Verhalten vor der Kamera und wie man in Krisensituationen richtig kommuniziert. "Wie antworte ich als Pressesprecherin bzw. Pressesprecher einem Journalisten, wenn mir selbst noch keine konkreten Informationen am Tisch liegen? Wie lassen sich die Bedürfnisse der Journalisten zufriedenstellen, wenn die Lage dynamisch, unklar und noch voller Fragezeichen ist? Auf diese Fragen versuchen wir Antworten zu geben", sagt Alexander Marakovits. "Dabei wird nicht nur auf Theorie gesetzt, sondern auch auf Praxis. Im Rahmen eines Planspiels versetzen wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in eine Art ‚Krisensituation‘ unter möglichst realen Bedingungen." "Ich finde es gut, dass die Ausbildung die Vielfältigkeit der Öffentlichkeitsarbeit abdeckt", sagt Chefinspektor Hans Wolfgruber, Pressesprecher der Landespolizeidirektion Salzburg.

Von 20. bis 24. November 2017 fand der sechste Basislehrgang statt, den 19 Öffentlichkeitsarbeiterinnen und -arbeiter abschlossen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus den Bundesländern Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien und vom Einsatzkommando Cobra/DSE. "Für mich war es toll, die Öffentlichkeitsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus den anderen Bundesländern kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen", sagt Inspektorin Susanne Moll, Pressesprecherin der Landespolizeidirektion Vorarlberg.

Nach dieser Basisausbildung sind – abhängig vom jeweiligen Tätigkeitsprofil – Spezialisierungsmodule zu absolvieren ("Schreibwerkstatt I+II", "Interviewtraining I+II", "Veranstaltungsmanagement", "Corporate Design" und "Fotografie und Bildbotschaften"). Jedes Spezialisierungsmodul umfasst 16 Stunden. Für Führungskräfte ist zudem die Absolvierung des Moduls "Strategisches Kommunikationsmanagement" erforderlich. Als Vortragende kamen Expertinnen und Experten des Innenressorts zum Einsatz.

Links:

Interviewtraining ist eines der Spezialisierungsmodule des Öffentlichkeitslehrganges.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 15340 vom Montag, 27. November 2017, 12:10 Uhr
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