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Dienstzeit

Die Dienstzeit richtet sich nach den Erfordernissen des Einsatzes und kann deshalb in den einzelnen Einrichtungen (Einsatzstellen) unterschiedlich geregelt sein (innerhalb der Grenzen der Dienstzeitverordnung). Die wöchentliche Dienstzeit hat mindestens der Zeit zu entsprechen, während welcher Personen, die bei der Einrichtung mit im Wesentlichen gleichartigen Dienstleistungen beschäftigt sind, zu Arbeitsleistungen herangezogen werden. Nähere Bestimmungen sind in der Dienstzeitverordnung geregelt, die zwischen einem Normal- und einem Turnusdienst unterscheidet.

Bei Normaldienst sind die Dienstzeiten während eines mehrwöchigen Zeitraumes im Wesentlichen gleich bleibend auf die einzelnen Wochentage aufgeteilt. Der Turnusdienst umfasst wechselnde Dienstzeiten (etwa Früh-, Nachmittags- oder Wochenenddienst). Die Wegzeit ist nicht in die Dienstzeit einzurechnen.

Die Dienstzeiten sind im Dienstplan ersichtlich. Dieser muss vom Vorgesetzten (der Einrichtung oder Einsatzstelle) grundsätzlich für mindestens 2 Wochen im Voraus erstellen werden. Der Dienstplan muss an einer für den Zivildienstleistenden leicht zugänglichen Stelle gut sichtbar aufgelegt bzw. dem Zivildienstleistenden ausgehändigt werden. Änderungen des Dienstplanes sind bei zwingenden dienstlichen Erfordernissen oder im gegenseitigen Einvernehmen möglich (innerhalb der Grenzen der Dienstzeitverordnung). Eigenmächtige Änderungen durch Zivildienstleistende (z.B. Diensttausch) sind nicht zulässig.  

Uhr

Tägliche Dienstzeit:

  • grundsätzlich 8-10 Stunden
  • bei besonderen dienstlichen Gegebenheiten 4-12 Stunden
  • bei Überstunden bis 15 Stunden

Wöchentliche Dienstzeit:

  • mindestens wie sonstige Beschäftigte, bei Normaldienst bis zu 45 Stunden, bei Turnusdienst bis zu 48 Stunden
  • bei Arbeitsbereitschaft bei Normaldienst bis zu 50 Stunden, bei Turnusdienst bis zu 52 Stunden
  • bei Überstunden bis zu 60 Stunden
  • jedoch im 8-Wochendurchschnitt ohne Arbeitsbereitschaft bis zu 45 Stunden, mit Arbeitsbereitschaft bis zu 50 Stunden

Nachtdienst:

  • gilt von 22:00 bis 06:00 Uhr
  • bis zu 24 Stunden pro Woche möglich
  • jedoch im 8-Wochendurchschnitt nur bis zu 16 Stunden pro Woche

Sonn- und Feiertagsdienst:

  • bei Normaldienst grundsätzlich dienstfrei, bei besonderen dienstlichen Erfordernissen jedoch bis zu zwei Mal pro Monat möglich; Durch einen Feiertag fallen keine "Minusstunden" an! 
  • bei Turnusdienst möglich, jedoch muss einmal pro Woche eine ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden (bzw. bei zwingenden dienstlichen Erfordernissen von mindestens 24 Stunden) gewährleistet sein
  • Die gesetzlichen Feiertage finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Zeitausgleich

  • im Verhältnis 1:1 ab der 56. geleisteten Wochenstunde (bei Arbeitsbereitschaft besteht kein Rechtsanspruch bis zur 60. Stunde);

Achtung: Es gibt KEINE Gleitzeit und KEINE Minusstunden beim Zivildienst.
Eine Dienstzeit von mehr als 60 Wochenstunden ist nicht zulässig.
 

Zur täglichen Dienstzeit

Die tägliche Dienstzeit muss grundsätzlich 8 bis 10 Stunden betragen. Sie ist möglichst zusammenhängend festzulegen. Auf die Wegzeit zwischen der Wohnung (Unterkunft) des Zivildienstleistenden und dem Dienstort ist Bedacht zu nehmen. Bei besonderen dienstlichen Gegebenheiten kann die tägliche Dienstzeit auch über- oder unterschritten werden. In diesen Fällen beträgt die tägliche Mindestdienstzeit 4 Stunden, die tägliche Maximaldienstzeit 12 Stunden.

Zur wöchentlichen Dienstzeit

Die wöchentliche Dienstzeit muss mindestens jener Zeit entsprechen, die auch für sonstige Beschäftigte in der Einrichtung vorgesehen ist, die im Wesentlichen gleichartige Dienstleistungen versehen. Sie darf bei Normaldienst grundsätzlich 45 Stunden, bei Turnusdienst grundsätzlich 48 Stunden nicht überschreiten.

Wenn in die Dienstzeit jedoch regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft fällt, darf die Wochendienstzeit bei einem Normaldienst 50 Stunden, bei Turnusdienst 52 Stunden betragen. Die Dienstzeit muss dabei so verteilt sein, dass innerhalb eines achtwöchigen Durchschnittes 45 Wochenstunden (ohne Arbeitsbereitschaft) bzw. 50 Wochenstunden (bei Arbeitsbereitschaft) nicht überschritten werden.

Überstunden

Überstunden dürfen nur bei zwingenden dienstlichen Erfordernissen vom Vorgesetzten angeordnet werden und nur in jenem Ausmaß, wie sie auch von sonstigen Mitarbeitern in der Einrichtung geleistet werden, die im Wesentlichen gleichartige Dienstleistungen zu erbringen haben.

Die tägliche Dienstzeit darf dabei 15 Stunden, die wöchentliche Dienstzeit 60 Stunden nicht überschreiten. Außerdem müssen die Ruhezeiten eingehalten werden. 

Ist die unverzügliche Leistung von Überstunden zur Abwehr eines Schadens notwendig und ein zur Anordnung der Überstunden Befugter vom Zivildienstleistenden nicht erreichbar, sind diese nicht angeordneten Dienstzeiten als Überstunden zu werten. Der Zivildienstleistende hat die Leistung dieser Überstunden unverzüglich einem Vorgesetzten zu melden, ansonsten gelten diese als freiwillige Überstunden.

Ruhezeiten

Der Dienstplan ist so zu erstellen, dass eine ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden pro Woche gewährleistet ist. Wenn der Zivildienstleistende am Dienstort untergebracht ist, ist die wöchentliche Ruhezeit so zu bemessen, dass diesem zweimal im Monat die Heimfahrt ermöglicht wird, sofern dem nicht zwingende dienstliche Erfordernisse entgegenstehen.

Im Falle zwingender dienstlicher Erfordernisse kann die vorgesehene durchgehende Ruhezeit, die mindestens ein Mal wöchentlich gewährt werden muss, auch unterschritten werden. Sie hat jedoch mindestens 24 Stunden zu betragen. Im Vier-Wochen-Durchschnitt muss zudem eine ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden pro Woche gewährleistet sein.

Die tägliche Ruhezeit nach Diensten von acht oder mehr Stunden hat grundsätzlich mindestens elf Stunden zu betragen. Bei zwingenden dienstlichen Erfordernissen kann diese jedoch unterschritten werden (grundsätzlich nur bei unmittelbar aufeinander folgenden Diensten und nur insgesamt viermal pro Monat). Dem Zivildienstleistenden muss jedoch ein ununterbrochener Schlaf von täglich acht Stunden möglich sein.

Ruhepausen

Die Ruhepausen richten sich grundsätzlich nach den Ruhepausen jener Mitarbeiter in der Einrichtung (Einsatzstelle), die im Wesentlichen gleichartige Dienstleistungen erbringen. Gibt es keine Vergleichsmöglichkeit, so ist ein Dienst von mehr als sechs Stunden durch eine Ruhepause von 30 Minuten zu unterbrechen. Die Ruhepause kann auf bis zu drei kürzere Pausen aufgeteilt werden.

Ruhepausen sind nur dann in die Dienstzeit einzurechnen, wenn dies auch für die übrigen bei der Einrichtung (Einsatzstelle) Beschäftigten zutrifft.

Sonntag und Feiertage

Gemäß Feiertagsruhegesetz 1957 gelten folgende Tage als Feiertage:

  • 1. Jänner (Neujahr)
  • 6. Jänner (Heilige Drei Könige)
  • Ostermontag
  • 1. Mai (Staatsfeiertag)
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Fronleichnam
  • 15. August (Maria Himmelfahrt)
  • 26. Oktober (Nationalfeiertag)
  • 1. November (Allerheiligen)
  • 8. Dezember (Maria Empfängnis)
  • 25. Dezember (Weihnachten)
  • 26. Dezember (Stephanstag)
  • Der Karfreitag gilt als Feiertag für die Angehörigen der evangelischen Kirchen AB und HB, der Altkatholischen Kirche und der Methodistenkirche.

Bei Normaldienst sind diese gesetzlichen Feiertage grundsätzlich dienstfrei. Der Zivildienstleistende hat in einer Arbeitswoche mit einem Feiertag entsprechend weniger Wochenstunden (zum Beispiel nur 34 anstelle von 42 Wochenstunden). Es fallen dabei auch KEINE Minusstunden an. Das bedeutet, ein Feiertag muss nicht eingearbeitet werden.

Bei zwingenden dienstlichen Erfordernissen kann der Zivildienstleistende jedoch bis zu zweimal pro Monat an Sonn- oder Feiertagen zu Dienstleistungen eingeteilt werden. Durch solche Dienste darf die wöchentliche Mindestruhezeit aber nicht unterschritten werden. Diese beträgt grundsätzlich 36 Stunden. Nur im Falle zwingender dienstlicher Erfordernissen kann die Mindestruhezeit bis auf 24 Stunden verkürzt werden. 

Bei Turnusdienst kann der Zivildienstleistende auch an Sonn- und Feiertagen eingeteilt werden. Hinsichtlich der Mindestruhezeiten gelten dieselben Bestimmungen wie bei Normaldienst.

Nachtdienst

Als Nachtzeit gilt die Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr. Der Zivildienstleistende kann pro Woche bis zu 24 Stunden zu Nachtdiensten herangezogen werden. Solche Dienste dürfen jedoch innerhalb eines Zeitraumes von 8 Wochen im Durchschnitt 16 Stunden pro Woche nicht überschreiten.

Zeitausgleich

Sollten Überstunden geleistet worden sein, sind diese im Verhältnis 1:1 auszugleichen, wenn die zulässigen Obergrenzen der wöchentlichen Dienstzeit um mehr als 10 Stunden überschritten wurden, d.h. spätestens ab der 56. geleisteten Wochenstunde. Eine Dienstzeit von mehr als 60 Wochenstunden ist nicht zulässig.

Download: Dienstzeitverordnung

 
  Zivildienstserviceagentur, Paulanergasse 7-9,
1040 Wien, Telefon: +43-(0)1-585 47 09-0