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Das Magazin des Innenministeriums, Nr. 05-06/2002
Gleichbehandlung, Kinderbetreuung, Teleworking, Mentoring, Gender Mainstreaming: Die Zentralstelle für Gleichbehandlungsfragen und Frauenförderungsangelegenheiten betreut eine Reihe von Projekten.
Wir verstehen uns als Servicestelle für alle Bediensteten im Innenressort", sagt die Leiterin der Zentralstelle für Gleichbehandlungsfragen und Frauenförderungsangelegenheiten (ZGF), Dr. Gabriele Kanera-Neugebauer. "Wir haben Kompetenz als interne und externe Anlauf- und Koordinierungsstelle für Gleichbehandlungs-, Gleichstellungs- und Frauenförderungsangelegenheiten."
Die ZGF will auf die unterschiedlichen Anforderungen in den Bereichen Verwaltung, Sicherheitswache, Gendarmerie und Kriminaldienst eingehen. Es sollen gemeinsame Richtlinen in den Kompetenzbereichen der ZGF erarbeitet werden, um in den vier Bereichen "individuellen Handlungsspielraum für die praxisnahe Umsetzung" zu ermöglichen, wie Ministerialrätin Kanera-Neugebauer betont: "Dabei bauen wir auf die enge Zusammenarbeit mit unseren Kolleginnen und Kollegen, vor allem mit der Arbeitsgruppe für Gleichbehandlungsfragen und den Kontaktfrauen."
Die Zentralstelle besteht seit Ende Jänner 2001, eingerichtet in der Sektion V (Recht, Kontrolle, Verwaltungsinnovation) des Innenministeriums. Im ersten Jahr hat die ZGF eine Reihe von Projekten gestartet, mit denen die berufliche und private Situation von Frauen und Männern verbessert werden soll.
Teleworking
Mit einer Machbarkeitsstudie zum Bereich Teleworking ist die stellvertretende Leiterin der ZGF, Martha Lukschanderl, befasst. Im vergangenen Herbst gab es eine Umfrage unter den Verwaltungsbediensteten. "Wir haben erhoben, welche Arbeiten für die Schaffung ortsunabhängiger Arbeitsplätze geeignet sind und wer dafür in Frage kommt", erläutert Lukschanderl. "Es müssen noch einige rechtliche Dinge und Haftungsfragen geklärt werden, um ein Pilotprojekt zu starten." Martha Lukschanderl arbeitet seit 1981 in verschiedenen Bereichen im Innenministerium, davor war sie 18 Jahre lang in der Privatwirtschaft tätig. Sie ist auch Stellvertreterin der Vorsitzenden der Arbeitsgruppe für Gleichbehandlungsfragen, Sibylle Geißler.
"Mit Teleworking-Modellen können wir Beruf und Familie besser vereinen", sagt Lukschanderl, "wir können Kolleginnen und Kollegen nach einer Karenz den Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtern und wir können Arbeitsplätze für jene schaffen, die die Familie betreuen müssen und weit weg vom Dienstort wohnen." Teleworking ist auch eine Möglichkeit für den Dienstgeber im Verwaltungsbereich Kosten einzusparen.
Beruf und Familie
Um für die Bediensteten des Innenressorts bessere Möglichkeiten für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen, machte die ZGF eine Umfrage in der Sicherheitsexekutive, da laut ZGF-Mitarbeiterin Ingrid Mele "besonders der Exekutivdienst Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familien aufwirft. Wir wollen feststellen, ob Mängel bei der Kinderbetreuung vorhanden sind und mehr Möglichkeiten schaffen für Mütter und Väter, die Kinder betreuen."
Im Mai startete die ZGF auch eine Umfrage in der Verwaltung und bei den karenzierten Bediensteten. "Damit können wir verstärkt auch Alleinerziehende wieder in den Exekutivdienst zurückholen", erläutert Ingrid Mele, die seit 1978 im öffentlichen Dienst tätig ist und auch im Projekt KIRE 66 der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit und der Sektion V mitarbeitet.
KIRE 66 (Komplexe innovative Regelung effizienter Frauenförderung) ist das erste umfassende Projekt, bei dem die Stellung der Frau in der Arbeitswelt der Exekutive und Verwaltung untersucht wird.
Gender Mainstreaming
Ist eine neue Strategie zur Erreichung der Gleichstellung von Frauen und Männern. Dabei sollen politische Prozesse mit dem Ziel verändert werden, eine geschlechterbezogene Sichtweise in alle politischen Konzepte einzubeziehen – auf allen Ebenen und in allen Phasen durch alle, die an politischen Entscheidungen beteiligt sind. Gender Mainstreaming berücksichtigt die unterschiedlichen Lebensbedingungen und Chancen, die Frauen und Männer in der Gesellschaft vorfinden. Es wird hinterfragt, wie sich politische Maßnahmen auf Frauen und Männer auswirken, bzw. ob und wie sie zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen können.
Österreich hat sich mit Ministerratsbeschluss verpflichtet, Gender Mainstreaming umzusetzen. Seit Sommer 2000 besteht eine interministerielle Arbeitsgruppe für Gender Mainstreaming (IMAG GM), in der alle Ressorts vertreten sind. Die Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des Bundesministers für soziale Sicherheit und Generationen tauscht u.a. Informationen und nachahmenswerte Initiativen aus, entwickelt Kriterien für GM-Strategien und begleitet und bewertet Projekte, Maßnahmen und Gesetze bei der Anwendung des Gender Mainstreaming.
Wichtigste Voraussetzung für die Umsetzung der GM-Strategie ist der politische Wille: Die Regierung und die leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ressorts müssen ein klares Leitbild für die Gleichbehandlung vorgeben.
Gender Mainstreaming bedeutet "nicht Gleichbehandlung um jeden Preis", betont Ingrid Mele. Es gehe hier um einen "gerechten Zugang im Umgang der Geschlechter miteinander".
Mentoring
Die Zentralstelle ist in die Arbeitsgruppe "Mentoring" eingebunden. Karin Friewald, die den Bereich Mentoring in der ZGF betreut, sieht es als Hauptaufgabe, "Frauen und Männer durch gezielte Beratung und Förderung in Ihrer ganz persönlichen Karriereplanung zu unterstützen. Diensterfahrene Kolleginnen und Kollegen begleiten Berufsanfänger in ihrer Tätigkeit und weisen Sie in die ungeschriebenen Gesetze ihres Unternehmens ein, um sie in ihrer beruflichen Entwicklung voranzubringen.
Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die jeweilige persönliche Situation gelegt. Der Vorteil für das Unternehmen ist die damit verbundene Freisetzung von kreativen Ideen und Personalressourcen mit neuen Herausforderungen und Chancen.
"Telefonseelsorge"
"Viele rufen uns an und wollen sich bei einem beruflichen oder privaten Problem beraten lassen", erzählt Martha Lukschanderl. Dabei gehe es auch um Fälle von beruflicher Benachteiligung, sexueller Belästigung und Mobbing. "Wir behandeln diese Angelegenheiten vertraulich", betont Lukschanderl und verweist darauf, dass die Mitarbeiterinnen der ZGF große Lebens- und Berufserfahrung haben.
Die ZGF arbeitet mit der Europäischen Polizistinnenvereinigung ENP (European Network for Policewomen) zusammen sowie mit anderen nationalen und internationalen Einrichtungen. Sie liefert Stellungnahmen zu verschiedenen Angelegenheiten. Gabriele Kanera-Neugebauer ist mit der bisherigen Arbeit der Zentralstelle zufrieden: "Die Anlaufschwierigkeiten, bedingt durch die neue Materie, sind vorbei. Jetzt macht uns die Arbeit Spaß."
Information: ZGF, Minoritenplatz 9, 1014 Wien, Telefon: (01) 53126-3677, Fax (01) 53126-3353 E-Mail: bmi-v-gleichbehandlung@bmi.gv.at. Das Sekretariat wird von Michaela Oberländer betreut.
ZENTRALSTELLE
HauptaufgabenDie ZGF ist dem Leiter der Sektion V (Recht, Kontrolle, Verwaltungsinnovation), Mag. Otto Prantl, direkt unterstellt und arbeitet eng mit der Vorsitzenden der Arbeitsgruppe für Gleichbehandlungsfragen, Sibylle Geißler, zusammen.
Die wichtigsten Aufgaben sind :
Fußzeile BM.I Bundesministerium für Inneres, Postfach 100, A-1014 Wien,Telefon: +43-(0)1-53126-2307 | Kontakt