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Ziel des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) ist die sprachliche, berufliche und gesellschaftliche Integration von Asylberechtigten und Migrant/innen auf Basis ihrer Pflichten und Rechte in Österreich. Durch die sachliche und fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema Migration fördert er in der österreichischen Gesellschaft das Bewusstsein für damit verbundene Herausforderungen und Chancen. Grundlegend für erfolgreiche Integration sind der Respekt vor der persönlichen Identität, Toleranz und die Bereitschaft, aus Unterschieden Chancen zu machen. Dies fordert und fördert der ÖIF bei allen Beteiligten.
Mit diesen Leistungen eröffnet der ÖIF seinen Klient/innen die Chance auf ein selbstständiges und unabhängiges Leben in Österreich. Neben rascher und nachhaltiger Unterstützung legt er auf das Fordern und Fördern von persönlichem Engagement und Eigenverantwortung seiner Klient/innen großen Wert.
Die Integrationszentren des ÖIFDie vier Integrationszentren des ÖIF in Tirol, Oberösterreich, der Obersteiermark und Wien sind Informations- und Beratungszentren für die Betreuung von Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten. Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte erhalten hier bis zu drei Jahre nach Asylanerkennung umfassende Beratung und Betreuung in allen integrationsrelevanten Fragen. Die Integrationszentren sind zudem Ansprechpartner für die österreichische Gesellschaft zum Thema Integration. Zudem sind die Integrationszentren Stützpunkt für die mobile Betreuung im jeweiligen Bundesland. Eine Sonderstellung nimmt das Integrationszentrum Wien ein. Es wickelt die bundesweiten finanziellen Unterstützungsleistungen des ÖIF ab.
Die Integrationswohnhäuser des ÖIFIn den Integrationswohnhäusern des ÖIF nehmen Asylberechtigte für rund ein Jahr an einem intensiven Integrationsprogramm teil. Das Programm deckt alle relevanten Integrationsbereiche ab. Ziel ist es, Asylberechtigte dadurch umfassend auf ein selbstständiges Leben in Österreich vorzubereiten. Der ÖIF führt derzeit drei Integrationswohnhäuser in Wien und Niederösterreich. Insgesamt bietet er in seinen Integrationswohnhäusern Platz für 450 Personen.
Als Starthilfe bietet der ÖIF Asylberechtigten finanzielle Unterstützungen zur Förderung der sprachlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Integration an. Dazu zählen u.a. die Finanzierung von Deutschkursen, die Unterstützung bei der Berufsaus- und Weiterbildung sowie die Förderung im Rahmen von schulischen Aktivitäten (Lernbetreuung, Schulschikurse, Sprachferien, etc.). Für die finanziellen Unterstützungen des ÖIF gelten klare Kriterien: Für Anträge, bei denen es sich um Wohnungen, Führerscheinumschreibungen oder zinsenlose Kredite (ausgenommen Bildungskredite) handelt, muss etwa eine bestehende und auf Dauer ausgerichtete Erwerbstätigkeit nachgewiesen werden. Der Unterstützungszeitraum beträgt ab Asylgewährung drei Jahre für den Unterstützungsbereich Wohnen, für alle anderen Unterstützungsbereiche maximal sechs Jahre.
Das Liese Prokop StipendiumDer ÖIF vergibt zweimal jährlich das Liese Prokop-Stipendium an Asylberechtigte im außerordentlichen Studium, die an österreichischen Universitäten oder Fachhochschulen studieren. Der ÖIF ist für die Beratung, Antragstellung und Betreuung zuständig. Eine Vergabekommission, bestehend aus einem Vertreter des BM.I, einer/m Vertreter/in der Geschäftsführung des ÖIF sowie zwei ehemaligen Stipendiat/innen, entscheidet, wer ein Stipendium erhält.
StartwohnungenDer ÖIF berät bei der Wohnungssuche. Rund 5.300 kostengünstige Mietwohnungen stehen dem ÖIF in ganz Österreich in erster Linie für die Versorgung von Asylberechtigten zur Verfügung. Die Wohnungszuweisung erfolgt primär an anerkannte Flüchtlinge mit einer auf Dauer ausgerichteten Erwerbstätigkeit. Die Mietverträge sind auf fünf Jahre befristet. Eine einmalige Verlängerung um drei Jahre ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Der ÖIF folgt dem Subsidiaritätsprinzip. Auf Unterstützungen durch den ÖIF besteht kein Rechtsanspruch.
Die Integrationswohnhäuser bieten individuell auf seine Bewohner/innen abgestimmte Deutschkurse an. Die Bandbreite reicht von Deutsch-Intensivkursen mit Arbeitssuchetrainings über Alphabetisierungskurse bis hin zu Mutter-Kind-Kursen. Auch die Integrationszentren halten nach Bedarf Deutschkurse ab.
Der ÖIF entwickelt Lern- und Lehrmaterialien speziell für Alphabetisierungskurse und die Sprachniveaus A1 bis A2. Zu seinen innovativen Sprachprojekten zählen die Liederbücher „Land der Lieder 1“ und „Land der Lieder 2“ inkl. Audio CD zum Erlernen der deutschen Sprache, der Ratekrimi für Kinder, „Inspektor Schnüffel“, die Deutschlernmappe, „Österreich Hörgeschichten“, die Unterrichtsmaterialien „Alpha 123“ und die Arbeitsmappe „Herzlich Willkommen“ mit Arbeitsblättern zur Landes- und Kulturkunde Österreichs. 2008 hat der ÖIF das Basiswörterbuch Tschetschenisch-Deutsch/Deutsch-Tschetschenisch herausgegeben.
Ziel der Integrationsbetreuung ist es, die psychosoziale, finanzielle und gesundheitliche Situation von Asylberechtigten zu stabilisieren, sie auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen und gemeinsam Zukunftsperspektiven zu erarbeiten. Die Integrationsbetreuer/innen beraten und unterstützen Asylberechtigte während der Dauer von drei Jahren nach Anerkennung des Flüchtlingsstatus bei Fragen zu Gesundheit, Familie, Bildung, finanziellen Angelegenheiten, Wohnen und Beruf. Die Integrationsbetreuung wird sowohl in den Integrationswohnhäusern als auch mobil von den Integrationszentren in der Steiermark, in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und in Tirol angeboten.
In den ÖIF-Jobcentern in Wien, Oberösterreich und der Steiermark unterstützt der ÖIF die Integration von Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten in den österreichischen Arbeitsmarkt. Das Angebot umfasst die Erstellung von Bewerbungsunterlagen sowie die Begleitung im Arbeitssuche- und im Bewerbungsprozess. Weiters bieten die ÖIF-Jobcenter Bewerbungstrainings und aktive Unterstützung in Aus- und Weiterbildungsfragen und deren Finanzierungsmöglichkeiten an. Die ÖIF-Jobcoaches kooperieren mit Bildungseinrichtungen, Interessensvertretungen, dem AMS und anderen Partnerorganisationen.
„Mentoring für MigrantInnen“ ist eine gemeinsame Initiative des Österreichischen Integrationsfonds, der Wirtschaftskammer Österreich und des Arbeitsmarktservice. Ziel ist es, erfahrene Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens - Mentoren - und Personen mit Migrationshintergrund - Mentees - zusammenzubringen und sie bei der Integration am österreichischen Arbeitsmarkt zu unterstützen. Das Programm wird derzeit im Großraum Wien und in Oberösterreich angeboten.
Die Integrationsvereinbarung (IV) dient der sprachlichen Integration von Migrant/innen, die sich dauerhaft in Österreich niederlassen wollen. Sie betrifft in der aktuellen Form Migrant/innen, die seit 1. Jänner 2006 ins Land gekommen sind. Mit der Unterzeichnung der Integrationsvereinbarung verpflichten sich Migrant/innen, innerhalb von fünf Jahren ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache zu erwerben.Der ÖIF ist für die Umsetzung der Integrationsvereinbarung mitverantwortlich. Diese fordert den Erwerb von Kenntnissen der deutschen Sprache auf A2-Niveau, um am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben in Österreich teilnehmen zu können. Der ÖIF zertifiziert und evaluiert Kursträger und refundiert einen Teil der Kurskosten bei positiv bestandener Prüfung auf A2-Niveau. Mit dem ÖIF-Test hat der ÖIF eine Abschlussprüfung für Deutsch-Integrationskurse auf A2-Niveau entwickelt.
Der ÖIF ist die zentrale Anlauf- und Servicestelle für Fragen zum Europäischen Flüchtlingsfonds (EFF) und zum Europäischen Integrationsfonds (EIF). Darüber hinaus ist er für die Bewertung, die Verwaltung und die Kontrolle der Projekte verantwortlich. Der EFF und der EIF sind, gemeinsam mit dem Rückkehrfonds und Außengrenzenfonds, Teil des EU-Rahmenprogramms für Solidarität und Steuerung der Migrationsströme. Dieses Rahmenprogramm verfolgt das Ziel, die Zusammenarbeit der EU-Staaten bei der Lösung von Migrations- und Integrationsherausforderungen zu verbessern. Für den Zeitraum 2007 bis 2013 sind dafür EU-weit rund 5,9 Mrd. Euro vorgesehen.
Darüber hinaus fördert der ÖIF die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen der Migration und Integration von Flüchtlingen und Migrant/innen. So gab er 2009 das Statistische Jahrbuch „Migration & Integration Zahlen.Daten.Fakten“ gemeinsam mit der Statistik Austria heraus. Die intensive Auseinandersetzung mit Tschetschenien und der tschetschenischen Diaspora in Europa ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des Bereichs.
Mit seinem Diplomarbeitsstipendium fördert der ÖIF die wissenschaftliche Auseinandersetzung von Student/innen an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen mit den Themen Integration und Migration. Jährlich werden drei Stipendien à 1.000 Euro vergeben.
Der ÖIF engagiert sich zudem im Bereich der Weiterbildung von Personen, die in ihrem beruflichen Alltag mit Fragen der Integration zu tun haben: Er ist Mitorganisator des Universitätslehrgangs für Migrationsmanagement in Salzburg sowie des Lehrgangs für „Interkulturelles Konfliktmanagement". Mit dem eintägigen Workshop „Selbstcoaching“ richtet der ÖIF sich an Menschen, die in der sozialen Arbeit tätig sind und sich eine Alternative zur Supervision aneignen wollen.
Der ÖIF trägt durch eine Vielzahl von Aktivitäten dazu bei, die Öffentlichkeit sachlich und lösungsorientiert über das Thema Integration zu informieren. Das vierteljährlich erscheinende Informationsmagazin „Integration im Fokus“ des ÖIF versteht sich als mediale Plattform für Akteur/innen im Bereich Integration und Migration, auf der neue Projekte, Forschungsergebnisse und Initiativen präsentiert werden. Die Homepage http://www.integrationsfonds.at/ informiert in sieben Sprachen über die vielfältigen Services und Projekte des ÖIF. Zudem organisiert der ÖIF laufend Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen zur sachlichen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Themen der Migration und Integration.
Haben Sie Fragen zu unseren Leistungen? Kontaktieren Sie uns oder besuchen Sie uns auf unserer Homepage http://www.integrationsfonds.at/!
Österreichischer IntegrationsfondsMag. Ursula SchallaböckLeiterin Team KommunikationSchlachthausgasse 30 1030 WienTel.: +43(0)1-710 12 03 - 134Fax: +43(0)1-710 12 03 - 534E-Mail: pr@integrationsfonds.at Web: http://www.integrationsfonds.at/
Fußzeile BM.I Bundesministerium für Inneres, Postfach 100, A-1014 Wien,Telefon: +43-(0)1-53126 | Kontakt