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Der Entminungsdienst hat die Aufgabe aufgefundene sprengkräftige Kriegsrelikte zu entschärfen, weiter zu sichern und gegebenenfalls zu vernichten. Jährlich werden ca. 1000 Fund- bzw. Wahrnehmungsmeldungen von sprengkräftigen Kriegsrelikten verschiedenster Art und aller Gefährlichkeitsgrade mit der Aufforderung um rasche Bearbeitung übermittelt.
Zur Gewährung der Sicherheit der Bevölkerung und zur Erhaltung von Sachwerten von öffentlichen und privaten Einrichtungen muss jährlich Kriegsmunition im Gewicht von insgesamt 20.000 - 60.000 kg einzeln geborgen, untersucht und vernichtet werden, dabei finden sich auch 25 - 40 Bombenblindgänger.
Es sind zahlreiche schwierige Munitionsbergungen von Baustellen der Industrie, der öffentlichen und privaten Hand, von land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsflächen, sowie im Hochgebirge durchzuführen. Den hierbei auftretenden mannigfaltigen Anforderungen konnte der Entminungsdienst durch sorgfältiges, fachgerechtes und verantwortungsbewusstes Arbeiten entsprechen. Auch aus Gewässern und Seen werden von der Tauchergruppe des Entminungsdienstes verschiedenster Kriegsrelikte geborgen. Unvergessen bleibt jedoch der 17. Juli 2003, wo bei der Vorbereitung der Entschärfung eines Fliegerbombenblindgängers mit Langzeitzünder am Bahnhof in Salzburg durch Selbstumsetzung dieser unberechenbaren Vorrichtung zwei Mitarbeiter des Entminungsdienstes, Gerhard Plojhar und Thomas Modry ihr Leben lassen mussten und Franz Sadecky so schwer verletzt wurde, dass er nicht mehr dienstfähig wurde und somit in den Ruhestand getreten ist.
Dem Entschärfungsdienst obliegt die Gefahrenabwehr im Zusammenhang mit kriminellem oder terroristischem Einsatz von unkonventionellen Sprengvorrichtungen (USBV oder IED), die dazugehörige Prävention und Schulung aber auch Maßnahmen, wenn jugendliche „Forscher“ Einschlägiges basteln. Im gesamten Bundesgebiet stehen dafür 18 Entschärfer, 73 Sprengstoffsachkundige und 35 Sprengstoffspürhundeführer zur Verfügung, die Summe jährlich etwa 2.000 Einsätze bearbeiten.
Das Betätigungsfeld der Beamten erstreckt sich von der Entschärfung von unkonventionellen Sprengvorrichtungen, über Erhebungen nach Unfällen mit Explosiv-, Spreng- und Zündmitteln bis hin zur Sicherstellung dieser Mittel.
Es werden außerdem noch Kriegsmaterial nach 1955, Attrappen und sprengstoffverdächtige Gegenstände bearbeitet. In das Arbeitsfeld fallen noch die Mitwirkung bei Maßnahmen nach Bombendrohungen, sowie Durchsuchungen von Objekten, Kraft- und Luftfahrzeugen.
Besondere Herausforderungen für die Entschärfer sind Großveranstaltungen und Staatsbesuche. So wurden im Rahmen der österreichischen EU-Präsidentschaft von Jänner bis Juni 2006 bei Konferenzen im gesamten Bundesgebiet umfangreiche Präventivmaßnahmen umgesetzt.
Der Besuch des US-Präsidenten George W. Bush im Juni 2006 in Wien stellte dabei personell und einsatztaktisch die größten Anforderungen.
Der Schutz der UEFA-EURO2008 gegen das Einbringen sprengstoffverdächtiger Gegenstände war aber der arbeitsintensivste Einsatz des Entschärfungsdiensts seit seinem Bestehen.
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