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Entschärfungsdienst

Entschärfungsdienst - ESD im Rahmen der EU-Präsidentschaft


Ziel des Referates II/BK/6.3.1 – Entschärfungsdienst im Zuge der EU-Präsidentschaft Österreichs war es, im Rahmen des Sicherheitsmanagements des BMI und mit einem an internationale Normen angeglichenen Präventivmaßnahmenkonzept und entsprechender automatisierter Arbeitsabläufe einen hohen Sicherheitsstandard im Bereich Sprengstoff-Prävention gewährleisten zu können. Nicht zuletzt die geänderten terroristischen Bedrohungszenarien haben eine Anpassung der sicherheitspolizeilichen Maßnahmen im Bereich der Sprengstoff-Prävention erforderlich gemacht.

So wurden alle Hotels und Örtlichkeiten der EU-Veranstaltungen sowie Fahrtstrecken der Konvois durch Sprengstoffsachkundige (SKO) und Sprengstoffsuchhunde (SPSH) eines zeitgerechten und intensiven Bombenchecks und während der jeweiligen Veranstaltung einer permanenten Überwachung und Überprüfung unterzogen. Dabei waren auch unter Einbeziehung der Zivilschutzschule der SIAK und unter Leitung des ESD-Einsatzstabes bei jeder EU-Veranstaltung Gefahrstoffkundige Organe (GKO) im Rahmen der Präventivmaßnahmen eingebunden, die bei Vorliegen von atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungsszenarien die exekutiven Aufgabenbereiche abdecken hätten können. Nebenbei sei erwähnt, dass den GKOs seitens des BMI modernste Detektionsgerätschaften beschafft wurden, die selbst der ABC-Abwehrschule des Österreichischen Bundesheeres nicht zur Verfügung stehen.

Im Zuge der Präventivmaßnahmen wurden weiters durch den Entschärfungsdienst im Vorfeld der jeweiligen EU-Veranstaltungen alle Kraftfahrzeuge und Großraumfahrzeuge, die für den Transport von gefährdeten Personen vorgesehen waren, eines intensiven Bombenchecks unterzogen. Auch in diesem Bereich wurde modernste Technik eingesetzt.

Bei jeder EU-Veranstaltung waren, neben dem Regelbetrieb mit der permanenten Besetzung von drei ESD-Dienststellen, zumindest 6 Entschärfer, bei einigen Veranstaltungen bis zu 10 Entschärfer mit unterschiedlichen Aufgaben eingesetzt. So wurden unter anderem ESD-Sondereinsatzmittel, wie Funkdeaktivierungssysteme, Sprengunterdrückungssysteme gegen „dirty bombs“, Fernlenkmanipulatoren und Endoskopie bereitgestellt und bei Bedarf eingesetzt, es wurden durch SKO, SPSH, GKO und Entschärfer eine Vielzahl an (sprengstoff-)verdächtigen Gegenständen überprüft und untersucht und letztlich wurde durch die ESD-Tauchgruppe im Rahmen der EU-Veranstaltung in der Wachau auch ein präventiver Taucheinsatz, mit Unterstützung durch Einsatztaucher des EKO Cobra in der Donau bei Krems durchgeführt.

Abschluss und unbestrittener Höhepunkt der ESD-Präventivmaßnahmen im Rahmen der EU-Präsidentschaft war der EU-USA-Gipfel mit dem Besuch des US-Präsidenten George W. Bush, der für die österreichische Exekutive und im Besonderen auch für den Entschärfungsdienst eine außergewöhnliche Herausforderung darstellte. Dass die bisherigen Einsatzkonzepte, Maßnahmenpakete und der immense Kräfteeinsatz seitens des ESD durchaus gerechtfertigt waren, zeigte sich spätestens am Ankunftstag des US-Präsidenten, als ziemlich zeitgleich 4 sprengstoffverdächtige Koffer, die sich später als (zum Teil gute) Attrappen herausstellten, behandelt und letztlich entschärft werden mussten. Nebenbei mussten auch die geplanten Präventivmaßnahmen, Bombenchecks und Überprüfungstätigkeiten im Bereich des Hotels und der Veranstaltungsörtlichkeit durch die Kräfte des Entschärfungsdienstes aufrechterhalten werden.
Beim EU-USA-Gipfel waren seitens des Entschärfungsdienstes neben einem operativen ESD-Stab, unter der Leitung des Büroleiters, 3 Entschärferteams, ein Team mit einem Funkdeaktivierungssystem, 50 (von derzeit 70 österreichweit verfügbaren) SKO, 20 SPSH und 10 GKO eingesetzt.

Das Zusammenwirken der Kräfte des Entschärfungsdienstes mit dem BVT, dem Einsatzstab und den Einsatzkräften des LPK Wien erwies sich dabei wieder einmal als hochprofessionell und sehr effizient und lässt auch für zukünftige Großlagen, mit Ausblick auf die Fußball-EM 2008, eine kompetente Aufgabenerfüllung und Einsatzbewältigung im Bereich Sprengstoff-Prävention und -Bedrohungslagen erwarten.

 

BM.I Bundesministerium für Inneres - Bundeskriminalamt, 1090 Wien, Josef-Holaubek Platz 1, Tel.: +43-(0)1-24836-85025 bis 85027 

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