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Teppichbetrug

Sie waren letztes Jahr in der Türkei oder vielleicht in Tunesien auf Urlaub und haben in einer Teppichmanufaktur einen handgeknüpften Teppich erstanden? Seit einiger Zeit sind in Österreich organisierte Tätergruppen unterwegs, die es gerade auf Personen mit diesen Eigenschaften abgesehen haben. Die Betrüger besorgen sich in den Teppichknüpfereien die Adressen von österreichischen Kunden und kontaktieren sie Monate oder Jahre nach dem Urlaub zu Hause. Vorerst geschieht dies telefonisch. Sie erkundigen sich, wie man mit dem seinerzeit gekauften Teppich zufrieden ist und versuchen auf diese Weise das Vertrauen ihres Gesprächspartners zu gewinnen. Sie erzählen von einer Geschäftsgründung in Österreich, von
durch die Zollbehörde zurückgehaltenen Teppichen und manchmal auch von Schwarzgeld, das zwischen diesen Teppichen gelagert sein soll. Letztendlich fordern sie Geld - Geld für eine Kaution, die beim Zoll zur Wiedererlangung ihrer Teppiche zu hinterlegen sei. Die Forderungen die sie stellen, sind zuweilen enorm und machen meist einen fünfstelligen Eurobetrag aus. Für das geforderte Darlehen versprechen sie fette Renditen. Kurze Zeit nach dem Telefonat erhält das ausgewählte Opfer Besuch von einem der Täter, der das Geld in Empfang nimmt. Als Pfand lässt er ein paar Teppiche zurück und gibt dabei vor, der Wert der edlen Stücke würde den erhaltenen Geldwert bei weitem überschreiten. Die Realität ist natürlich eine andere. Die Teppiche sind Massenware von besonders schlechter Qualität, deren Wert gleich null ist.
Sollte der Spuk nun vorbei sein, kann sich das Opfer glücklich schätzen. In der Regel ist es jedoch so, dass die Betrüger in weiterer Folge immer neuere Geschichten auftischen und weitere Geldforderungen stellen.
Fälle der jüngsten Zeit waren von besonderer Tragik gekennzeichnet. Die Täter brachten die Betrogenen um ihre gesamten Ersparnisse, verleiteten sie mit Beharrlichkeit zu einer Kreditaufnahme oder veranlassten sie zu Kontoüberziehungen, die zur völligen Zahlungsunfähigkeit führten.
Bei ihrem Vorgehen stellen sich die Betrüger genau auf die Psyche ihrer Opfer ein. Sie versuchen vorerst, deren Vertrauen zu erlangen und bei der Geldforderung Mitleid zu erwecken oder schüchtern die Opfer durch besondere Aggressivität ein.

 

Empfehlung der Kriminalprävention:

  • Brechen Sie Telefonate, bei denen von Ihnen ein Darlehen gefordert wird, sofort ab. Lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein und machen Sie Ihrem Gegenüber entschieden klar, dass Sie auf keine der Forderungen/Angebote eingehen werden.
  • Lassen Sie in Ihr Haus oder ihre Wohnung niemanden, den Sie nicht kennen.
  • Verwenden Sie zur Kontaktaufnahme mit solchen Personen die Gegensprechanlage oder verwenden sie die Türsicherungskette oder den Sicherungsbügel.
  • Versuchen Sie, sich das Aussehen der Person für eine spätere Personsbeschreibung genau einzuprägen.
  • Notieren Sie sich - sofern möglich - Autokennzeichen und Marke, Type sowie Farbe eines vermutlichen Täterfahrzeuges.
  • Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle (Notruf 133).

 

Die Spezialisten der Kriminalprävention stehen Ihnen gerne mit unabhängiger und kompetenter Beratung zur Verfügung.
Für eine individuelle Beratung wenden Sie sich an Ihr Landeskriminalamt / Assistenzbereich Kriminalprävention.

BM.I Bundesministerium für Inneres - Bundeskriminalamt, 1090 Wien, Josef-Holaubek Platz 1, Tel.: +43-1-24836 Dw. 985025-985027 

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