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Aus gegeben Anlass informiert die Kriminalprävention über eine mögliche bessere Selbstbehauptung und besseren Selbstschutz für Mädchen und Frauen

Grundsätzlich können gewalttätige Übergriffe überall passieren und alleine durch polizeiliche Maßnahmen nie zur Gänze verhindert werden. Kriminalitätsbekämpfung und somit auch der Kampf gegen Gewalt und sexuelle Übergriffe kann nur gemeinsam mit allen Menschen in unserem Land erfolgreich sein. Deshalb ist es auch wichtig, bei Mädchen und Frauen, die möglicherweise Opfer werden können, eine generelle Achtsamkeit zu schaffen und so ein Gefahren-Bewusstsein entstehen zu lassen. Auch das kann nur gemeinsam, mit Polizei, Beratungs- und Opferschutzeinrichtungen und den Menschen funktionieren! Faktum ist auch, dass die Mehrzahl der Übergriffe im sozialen Nahbereich der Opfers erfolgen, die Gefährdung also am vermeintlich sichersten Ort, dem eigenen zu Hause, am höchsten ist.
Grundsätzlich halten wir auch nochmals fest: Die Verantwortung der Tat liegt alleine beim Täter und niemals beim Opfer!! Jede und Jeder hat ein Recht auf den Schutz der persönlichen Grenzen! Die Österreichische Gesetzgebung hat schon vor einiger Zeit auf die Entwicklungen in der Gewaltkriminalität reagiert und per 1. Jänner 2016 das österreichische Strafgesetzbuch (StGB) novelliert und das Gesetz zum besseren Schutz vor Gewalt sowie zur härteren Bestrafung von Gewalttätern adaptiert. So wurde der Strafrahmen bei schwerer Körperverletzung von 3 auf 5 Jahre angehoben. Körperverletzungen mit schweren Dauerfolgen werden nun in besonderen Fällen mit bis zu 10 Jahren geahndet, Körperverletzungen mit tödlichem Ausgang teilweise mit bis zu 15 Jahren bestraft. Ebenso wurden neue Gesetzesgrundlagen geschaffen: Zwangsheirat (§ 106a StGB), Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung (205a StGB) und Fortgesetzte Belästigung im Wege einer Telekomunikation oder eines Computersystems, sogenanntes „Cybermobbing“ (107c StGB).

Die Kriminalprävention rät jedenfalls folgende Tipps zu beachten:
• Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl! Ein „ungutes“ Gefühl ist ein gesundes Warnzeichen und soll unbedingt beachtet werden.
• Je früher Sie reagieren und Distanz wahren können, desto eher bleiben Sie handlungsfähig.
• In einer konkreten Situation vermitteln Sie dem Gegenüber, dass Sie kein Opfer sind. Setzen Sie dazu mit Mimik, Gestik, Auftreten starke Zeichen.
• Verbalisieren Sie Ihr Gefühl und sprechen Sie laut und deutlich NEIN! Sprechen Sie gezielt andere Personen direkt an um sich Unterstützung zu sichern.
• Es gibt keine allgemeingültige Anleitung, wichtig ist, entschlossene Gegenwehr und ein Ausnützen des Überraschungseffektes. Gehen Sie gedanklich eine Angstsituation durch und finden Sie so Ihre persönliche Verhaltensweise.
• Lassen Sie sich von spezialisierten Einrichtungen beraten und trainieren, wenden Sie sich an die Experten der Kriminalprävention unter 059-133.
• Was kann getan werden, wenn es tatsächlich zu einer Gewalttat oder einem Übergriff kommt? Besonders wichtig ist es, in jedem Fall eine polizeiliche Anzeige zu erstatten. Diese wird vertraulich, einfühlsam und professionell behandelt. Die polizeiliche Anzeige ist ein mutiger und wichtiger Schritt: Ansonsten können die Täter weder verfolgt noch gestoppt werden!
• Unter http://www.gewaltschutzzentrum.at/ sind bundesweit Opferschutzeinrichtungen und Interventionsstellen für Opfer von Gewalt zu finden. Diese beraten natürlich auch anonym und kostenlos.

Nähere Informationen zu den neuen gesetzlichen Bestimmungen:

§ 106a StGB:
In Fällen von erzwungener Eheschließung kann dies mit Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 5 Jahren geahndet werden.

§ 205a StGB:
Mit bis zu 2 Jahren Freiheitsstrafe kann jemand bestraft werden, der gegen den Willen, nach Einschüchterung oder unter Ausnützung einer Zwangslage den Beischlaf oder eine dem Beischlaf gleichzusetzende geschlechtliche Handlung erzwingt.

 

Zu § 107c StGB:
Durch den Tatbestand des „Cybermobbings“ werden – wenn der/die Betroffene dadurch unzumutbar in der Lebensführung beeinträchtigt wird - Ehrverletzungen, Veröffentlichung von kompromittierenden Bildern oder Tatsachen im Wege der Telekommunikation oder unter Verwendung eines Computersystems mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe sanktioniert. Kommt es in Folge des Mobbings zu einem Todesfall, kann der Strafrahmen auf bis zu 3 Jahre ausgedehnt werden.

Der Gesetzestext ist unter https://www.ris.bka.gv.at/ zu finden.

 

Über die Kriminalprävention 

Sicherheit gehört zu den wichtigsten Grundbedürfnissen der Menschen und ist Bestandteil Ihrer ganz persönlichen Lebensqualität. Der Kriminalprävention kommt dabei vor allem die Aufgabe zu, die Bürger über Möglichkeiten des Selbstschutzes aufzuklären. Denn jeder Bürger kann aktiv zu seiner eigenen Sicherheit beitragen. Die Kriminalprävention hilft Ihnen dabei mit unabhängiger und kompetenter Beratung.

Polizei-Servicenummer 059-133

Wo immer Sie in Österreich die Polizei-Servicenummer 059-133 wählen – Sie gelangen immer zur nächstgelegenen Polizeidienststelle. Anrufe von Mobiltelefonen werden zum zuständigen Bezirkspolizeikommando oder Stadtpolizeikommando weitergeleitet.

Die Servicenummer 059-133 ersetzt jedoch nicht den Notruf. Bei unmittelbar drohender Gefahr rufen Sie bitte den

Polizei-Notruf unter Tel. 133
bzw. den Euro-Notruf     112

Weitere wichtige Telefonnummern für den Notfall:

Feuerwehr Tel.     122
Rettung Tel.        144
Ärzte-Notruf Tel.  141

BM.I Bundesministerium für Inneres - Bundeskriminalamt, 1090 Wien, Josef-Holaubek Platz 1, Tel.: +43-1-24836 Dw. 985025-985027 

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