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Kriminalprävention

Delikte gegen die sexuelle Integrität

Delikte gegen die sexuelle Integrität sind all jene strafbaren Handlungen, z.B.: sexuelle Belästigung, Vergewaltigung, geschlechtliche Nötigung, bei denen die Täter Grenzen überschreiten, und dadurch bei ihrem Opfer in die sexuelle Unversehrtheit eingreifen.

Frauen sind besonders häufig von Gewalt betroffen, gleich welche Gesellschaftsschicht, Altersstufe, Bildungsstatus oder Herkunft sie angehören.  Die Opfer erfahren die sexuelle Gewalt in einer Partnerschaft/Ehe, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Raum, wobei sie oft zum Täter in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen.

Der sexuelle Missbrauch in allen Formen stellt eine  Gewalt- und Machtausübung dar, wobei das Opfer selbst nie eine Schuld trifft. Der Täter ist alleinig für seine Handlungen verantwortlich.

Wenn sich das Opfer unbehaglich fühlt und die persönliche Grenze überschritten wurde, dann darf es das jederzeit äußern. Es hat zu jedem Zeitpunkt des Zusammentreffens  das Recht „Nein“ zu sagen oder in anderweitiger Form zum Ausdruck bringen. Ein NEIN kann nicht falsch verstanden werden!

Ein Täter sucht sich ein geeignetes Opfer aus, wo er glaubt leichtes Spiel zu haben und kein großes Aufsehen zu erregen. Dem kann man entgegenwirken indem man mit seinem Auftreten dem Täter signalisiert:  „ICH BIN KEIN OPFER!“

Die eigene Körperhaltung und Stimme soll aktiv zur Selbstbehauptung genutzt werden:

  • Nehmen Sie Ihre Angstgefühle ernst und vertrauen Sie Ihrer Intuition
    Seien Sie wachsam und beobachten Sie Ihr Umfeld – Gefahrenradar schärfen
  • Signalisieren Sie Stärke, indem Sie aufrecht gehen und einen festen Blick haben
  • Sprechen Sie klar und deutlich und siezen Sie den Angreifer
  • Machen Sie auf sich aufmerksam
  • Sprechen bei Bedarf Passanten direkt an und bitten um Hilfe: „Helfen Sie mir, der Mann belästigt mich. Rufen Sie die Polizei.“
  • Bei Unsicherheiten bitten Sie ihre Freunde Sie nachhause zu begleiten
  • Fahren Sie mit dem Taxi nachhause und bitten Sie den Lenker zu warten bis Sie im Haus sind
  • Nützen Sie die Angebote von Selbstbehauptungskursen – dabei stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein und Ihr Selbstvertrauen

Präventionsmaßnahmen für Kinder

Obwohl Kinder noch immer vorwiegend vor dem „fremden  Mann“ gewarnt werden, findet  der sexuelle Missbrauch von Kindern im überwiegenden Teil im Familien- und engem Bekanntenkreis und  in der Verwandtschaft statt.

Übergriffe durch fremde Personen bei Kindern bilden eine Ausnahme, deswegen sind überängstliche und überbeschützende Vorsichtsmaßnahmen nicht geeignet. Ein mit Selbstvertrauen gestärktes Kind, das gelernt hat auf seine Gefühle zu achten und sich getraut das auch zum Ausdruck zu bringen, ist der beste Schutz vor Übergriffen.

Dennoch können gewisse Vorsichtsmaßnahmen bedacht werden:

  • Wenn das Kind sich bedroht fühlt, soll es auf sich aufmerksam machen – laut sein und direkt zu anderen Personen gehen oder in einem Geschäft um Hilfe holen.
  • Auf bekannten, vertrauten Strecken sollte das Kind „Rettungsinseln“ kennen, wie z.B. Geschäfte oder Lokale, Häuser, Menschen, Telefonzellen, die sie im Notfall erreichen oder kontaktieren können.
  • Wegstrecken bzw. den Schulweg möglichst gemeinsam mit anderen Kindern gehen  – die Eltern bzw. Verantwortlichen sollen mit dem Kind  die Wegstrecken festlegen.
  • Das Kind darf nicht mit fremden Personen mitgehen oder mitfahren und auch keine Geschenke von diesen Personen annehmen.
  • Seine Eltern müssen auch Bescheid wissen, wenn es mit Angehörigen/Verwandten mitgeht oder mitfährst.
  • Fremde „per Sie“ ansprechen, damit die Umgebung merkt, dass Ihr Kind diese Person nicht kennt
  • Keine Auskünfte an Fremde, weder persönlich noch am Telefon oder Internet
  • Fremden nicht die Wohnungstür öffnen, nicht mit ihnen mitgehen und sich nichts von ihnen versprechen lassen


Übergriffe im nahen Umfeld des Kindes sind sehr problematisch, da oft ein Abhängigkeitsverhältnis vorherrscht und die Gefahr vorliegt, dass dem Kind nicht geglaubt wird.

Den Kindern vermitteln, dass:

  • Sie über ihren eigenen Körper selbst entscheiden können und sich gegen unangenehme Berührungen – auch von Familienmitgliedern – wehren dürfen
  • Sie sich auf ihre eigenen Gefühle (gute und schlechte „Bauchgefühle“) verlassen sollen
  • Sie auch zu Erwachsenen „nein“ sagen dürfen, wenn ihre Grenzen von diesen missachtet werden
  • Dem Kind das Gefühl zu vermitteln, dass es Hilfe suchen und seine Anliegen erzählen darf
  • Stärken sie das Selbstbewusstsein ihres Kindes.

Sie haben das Recht auf eine psychosoziale und juristische Prozessbegleitung - diese ist in jedem Fall kostenlos!

Organisationen die Ihnen in solchen Fällen helfen können sind die Interventionsstellen bzw. die Gewaltschutzzentren.

BM.I Bundesministerium für Inneres - Bundeskriminalamt, 1090 Wien, Josef-Holaubek Platz 1, Tel.: +43-1-24836 Dw. 985025-985027 

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