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Kriminalprävention - Senioren

Werbefahrten

Werbefahrten und Verkaufsveranstaltungen

Auch dort bekommen Sie nichts geschenkt! Die Konsumenten werden zu einer mehrstündigen Verkaufsveranstaltung in einem Gasthaus oder zu einem Tagesausflug mit Produktvorführung gelockt. Anschließend dürfen sich die Eingeladenen am wohlverdienten Schnitzel erfreuen.

Bei den vorgeführten Waren handelt es sich meist um Decken, Polster, Matratzen, Topfsets und dergleichen, deren Qualität vor Ort nicht überprüft werden kann. Übertriebene oder unrichtige Gesundheitsaspekte werden bewusst in den Verkaufsvortrag eingebaut.

Im Laufe der Veranstaltung werden die Produkte anfangs zu übertrieben hohen Preisen angeboten – „Gutes ist teuer“. Im Laufe der Veranstaltung werden die Produkte immer günstiger oder billiger und es werden verlockende Gratiszugaben (oft wertloser Ramsch) zu größeren Bestellungen beigegeben. Daher VORSICHT!

Tipps:

  • Kein Unternehmen hat etwas zu verschenken. Es geht um beinhartes Geschäftemachen, bei dem Top-Verkäufer eingesetzt werden, um Ihnen stundenlang Produkte anzupreisen. Bleiben Sie standhaft!
  • Fühlen Sie sich niemals zu einer Bestellung oder Kauf verpflichtet. Sie haben vor Ort keine Möglichkeit, Preis und Qualität der Ware zu prüfen oder zu vergleichen. Spätere Reklamationen sind oftmals schwierig und verlangen Durchhaltevermögen.
  • Wenn Sie dennoch etwas gekauft haben, dann steht Ihnen grundsätzlich gemäß § 3 des Konsumentenschutzgesetzes ein Rücktrittsrecht zu, das innerhalb einer Woche ausgeübt werden kann, wenn der Verkäufer ausreichend darüber belehrt hat. Bei nicht ausreichenden Belehrungen steht ein unbeschränktes Rücktrittsrecht zu.
  • Informieren Sie sich - z.B. beim Verein für Konsumenteninformation.

Rechtsinformation:
Gemäß § 57 der Gewerbeordnung müssen Werbefahrten vorab der Gewerbebehörde gemeldet werden. Aus der Einladung muss die Unternehmensadresse hervorgehen, ein Postfach genügt nicht. Verlockende Gewinnzusagen oder die Ankündigung von Gratisleistungen auf der Einladung sind verboten und es muss bereits auf der Einladung darüber informiert werden, welche Produkte bzw. Dienstleistungen angepriesen werden. Das übliche „Gratis-Schnitzel“ darf allerdings auch weiterhin angeboten werden. Unternehmen müssen sich verpflichten, ihre Werbeveranstaltungen vor dem geplanten Termin bei der Behörde anzumelden und auch die Einladung prüfen zu lassen.

Gemäß § 3 Konsumentenschutzgesetz kann man vom Vertrag zurücktreten, wenn er nicht in den Geschäftsräumlichkeiten des Unternehmers abgeschlossen wurde (z. B. bei Werbefahrten). Prinzipiell beträgt die Frist dafür eine Woche nach Abschluss des Vertrages. Wenn aber der Vertrag nicht über das Rücktrittsrecht informiert, hat die Frist für den Rücktritt noch gar nicht begonnen und ist somit länger möglich. Den Rücktritt vom Vertrag erklärt man schriftlich unter Berufung auf das Konsumentenschutzgesetz, zu Beweiszwecken am besten mit eingeschriebenem Brief.

VORSICHT bei als Gewinn angebotenen Reisegutscheinen
Derartige „Gewinne“ ermöglichen die Teilnahme an einer Busreise beispielsweise in die Toskana oder nach Kroatien. Aber: Man muss unter Umständen das Zimmer mit mindestens zwei fremden Personen teilen und kann dem nur entgehen, wenn man einen hohen Einzelzimmerzuschlag bezahlt.

Tipps:

  • Da kein Unternehmen etwas zu verschenken hat, werden bei diesen Reisegutscheinen unter Umständen erhöhte Einzelzimmerzuschläge verlangt, teure Ausflugspakete vor Ort angeboten, beziehungsweise Zusatzkosten wie Buchungsgebühr eingehoben.
  • Sichern Sie sich vor Antritt der Reise ab und erkundigen Sie sich, wer der Veranstalter ist und ob dieser gegen eine Insolvenz abgesichert ist. Im Fall einer unzureichenden Absicherung müssen Sie sonst – obwohl Sie die Reise „gewonnen“ haben – im Konkursfall die Kosten vor Ort bezahlen oder um Ihre Rückfahrt bangen

 

Die Spezialisten der Kriminalprävention stehen Ihnen gerne mit unabhängiger und kompetenter Beratung zur Verfügung.
Für eine individuelle Beratung wenden Sie sich an Ihr Landeskriminalamt / Assistenzbereich Kriminalprävention.

BM.I Bundesministerium für Inneres - Bundeskriminalamt, 1090 Wien, Josef-Holaubek Platz 1, Tel.: +43-1-24836 Dw. 985025-985027 

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