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Pflege

Gewalt in der Pflege
Jeder Mensch erhofft sich, von seiner Umwelt akzeptiert, respektvoll in Würde und mit einer zufriedenstellenden Lebensqualität zu altern. Das kann aber nicht immer erreicht werden, wenn man krank und pflegebedürftig ist oder wenn man als Pflegende oder Pflegender in seiner Situation überfordert ist. Obwohl es ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist – es gibt die „Gewalt in der Pflege“.

Gewalt kommt in den verschiedensten Erscheinungsformen vor. Dabei ist nicht nur offen erkennbare und nach außen transparente Gewalt durch Kriminelle gemeint, sondern auch die versteckte, subtile Gewalt in der Familie und damit auch Gewalt gegen ältere, hilf- und wehrlose Menschen, vor allem dann, wenn sie speziell betreut oder gepflegt werden müssen.

Was ist Gewalt in der Pflege?
Von Gewalt spricht man dann, wenn eine Person zum „Opfer“ wird und vorübergehend oder dauernd daran gehindert wird, ihren Wünschen oder Bedürfnissen entsprechend zu handeln. Dazu gehören alle Formen von „Vernachlässigung“ und „Misshandlung“ in physischer, verbaler und nonverbaler Form. Vernachlässigung geht von mangelnder Zuwendung und Ansprache bis zur Unterlassung von Handreichungen. Misshandlungen reichen von verbalen Attacken, Isolierung, Sedierung bis zur Ausübung körperlicher Gewalt. Auch „übermäßige“ Pflege kann als Gewalt empfunden werden.

Wo und warum kommt es zu „Gewalt in der Pflege“?
„Gewalt in der Pflege“ kann sowohl in Pflegeeinrichtungen als auch bei der Pflege im häuslichen Bereich auftreten und wird oft nicht als solche erkannt. Sie kann sowohl von der pflegenden als auch von der zu pflegenden Person ausgehen. Angehörige verfügen oft nicht über die notwendigen Kenntnisse und Hilfsmittel für eine professionelle Pflege. Die emotionale Bindung, der ständige familiäre Kontakt, das Gefühl der „Verpflichtung“ der pflegenden Person und die „Erwartung“ der zu pflegenden Person lassen keine notwendige Distanz zu und führen oft zu Konflikten zwischen pflegender und zu pflegender Person. Das kann dann zu Aggressionen und „Gewalt“ von beiden Seiten führen. Auf der pflegenden Seite können z. B. Überlastung, mangelnde Fachkenntnisse und Zeitdruck dazu führen, auf der zu pflegenden Seite sind oft Angst, Scham, Nichtbeachtung und die Unmöglichkeit sich zu artikulieren Auslöser von Aggressionen und „Gewalt“. Auch bei professionellen Pflegekräften in einschlägigen Institutionen und Einrichtungen kann es aus unterschiedlichsten Gründen zu Ausformungen von Gewalt in der Pflege kommen.

Tipps:

  • Wenn Sie einen Angehörigen in einer Pflegeeinrichtung haben, achten Sie auf mögliche Missstände, auf eventuell vorhandene Verletzungen oder Anzeichen von Verwahrlosung sowie auf die Einhaltung von Mindeststandards.
  • Kontaktieren Sie die Leitung der Pflegeeinrichtung, eine entsprechende behördliche Einrichtung, wie z. B. die Sachwalterschaften, die Patientenanwälte, den Pflegeombudsmann (in Wien) oder die Polizei.
  • Wenn Sie einen Angehörigen selbst pflegen wollen, schützen Sie sich vor Überforderung – lassen Sie sich professionell beraten – nutzen Sie Fortbildungs- und Übungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige. Nehmen Sie zur Unterstützung/Vertretung professionelle Hilfe in Anspruch.
  • Wenn Sie sich selbst auf Ihre eigene Pflegesituation vorbereiten, besprechen Sie sich eingehend mit Ihren Angehörigen.
  • Treffen Sie rechtzeitig Vorsorge und die notwendigen Verfügungen hinsichtlich Aufenthalt und Pflege. Regeln Sie rechtzeitig Ihre Vermögenssituation.
  • Lassen Sie zu, dass Ihre zu pflegenden Angehörigen auch von professionellen Pflegekräften unterstützt werden.
  • Rat und Hilfe finden Sie bei den entsprechenden Einrichtungen der Länder und Gemeinden sowie bei privaten Sozialeinrichtungen. Hinsichtlich des Aufenthaltes in Pflegeeinrichtungen sind das Heimvertragsgesetz – es regelt das Zusammenleben zwischen Bewohnern und der Leitung einer Pflegeeinrichtung – und in besonderen Fällen das Heimaufenthaltsgesetz – es befasst sich mit dem Schutz der persönlichen Freiheit während des Aufenthaltes in Heimen und anderen Pflege- und Betreuungseinrichtungen – zu beachten.

BM.I Bundesministerium für Inneres - Bundeskriminalamt, 1090 Wien, Josef-Holaubek Platz 1, Tel.: +43-1-24836 Dw. 985025-985027 

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