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Einheitlicher Dokumentationsbogen für Gewaltopfer

Fortschritt im Opferschutz: die österreichische Ärztekammer (ÖAK), die österreichische Gesellschaft für Gerichtsmedizin (ÖGGM) und das Bundesministerium für Inneres (BM.I) präsentieren einen österreichweit einheitlichen Dokumentationsbogen für Verletzungen nach Gewaltdelikten. Dieser wurde im Rahmen des gemeinsamen Projekts MedPol entwickelt und wird Mitgliedern aller Gesundheitsberufe, verschiedener Opferschutzeinrichtungen und der Polizei zur Verfügung gestellt.

Opferschutz ist eines der wichtigsten Anliegen in der Kriminalitätsbekämpfung. Das BM.I will nicht nur präventiv gegen Gewalt an Menschen vorgehen und repressiv mit Nachdruck bekämpfen, sondern auch bestmögliche Hilfestellung anbieten, wenn Gewalt passiert ist. Dabei steht die Zusammenarbeit aller betroffenen Institutionen und Berufsgruppen im Mittelpunkt.

Die ÖGGM hat nun zusammen mit der ÖAK und dem BM.I einen neuen, besseren Dokumentationsbogen für eine möglichst einheitliche und umfassende Abfrage der Parameter entworfen. Das Dokument ist nun übersichtlicher gestaltet und entspricht aktuellen medizinischen Erfordernissen, die auch bei Staatsanwaltschaft und Gericht verwendet werden können. Nicht zuletzt ist die qualitative und umfassende Beweiserbringung entscheidend, um erlittenes Leid und vergangene Gewalt vor Gericht entsprechend glaubhaft darlegen zu können.

A-typische Verletzungen, die Fremdverschulden vermuten lassen, sollen so bei ärztlichen Untersuchungen möglichst frühzeitig erkannt und dokumentiert werden. Auch eindeutige Spuren – zum Beispiel bei sexueller Gewalt – sollen möglichst gut und nach neuesten Erkenntnissen festgehalten werden. Und dies alles soll unter möglichster Schonung des Opfers geschehen, das sich ja ohnedies in einer Ausnahmesituation befindet und oftmals traumatisiert ist.

Derzeit gibt es keine einheitliche Vorgehensweise bei der Verletzungsdokumentation. Somit kann jede und jeder niedergelassene Ärztin oder Arzt, jedes Krankenhaus und jede Institution, die mit der Untersuchung von möglichen Gewaltopfern beschäftigt ist, eine "eigene" Dokumentation vornehmen.

"Hilfestellung für behandelnde Ärzte und jene Berufsgruppen, die mit Opfern von Gewalt konfrontiert sind; klare Dokumentation für Polizei und Justiz - und vor allem Hilfe für Opfer in ohnehin schweren Momenten – das soll das Projekt MedPol bringen!", so Innenministerin Maga Johanna Mikl Leitner. "Der nunmehr neu gestaltete Dokumentationsbogen versteht sich daher als Hilfstool und ist ein Schritt zur Früherkennung von Gewalt", so die Innenministerin weiter.

"Medizin gegen Gewalt ist ein ärztlicher Grundsatz, da menschliche Brutalität schwere physische und psychische Leiden verursachen kann", betont ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger. Ärztinnen und Ärzte sowie Angehörige der Gesundheitsberufe seien häufig die ersten und einzigen Ansprechpersonen für Gewaltopfer. Die neuen Dokumentationsbögen würden die ärztliche Arbeit unterstützen und damit wesentlich zur Verbesserung des Opferschutzes beitragen, so der Ärztepräsident.

Mit dem Einsatz einheitlicher Checklisten nach Gewaltdelikten wird eine Standardisierung und Qualitätssicherung im österreichischen Gesundheitssystem erreicht werden, damit besteht präventiv eine große Chance, Gewalt zu verringern bzw. sogar zu vermeiden.
Der Dokumentationsbogen steht unter: http://www.bmi.gv.at/cms/BK/buendnis_gegen_/aktuelles/start.aspx und http://oeggm.com/oeggm-service.html
bereit.

Zum Projekt MedPol:

Das Projekt MedPol - unter der Federführung des Bundeskriminalamtes - ist ein Teil des vom BM.I im Jahr 2010 ins Leben gerufenen Projekts "Bündnis gegen Gewalt". Die MedPol-Ziele sind: Vernetzung aller beteiligten Institutionen, Weitergabe von Fachwissen, Gewalterkennung, Gewaltvorbeugung, bestmögliche Opferbetreuung und die Einbringung der Thematik in die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Gesundheitsberufe und der Polizei.


Weiterführende Dokumente:

Info Verbrechensopfer
Dokumentationsbogen

 

 

 

BM.I Bundesministerium für Inneres - Bundeskriminalamt, 1090 Wien, Josef-Holaubek Platz 1, Tel.: +43-1-24836 Dw. 985025-985027 

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