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Polizei startet Informationskampagne gegen Sextortion

Der Begriff Sextortion, eine Wortkombination aus "Sex" und "Extortion", umfasst kriminelle Handlungen im Internet, bei der Nutzerinnen und Nutzer dazu aufgefordert werden, Intimfotos zu verschicken oder in Videochats nackt zu posieren. Die Täter sind entweder Pädophile oder Verbrecher, die das Material heimlich aufzeichnen um dann vom Opfer Geld zu erpressen, indem sie mit der Veröffentlichung der Aufnahmen drohen. Die Polizei informiert.

Eine von Europol veröffentlichte Studie besagt, dass die jüngsten Opfer von Sextorsion erst sieben Jahre alt sind. Als Reaktion auf dieses besorgniserregende Phänomen hat sich die europäische Strafverfolgungsgemeinschaft mit Partnern aus dem privaten Sektor zusammengeschlossen um eine europaweite Kampagne zu starten. Die Kampagne umfasst einen Kurzfilm, der in allen EU-Sprachen verfügbar ist und die es den Menschen ermöglicht, potenzielle Erpressungen zu erkennen, weitere Straftaten verhindern zu können und die Bedeutung der Anzeige bei der Polizei hervorzuheben. Denn auch hier gilt: Ohne Informationen über eine Straftat sind den Ermittlern die Hände gebunden.

Vorgehen der Täter
Es gibt zwei Anreize für die Täter. Eine Gruppe hat es auf pornographisches Material der Opfer abgesehen. Oft handelt es sich dabei um Pädophile, die mit Kindern Kontakt aufnehmen. Sie überreden diese sich vor der Kamera auszuziehen, ihnen erotische Fotos zu schicken oder sexuelle Handlungen vor der Kamera vorzunehmen. Die zweite Gruppe bringt die Opfer ebenfalls dazu die erwähnten Handlungen zu setzen, erpresst das Opfer aber im Anschluss mit den Fotos oder heimlich angefertigten Mitschnitten und verlangen Geld dafür, dass sie das Material nicht veröffentlichen. Aus Scham zahlen die Opfer dann das Lösegeld.

Basierend auf den Zahlen des "US National Centre for Missing and Exploited Children’s CyberTipline" geht hervor, dass von weiblichen Opfer meist weitere Nacktfotos und von männlichen Opfern meist Lösegeld gefordert werden. Ein relativ neuer Trend im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch über das Medium Internet ist, dass die Täter versuchen die Kinder dazu zu bringen andere Kinder, wie Geschwister oder Spielkameraden, vor die Kamera zu bekommen oder ihnen Aufnahmen der anderen zu schicken.

Strafrechtliche Relevanz
Grundsätzlich erfüllen die Täter den Tatbestand der Erpressung. Sobald Kinder im Spiel sind und diese dazu genötigt werden sich auszuziehen oder gar sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen, kommt ein schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen nach dem Strafgesetzbuch hinzu.

Tipps der Kriminalpolizei

• Die Täter geben sich in der Regel als junge, außergewöhnlich attraktive Personen aus. Im Profil finden sich, außer gut in Szene gesetzten Fotos, kaum persönliche Informationen. Häufig sind die Täter Mitglieder einschlägiger Foren wie Dating-, Erotik- oder Partnerforen.
• Besondere Vorsicht ist geboten, wenn fremde Personen in den sozialen Netzwerken Kontakt herstellen bzw. einen Flirt starten.
• Erhöhte Aufmerksamkeit ist geboten, wenn der Chatpartner schon nach kurzer Zeit zum Wechsel auf alternative Kanäle, wie Skype oder WhatsApp, einlädt.
• Der Chat ist sofort zu beenden, wenn sich das Gegenüber vor der Webcam entkleidet und/oder zu sexuellen Handlungen auffordert.
• Zahlen Sie keine Lösegeldforderungen.
• Speichern Sie die Nachrichten und Screenshots und nehmen Sie sie zur Polizei mit.

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Artikel Nr: 14833 vom Montag, 19. Juni 2017, 08:50 Uhr.
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