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Informationen zum Tag der vermissten Kinder

Anlässlich des Tages der vermissten Kinder am 25. Mai informiert das Bundeskriminalamt (BK) über die Arbeit des Kompetenzzentrums für Abgängige Personen (KAP) als internationale Informationsdrehscheibe für vermisste Personen.

Mit Stichtag 1. Mai 2017 waren im österreichischen Fahndungssystem 1.273 Personen als abgängig gespeichert. Dabei handelt es sich um 781 Minderjährige und 492 Erwachsene. Bei den Minderjährigen waren 549 jugendlich, also zwischen 14 und 18 Jahre alt, und 232 unter 14 Jahre und somit unmündig.

Etwa die Hälfte aller in Österreich als vermisst Gemeldeten sind Minderjährige, die aus Betreuungseinrichtungen weglaufen. In der Regel tauchen sie nach wenigen Tagen wieder auf oder können aufgefunden werden. Die meisten dieser Anzeigen (circa 80 Prozent) betreffen Minderjährige, die bereits mehrmals abgängig waren, einige von ihnen bis zu 50-mal und öfter. 80 bis 85 Prozent aller Vermissten tauchen innerhalb einer Woche wieder auf, 90 bis 95 Prozent innerhalb eines Monats.

Einen Sonderfall stellen abgängige minderjährige Nicht-EU-Bürgerinnen und Bürger dar, auch als unbegleitete minderjährige Fremde (UMF) bezeichnet. Es handelt sich bei diesen "Abgängigen" vorwiegend um Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Afrika, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in anderen EU-Staaten aufhalten. Allerdings ist eine Lokalisierung wegen mangelnder Daten und spezifischer Informationen zu den Personen sehr schwer bis unmöglich. In Österreich sind seit Beginn der Flüchtlingsbewegung etwa 670 Kinder und Jugendliche aus Nicht-EU-Staaten als abgängig gespeichert.

Nur rund zehn von 8.000 Vermisstenfällen pro Jahr bleiben ungelöst

Jährlich werden in ganz Österreich etwa 8.000 Vermisstenanzeigen erstattet, das sind 22 pro Tag. Davon bleiben etwa zehn Fälle pro Jahr ungelöst. Im September 2013 wurde das Kompetenzzentrum für abgängige Personen (KAP) im Bundeskriminalamt geschaffen. Es unterstützt die in Abgängigkeitsfällen ermittelnden Polizistinnen und Polizisten als internationale und nationale Drehscheibe, ist für Ausbildungen zuständig und sammelt und bereitet Datenmaterial auf.

"Die Fahndung nach vermissten Personen, insbesondere Kinder und Jugendlichen ist ein zentraler Teil der polizeilichen Arbeit. Durch das Kompetenzzentrum für Abgängige Personen wird diese Aufgabe professionell und mit der notwendigen Vernetzung wahrgenommen.", so Bundesminister Mag. Wolfgang Sobotka zu der Arbeit des KAP.

Fahndung
Bei einer Anzeige werden die abgängigen Personen von den zuständigen Polizeidienststellen nicht nur in der nationalen Fahndungsdatenbank, sondern automatisch auch im Schengener Informationssystem ausgeschrieben. Die jeweiligen Fahndungsdaten sind somit in den 28 Schengen-Partnerstaaten innerhalb weniger Minuten ab der Speicherung abrufbar und ersichtlich.

Zuständigkeit bei Abgängigkeit
In Österreich sind die Polizeiinspektionen, Stadtpolizeikommenden, Landeskriminalämter und das BK mit der Fahndung nach abgängigen Personen, umgangssprachlich "Vermisste", befasst. Die zuständigen Ermittlungseinheiten haben die Umstände des Verschwindens zu beurteilen und im Rahmen der rechtlichen Befugnisse die erforderlichen Schritte zu setzen. Die notwendigen Kooperationen mit weiteren Organisationseinheiten der Polizei aber auch mit Nichtregierungsorganisationen werden im Regelfall ebenfalls von den ermittelnden Dienststellen direkt in die Wege geleitet.

Über das KAP
Das KAP ist grundsätzlich keine operative Einheit, führt aber in besonderen Einzelfällen auch Ermittlungen durch. Die Zuständigkeit des KAP erstreckt sich in erster Linie auf Grundsatzangelegenheiten des Vermisstenwesens mit dem Ziel, die damit befassten Dienststellen, vor allem auch im Bereich der internationalen Fahndung, zu servicieren. Die Erstellung und Auswertung von Statistiken, die Einführung und Entwicklung moderner Fahndungsmethoden mittels "Aging" oder über "Infoscreens" sowie die Betreuung von Angehörigen gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Spezialisten.

Rasche Unterstützung bietet auch die kostenlose Hotline "116000", mit der auch die Polizei kooperiert. Die einheitliche Rufnummer für ganz Europa richtet sich sowohl an Kinder und Jugendliche, die von zu Hause ausgerissen sind und nicht mehr weiter wissen als auch an Eltern und Bezugspersonen, deren Kind abgängig ist oder die einen Kindesentzug beziehungsweise eine Kindesentführung vermuten.

Weiterführende Links:


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Folder des KAP


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Artikel Nr: 14743 vom Mittwoch, 24. Mai 2017, 09:12 Uhr.
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