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Initiativen im Kampf gegen Menschenhandel

Menschenhandel ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung und kann Frauen, Männer und Kinder gleichermaßen betreffen. Im Bundeskriminalamt (.BK) hat sich ein eigenes Büro auf die Bekämpfung des Menschenhandels spezialisiert. Dieses arbeitet eng mit Sozialeinrichtungen und wissenschaftlichen Institutionen zusammen. Der Europäische Tag gegen Menschenhandel am 18. Oktober ist Anlass die Initiativen der Kriminalpolizei vorzustellen.

Menschenhandel ist ein schweres strafrechtliches Vergehen, das die Menschenrechte der Opfer fundamental verletzt und Institutionen wie die Polizei, das Rechtssystem und das psychosoziale Versorgungssystem herausfordert. Es findet größtenteils im Rahmen organisierter Kriminalität statt und macht vor Ländergrenzen nicht halt.

Zur Koordinierung und Intensivierung der Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels wurde in Österreich im November 2004 die Task Force Menschenhandel unter der Leitung des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres eingerichtet. Das Bundesministerium für Inneres (BMI) ist seit der Gründung der Task Force aktiv daran beteiligt. Aktuell wird derzeit an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans 2015 bis 2017 zur Bekämpfung des Menschenhandels gearbeitet. "Der Handel mit Menschen wie eine Ware ist ein Verbrechen, bei dem die Opfer rücksichtslos ausgebeutet werden", so Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner anlässlich des Europäischen Tages gegen den Menschenhandel. "Meine Antwort als Sicherheitsministerin ist daher auch klar und deutlich: Opfer schützen und Täter bestrafen. Wir müssen und werden daher unsere Kräfte im Kampf gegen den Menschenhandel weiter bündeln und auch in Zukunft vehement dagegen vorgehen."

Maßnahmen der Kriminalpolizei

"Die Opfer melden sich oftmals nicht selbständig bei der Polizei, so Gerald Tatzgern, Leiter des Büros für Menschenhandel und Schlepperei im Bundeskriminalamt. "Wir investieren daher viel in die Erkennung und Identifizierung von Opfern." Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahr 2014 insgesamt 79 Opfer identifiziert (2013: 73 Opfer). Durch die Interventionsstelle für Betroffenen des Frauenhandels (LEFÖ-IBF) wurden im Jahr 2014 insgesamt 256 Frauen betreut. Diese Differenz ergibt sich daraus, dass die Statistik der Polizei nur jene Opferzahl beinhaltet, bei denen das polizeiliche Ermittlungsverfahren in selbigem Jahr auch abgeschlossen wurde. Die Zahl von LEFÖ/IBF setzt sich sowohl aus neuen als auch als länger betreuten Opferzahlen zusammen.

"Wir legen viel Wert auf einen rücksichtsvollen Umgang mit den Opfern, um ihnen das Gefühl zu geben, dass sie in den Händen der Polizei nun endlich sicher sind", so Tatzgern weiter. "Daher investiert die Polizei viel in die Ausbildung und in die Sensibilisierung der Beamtinnen und Beamten, die oft den Erstkontakt zu den Opfern haben." Die entsprechenden Schulungen starten bereits im Grundausbildungslehrgang für Exekutivbeamtinnen und -beamte. Aber auch in den Fortbildungskursen, den Ausbildungen für dienstführende und leitende Beamtinnen und Beamte, sind diese Schulungen fixe Bestandteile. Darüber hinaus finden Schulungen im Rahmen der verpflichtenden berufsbegleitenden Fortbildung statt. Die Umsetzung dieser Seminare erfolgt durch das .BK in Zusammenarbeit mit der NGO LEFÖ/IBF. Sensibilisierungskurse finden weiters in den Polizeianhaltezentren und im Ermittlungsbereich in den Landeskriminalämtern statt.

Seit 2014 und 2015 lag ein kriminalpolizeilicher Schwerpunkt auf die Ausbeutung zum Zwecke der Bettelei sowie auf Kinderhandel. Zudem wurden Maßnahmen zur Erkennung von Arbeitsausbeutung in den unterschiedlichsten Gruppen – von der Gastronomie über die Land- und Bauwirtschaft bis hin zu Haushaltshilfen – gesetzt.

Beteiligung an wissenschaftlichem Projekt

Die Verhinderung jeder einzelnen Straftat und die nachhaltige Bekämpfung von Menschenhandel ist die oberste Prämisse der Kriminalpolizei. Das Bundeskriminalamt beteiligt sich daher auch an einem wissenschaftlichen KIRAS-Projekt. Mit dem auf zwei Jahre angelegten Forschungsprojekt "Prävention und Intervention bei Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung", kurz Primsa, suchen Wissenschaftler aus Österreich und Deutschland nach neuen Perspektiven für Betroffene. Dabei soll auch ein verbessertes Hilfsangebot erarbeitet werden.

Hinweise zu Menschenhandel werden – auch anonym – in der Meldestelle im .BK entgegengenommen: menschenhandel@bmi.gv.at.

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(Karin Jehle – Fotolia.com)

Artikel Nr: 12969 vom Samstag, 17. Oktober 2015, 07:00 Uhr.
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