Bundeskriminalamt

Startseite | Notrufnummern | Kontakt | Impressum

Wir über uns

Prävention

Betrug im Internet

Fahndung

Presse

Berichte und Statistiken

Kontakt und Meldestellen

Links

Kriminalitätsbekämpfung

Internationales Ermittlungsbüro gegen Schlepperei feiert einjähriges Bestehen und zieht Bilanz

Das Ermittlungsbüro bestehend aus einer Fixmannschaft von 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und je nach Operation bis zu acht zusätzlichen internationalen Ermittlern nahm im Mai 2016 offiziell seine Arbeit gegen die organisierte Schlepperei auf. Nach einem Jahr operativer Ermittlungen werden die Erfolge präsentiert und allgemeine Entwicklungen und Tendenzen vorgestellt.

Nachdem im Jahr 2015 die Anzahl der geschleppten Personen und der Schlepper signifikant anstieg wurde mit einem 5-Punkte-Plan von Polizei und Justiz verschärft gegen Schlepperei vorgegangen. Spätestens nach dem Vorfall im August 2015 mit 71 toten Menschen in einem Lastkraftwagen in Parndorf wurde erkannt, dass es noch mehr Bedarf an operativer internationaler Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Schlepperei gibt.

"Schlepperei ist eine der abscheulichsten Formen der organisierten Kriminalität. In einer von Globalisierung und Digitalisierung geprägten Welt ist internationale Vernetzung ein wesentlicher Faktor um wirkungsvoll gegen grenzüberschreitend agierende Täter vorzugehen. Durch die Etablierung des Joint Operation Office haben wir auf diese Entwicklung adäquat reagiert. Die Bekämpfung der Schlepperei und der Schutz der österreichischen Grenzen ist ein Eckpfeiler der Sicherheitsdoktrin meines Ressorts. Ich werde daher auch in Zukunft dafür sorgen, dass Schlepper in Österreich keinen Boden finden für ihre menschenverachtenden Geschäfte." so Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka anlässlich des einjährigen Bestehens des JOO.

Auf Initiative des österreichischen Bundeskriminalamtes wurde daher mit den Vorarbeiten zum Aufbau eines so genannten "Joint Operational Office" begonnen. Nach einer Vorbereitungszeit von sechs Monaten konnte das Büro am 4. Mai 2016 offiziell von Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka eröffnet werden. An der Eröffnung nahmen weiters der stellvertretende Direktor von Frontex Dr. Berndt Körner, der Leiter des European Migrant Smuggling Centre (EMSC) Robert Crepinko und der Direktor des Bundeskriminalamtes General Franz Lang teil.

Das Joint Operational Office against Human Smuggling Networks versteht sich als operatives Bindeglied zum European Migrant Smuggling Center (EMSC) von Europol. Es wurde im Rahmen von European Multidisciplinary Platform against Criminal Threats (EMAPCT-Illegal Immigration) eingerichtet und wird durch eine EU-Förderung durch Europol unterstützt.

Neben dem engen Austausch mit Europol arbeiten die Ermittler des JOO auch eng und direkt mit anderen Strafverfolgungsbehörden zusammen. So werden während der "heißen Phase" einer Operation internationale Ermittler miteinbezogen, die gemeinsam am Standort des JOO in Wien an dem Ermittlungsfall arbeiten. Die rechtliche Basis wurde bereits geschaffen: Nach der Police Cooperation Convention for South East Europe (PCC for SEE) können Beamtinnen und Beamten aus der Balkanregion bzw. Ermittler aus anderen EU-Ländern nach dem EU-Polizeikooperationsgesetz auch operativ hier arbeiten. Somit ist ein rascher internationaler Informationsaustausch innerhalb der beteiligten Staaten rund um die Uhr gegeben.

Das JOO ist Teil des Bundeskriminalamtes (BK) und besteht aus einer Fixmannschaft von 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die neuen Räumlichkeiten, die eigens dieser Einheit zur Verfügung gestellt wurden, sind sehr funktional ausgestattet. Highlight ist der "Operating Room", in dem bis zu acht internationale Ermittler ihren Arbeitsplatz einnehmen und so aktiv an Operationen mitarbeiten können.

Das JOO beteiligte sich zudem an internationalen Joint Action Days. Dabei handelt es sich um eine von Europol koordinierte Kontroll-und Fahndungsmaßnahme, die zeitgleich in mehreren Ländern der Europäischen Union (EU) stattfindet. Zusätzlich zu den operativen Maßnahmen arbeitet das JOO auch bei Lagebilddarstellungen und Analysen zu illegalen Migrationsströmen und der damit zusammenhängenden Bekämpfung der Schlepperkriminalität mit. Der geografische Fokus der Ermittlungsarbeit des JOO liegt auf der Balkanroute sowie der zentralen Mittelmeerroute.

Zahlen und Fakten zur Schlepperei in Österreich 2016

Laut der Schlepperdatenbank des BK wurden 2016 in Österreich 27.850 geschleppte Personen und 249 Schlepper identifiziert. Diese Zahlen sind im Vergleich zum Jahr 2015 deutlich rückgängig (72.179 geschleppte Personen und 1.108 Schlepper). 2014 wurden 20.768 geschleppte Personen und 511 Schlepper ausgewiesen.
Aufgrund der Arbeit des JOO konnten im vergangenen Jahr bei 25 internationalen Ermittlungsverfahren und neun Joint Action Days185 Festnahmen, 109 Einvernahmen und 697 Handyauswertungen durchgeführt werden.

Weiterführende Dokumente:

Weiterführende Links:


Foto

Symbolfoto


Bild anzeigen
Druckansicht

(Foto KI Halm BK Abdruck honorarfrei)

Artikel Nr: 14698 vom Montag, 15. Mai 2017, 13:26 Uhr.
Reaktionen bitte an die Redaktion

Zurück

BM.I Bundesministerium für Inneres - Bundeskriminalamt, 1090 Wien, Josef-Holaubek Platz 1, Tel.: +43-1-24836 Dw. 985025-985027 

BM.I Sicherheits-App