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Internationaler Fahndungserfolg nach Kindesentführung

Dank der Öffentlichkeitsfahndung auf der Homepage des Bundeskriminalamtes (.BK) konnte ein Entführer seiner eigenen Kinder lokalisiert und festgenommen werden. Der 39-Jährige wird auch beschuldigt, seine Frau schwer misshandelt, mehrfach bedroht und schwer verletzt zu haben.

In der Nacht von 8. auf 9. Juni 2013 griff ein 39-Jähriger aus der Tschechischen Republik seine 42-jährige Gattin in Schlägl tätlich an. Sie wurde dabei schwer verletzt und zeigte den Übergriff bei der Polizei an. Im Zuge der Erhebungen wurde bekannt, dass ihr Ehemann im Besitz einer Langwaffe samt Munition war, obwohl gegen ihn ein aufrechtes Waffenverbot bestand.

Noch während der Einvernahme des Opfers flüchtete der Verdächtige mit den beiden älteren von insgesamt vier Kindern per Auto ins benachbarte Bayern. Fortan hielt er die beiden Söhne im Alter von 9 und 5 Jahren vor der Kindesmutter versteckt.

Etwa zwei Wochen später erhielt sie einen Anruf von ihrem Gatten. Unter dem Vorwand, sie könne ihre Söhne sehen, lockte er sie zu einem Treffen nach Prag. Im Beisein von Augenzeugen attackierte der Beschuldigte seine Gattin auf einem Parkplatz mit einem Elektroschocker, wobei sie auch kurz das Bewusstsein verlor. Danach holte der Mann noch einen Pfefferspray aus der Tasche und besprühte seine Frau. Die Übergriffe endeten erst, nachdem ein Augenzeuge einschritt und ihn bis zum Eintreffen der tschechischen Polizei festhielt. Der 39-Jährige wurde vorläufig festgenommen. Der Sachverhalt wurde von der Polizei in Jesenice (Tschechien) erhoben und dem dortigen Gericht angezeigt. Die 42-Jährige musste in einem Krankenhaus versorgt werden.

Aufgrund der Vorfälle wurde der 42-Jährigen die alleinige Obsorge der gemeinsamen Kinder zugesprochen. Am gleichen Tag wurde auch die Ehe geschieden. Der Beschuldigte übergab jedoch die Kinder nicht an die Mutter und setzte sich mit ihnen nach Tschechien und später nach Frankreich ab, wo er mit den Kindern umherzog und in diversen Gastbetrieben, meist ohne zu bezahlen, nächtigte.

Ab Mai 2014 wurden die Ermittlungen vom Landeskriminalamt OÖ – Fahndung übernommen.
Aufgrund einer richterlichen Bewilligung ordnete die Staatsanwaltschaft Linz am 15. Mai 2014 die Festnahme des Beschuldigten an. Aufgrund des vermuteten Aufenthaltes im Ausland wurde die Fahndung auf den Schengenraum ausgeweitet. Weiters wurden die Lichtbilder des Gesuchten sowie der beiden Kinder auf der Homepage des .BK veröffentlicht.

Die weiteren Ermittlungsschritte wurden in enger Zusammenarbeit mit der Polizei in Jesenice (Tschechien) sowie der Kripo in Passau (Deutschland) geführt.
Im Zuge von Überwachungen bekannter Kontaktpersonen in Österreich, Bayern und Tschechien konnte festgestellt werden, dass sich der 39-Jährige mit den beiden Kindern nach Frankreich abgesetzt hatte. Folglich wurde über das Bundeskriminalamt – Zielfahndung Kontakt zur Zielfahndung Paris hergestellt, die die Fahndungsmaßnahmen in Frankreich koordinierte.

Wiederholt musste festgestellt werden, dass der Beschuldigte in Österreich, Frankreich, Schweiz und Deutschland Betrugshandlungen vornahm. Unter Angabe falscher Identitäten hatte er online in diversen Landwirtschaftsforen Tierfuttermittel angeboten und seine Kunden um ihre erbrachten Anzahlungen betrogen.

Als der 39-Jährige im Dezember 2014 einen Kunden in Tschechien betrogen hatte, stieß dieser bei seinen Online-Recherchen auf die Fahndungsbilder der .BK-Homepage und teilte dies den tschechischen Kollegen mit. Den Beamten der Polizei in Jesenice gelang es dann, den Gesuchten in einem Einkaufszentrum in Plzen (Tschechien) festzunehmen. Zurzeit befindet sich der 39-Jährige in Tschechien in Haft. Die Kinder wurden der Mutter übergeben und befinden sich wieder in Österreich.

Rückfragehinweise zur Presseaussendung
Pressestelle der LPD Oberösterreich, Tel.: 059133-40 1133


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(BM.I Abdruck honorarfrei)

Artikel Nr: 12097 vom Freitag, 27. Februar 2015, 14:42 Uhr.
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