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Größte Kunstfälschung in Österreich aufgedeckt

Das Stadtpolizeikommando Schwechat ermittelt seit Beginn 2016 gegen eine Tätergruppe, die unter Verdacht steht über einen längeren Zeitraum hochpreisige Kunstgemälde von namhaften Malern wie Pablo Picasso, Marc Chagall usw. in Millionenhöhe zum Verkauf angeboten zu haben. Fünf Personen wurden verhaftet und 80 Bilder in Österreich und Slowenien sichergestellt.

Zur Vorgeschichte: Der Kriminaldienst des Stadtpolizeikommandos Schwechat erhielt zu Beginn des Jahres 2016 einen Hinweis, dass eine slowenisch-österreichische Tätergruppe gefälschte Bilder des Malers Pablo Picasso zu Verkauf anbietet und die Übergabe der Bilder in einem Hotel am Flughafen Wien-Schwechat stattfinden soll.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen in Zusammenarbeit mit mehreren Spezialeinheiten, wie dem Referat für Kulturgutfahndung im Bundeskriminalamt und dem Landeskriminalamt Niederösterreich erhärtete sich dieser Verdacht. Als ein Verkaufskatalog mit Gemälden von Pablo Picasso samt Preisliste in der Höhe von 72 Millionen Euro in Österreich angeboten wurde, wurde ein gerichtlich bewilligtes Scheingeschäft vereinbart. Fünf Picasso Bilder sollten in einem Hotel am Wiener Flughafen um rund zehn Millionen Euro verkauft werden. Der Zugriff und die Anhaltung der insgesamt sechs Beschuldigten erfolgten durch Kräfte des Einsatzkommandos Cobra, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Täter bewaffnet sind. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um fünf österreichische und einen slowenischen Staatsangehörigen zwischen 46 und 64 Jahren.

Bei den darauf folgenden Einvernahmen behaupteten alle Beteiligten, dass sie von der Echtheit der Bilder überzeugt wären und sie keine Betrugsabsicht gehabt hätten. Fünf der sechs Verdächtigen wurden in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert und die Untersuchungshaft verhängt. Bei den Haus- und Kraftfahrzeugdurchsuchungen in Österreich wurden 14 gefälschte Bilder von Pablo Picasso und Emil Nolde sowie Unterlagen über die entsprechenden Künstler, Farbkopien, Lebensläufe der Maler, Provenienzen usw. sichergestellt. Alle Gemälde weisen Signaturen und auf der Rückseite Stempel zum Teil bekannter Galerien sowie Echtheitsbestätigungen von Picassos Sohn Claude Ruiz-Picasso auf. In der Katalogbeschreibung werden Provenienzen teilweise bekannter Persönlichkeiten angeführt.

Im Zuge der weiteren Erhebungen wurde bekannt, dass der 64-jährige tatverdächtige Slowene in seinem Haus in Slowenien weitere Exponate von unterschiedlichen bekannten Künstlern verwahrte. Daher wurden die slowenischen Ermittlungs- und Justizbehörden informiert, die im Zuge eines internationalen Rechtshilfeersuchens an dieser Wohnörtlichkeit weitere 66 Exponate von insgesamt 40 zum Teil weltbekannten Künstlern wie Gustav Klimt, Claude Monet oder Wassily Kandinsky sowie zahlreiche Unterlagen, Notebooks usw. sicherstellen konnten.

Die Überprüfungen der in Österreich und Slowenien sichergestellten Gemälde wurden durchgeführt und der Kontakt zu den zuständigen Kunststiftungen und Foundations aufgenommen. Die fünf Verdächtigen sind bereits aus der Untersuchungshaft entlassen worden und wurden auf freiem Fuß angezeigt.

Dieser Fall ist ein Paradebeispiel für die nationale und internationale Zusammenarbeit der Polizei- und Justizbehörden.


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Landespolizeidirektor aus NÖ Dr. Franz Prucher, Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka und General Franz Lang mit einer Fälschung


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Pablo Picasso EL GRECO 1950


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(BK Abdruck honorarfrei)

Artikel Nr: 14148 vom Montag, 07. November 2016, 15:19 Uhr.
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