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Polizei setzt erneut Schwerpunkt auf abgängige Minderjährige

Das Kompetenzzentrum für abgängige Personen (KAP) im Bundeskriminalamt ist die Drehscheibe für internationale Abgängigkeitsfälle.

Das Thema "Missing persons" zählt zu den Schwerpunkten der niederländischen EU-Ratspräsidentschaft. Am 25. Mai 2016 ("Tag der vermissten Kinder") wird in diesem Zusammenhang eine europaweite Konferenz in Amsterdam stattfinden, an der politische Entscheidungsträger, Polizeiexperten und Vertreter von internationalen Organisationen und NGO teilnehmen. Die Veranstaltung und die darauf folgenden Maßnahmen sollen den internationalen Informationsaustausch zur Identifizierung und Lokalisierung vermisster Personen in der EU fördern.

Österreich ist hier Vorreiter: Bereits vor knapp drei Jahren, im September 2013 wurde das Kompetenzzentrum für abgängige Personen (KAP) im Bundeskriminalamt geschaffen. Es unterstützt die in Abgängigkeitsfällen ermittelnden Polizistinnen und Polizisten als internationale und nationale Drehscheibe, sammelt und bereitet Datenmaterial auf und ist für Ausbildungen zuständig.

Fahndung
Bei einer Anzeige werden die abgängigen Personen von den zuständigen Polizeidienststellen nicht nur in der nationalen Fahndungsdatenbank EKIS, sondern automatisch auch im Schengener Informationssystem (SIS II) ausgeschrieben. Die jeweiligen Fahndungsdaten sind somit in den 28 Schengen-Partnerstaaten innerhalb weniger Minuten ab der Speicherung abrufbar und ersichtlich. Abhängig von den Umständen des Verschwindens werden in der Folge situativ angepasste Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen eingeleitet.

Besonderes Augenmerk liegt auch auf abgängigen minderjährigen Nicht-EU-Bürgerinnen und Bürgern, auch als unbegleitete minderjährige Fremde (UMF) bezeichnet. Mit Stichtag 1. März 2016 waren 468 minderjährige Nicht-EU-Bürgerinnen und Bürger in der österreichischen Fahndungsdatenbank (EKIS) als abgängig ausgeschrieben. Fast 80 Prozent (77,7 Prozent) aller im Jahr 2015 als abgängig gemeldeten minderjährigen Nicht-EU-Bürgerinnen und Bürger konnten wieder aufgefunden werden oder haben sich bei Bezugspersonen gemeldet. Derzeit liegen in Österreich keine dokumentieren Fälle vor, wonach unbegleitete minderjährige Fremde Opfer von Menschenhandel wurden.

Zuständigkeit bei Abgängigkeit
In Österreich sind die Polizeiinspektionen, Stadtpolizeikommenden, Landeskriminalämter und das Bundeskriminalamt (.BK) mit der Fahndung nach abgängigen Personen, umgangssprachlich "Vermisste", befasst. Die zuständigen Ermittlungseinheiten haben die Umstände des Verschwindens zu beurteilen und im Rahmen der rechtlichen Befugnisse die erforderlichen Schritte zu setzen. Die notwendigen Kooperationen mit weiteren Organisationseinheiten der Polizei aber auch mit Nichtregierungsorganisationen werden im Regelfall ebenfalls von den ermittelnden Dienststellen direkt in die Wege geleitet. Überdies kommt dazu oft noch verständlicherweise eine hohe Erwartungshaltung verzweifelter Angehöriger und der Bevölkerung hinzu. Einflussfaktoren, wie die Entwicklung des Telekommunikations- und IT-Sektors, der Wegfall von Grenzkontrollen und die erhöhte Mobilität von Menschen, sind bei der Fahndung nach abgängigen Menschen ebenso miteinzubeziehen.

Über das KAP
Das KAP ist grundsätzlich keine operative Einheit, führt aber in besonderen Einzelfällen auch Ermittlungen. Die Zuständigkeit des KAP erstreckt sich in erster Linie auf Grundsatzangelegenheiten des Vermisstenwesens mit dem Ziel die damit befassten Dienststellen, vor allem auch im Bereich der internationalen Fahndung, zu servicieren. Die Erstellung und Auswertung von Statistiken, die Einführung und Entwicklung moderner Fahndungsmethoden mittels "Aging" oder über "Infoscreens" sowie die Betreuung von Angehörigen gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Spezialisten.


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Artikel Nr: 13558 vom Montag, 25. April 2016, 08:14 Uhr.
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