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Tag der Kriminalitätsopfer 2016

Der Tag der Kriminalitätsopfer 2016 widmete sich Personen, die in ihrem Arbeitsumfeld vermehrt von Gewalt betroffen sind. Vertreter des "WEISSEN RINGES", der Gewerkschaft "vida", des Landeskriminalamtes Wien und namenhafte Unternehmen wie Erste Group, Physical Security, REWE International und Austrian Airlines lieferten Fachbeiträge.

Anlässlich des Tages der Kriminalitätsopfer veranstaltete das Innenministerium mit der Verbrecheropferhilfeorganisation WEISSER RING am 22. Februar 2016 heuer zum sechsten Mal eine Fachtagung im Bundesministerium für Inneres. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt beim Thema "Gewalt am Arbeitsplatz". Internationale Statistiken zeigen, dass immer mehr Menschen Opfer von Gewalt im Rahmen ihrer Erwerbstätigkeit werden. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und betreffen vor allem Berufsfelder mit intensivem Kundenkontakt.

"Die Polizei ist nicht nur verlässlicher Ansprechpartner und Helfer im Bereich Opferschutz, sondern auch selbst eine Berufsgruppe, die tagtäglich Gewalttaten am Arbeitsplatz ausgesetzt ist", sagte Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner. "Daher hat das Innenministerium entsprechende Maßnahmen gesetzt. Ich denke hier an das Wachbediensteten-Hilfeleistungsgesetz oder an den gemeinnützigen Verein Club Innenministerium, der verletzte Polizistinnen und Polizisten oder Angehörige von verstorbenen Polizisten finanziell unterstützt. Nicht nur der Bereich Opferschutz von Gewalttaten am Arbeitsplatz steht bei uns im Mittelpunkt, sondern der Schutz und die Sicherheit aller Österreicherinnen und Österreicher. Die zahlreichen Präventionsprojekte für Schutz und Sicherheit sind der Beweis dafür, dass Opferschutz im Innenministerium einen hohen Stellenwert einnimmt."

"Gewaltdelikte im Arbeitsumfeld sind ein vielfach unterschätztes Phänomen", sagte der Präsident des WEISSEN RINGES, Hon.-Prof. Dr. Udo Jesionek. "Das Bewusstsein über die gefährlichen Folgen von Gewalt am Arbeitsplatz, die bis zu Berufsunfähigkeit führen können, ist in den letzten Jahren gestiegen. Interessensvertretungen verbessern die Situation für Betroffene, das Bewusstsein über die Problemlage wächst. Und dennoch bleiben viele Opfer von Gewalt am Arbeitsplatz ohne Unterstützung." "Der Tag der Kriminalitätsopfer 2016 ist ein guter Anlass, gemeinsam über Verbesserungen nachzudenken. Wir streben eine effektivere Vernetzung aller Hilfsmaßnahmen an, damit Opfer möglichst schnell, unbürokratisch und vor allem umfassend betreut werden können."

"Vor diesem Hintergrund freut es mich sehr, dass mit dem am diesjährigen Tag der Kriminalitätsopfer gewählten Thema eine Gruppe vor den Vorhang geholt wird, die oftmals unerkannt bleibt. Gerade in diesem sensiblen Bereich ist eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten – von der Betriebsführung über den Betriebsrat bis hin zu Polizei, Justiz und den Opferorganisationen - unverzichtbar und ich hoffe, dass diese Tagung ein erster Anstoß in diese Richtung ist. Der WEISSE RING hat sich durch seine einfühlsame, kompetente und unkomplizierte Hilfe für Menschen als tolle Anlaufstelle und für das Sozialressort als ein nicht mehr wegzudenkender Partner erwiesen. Gemeinsam konnte man das Verbrechensopfergesetz stetig weiterentwickeln und zum Wohle der Betroffenen verbessern", sagte Sozialminister Alois Stöger.
"Tage wie der heutige sind wichtig, denn sie rücken jene Personen in den Mittelpunkt, die in der Öffentlichkeit oft zu wenig Beachtung erfahren – die Kriminalitätsopfer. Deshalb hat das Bundesministerium für Justiz beispielsweise im vergangenen Jahr eine weitere Novelle zur Strafprozessordnung in Begutachtung geschickt. Diese hat in Umsetzung der EU-Richtlinie "Opferschutz" zum Ziel, diesen noch weiter zu verbessern und damit Opfer in einer ohnehin schon sehr belastenden Situation noch besser zu schützen," sagte Christian Pilnacek, Sektionschef der Sektion Strafrecht im österreichischen Justizministerium.

"Für übergriffiges oder gar gewalttätiges Verhalten gibt es keine Entschuldigung, betont der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes Erich Foglar." "Dem WEISSEN RING möchte ich dafür danken, sich des Themas Gewalt am Arbeitsplatz angenommen zu haben. Betroffene im Betrieb sollen wissen, dass wir sie nicht alleine lassen. Es gibt Instrumente zur Gewaltprävention, es gibt Möglichkeiten zur Deeskalation und es gibt vielfältige Angebote zur Unterstützung. Ich denke, dass Information und Klarheit dazu beitragen, Gewalt am Arbeitsplatz aus der Tabuecke zu holen."

"Gewalterfahrungen im Arbeitsumfeld – in welcher Form auch immer - können großes individuelles Leid verursachen, sind aber oft auch Ursache eines belasteten Betriebsklimas im ganzen Unternehmen. Die Wirtschaftskammerorganisation hat daher schon im Jahr 2010 das Kooperationsprojekt "Unternehmen Sicherheit" mit dem Bundesministerium für Inneres gestartet. Im Rahmen dieser Kooperation werden jedes Jahr aktuelle Bedrohungsszenarien für österreichische Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter evaluiert und entsprechende Präventionsprojekte gemeinsam entwickelt und umgesetzt", sagte der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich Mag. Jürgen Roth

Tag der Kriminalitätsopfer

In einigen europäischen Ländern wird der 22. Februar alljährlich von Opferhilfeorganisationen als "Tag der Kriminalitätsopfer" begangen, um auf die persönliche, wirtschaftliche und rechtliche Situation der durch strafbare Handlungen geschädigten Menschen aufmerksam zu machen. Am 22. Februar 2011 wurde in Österreich erstmals der "Tag der Kriminalitätsopfer" veranstaltet. Die damalige Innenministerin Dr.in Maria Fekter hat die Anregung des WEISSEN RINGS aufgenommen, diesen Tag künftig alljährlich im BMI zu veranstalten. Diese Initiative wurde von Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner fortgeführt. Diese Veranstaltungen sollen das öffentliche Bewusstsein für die Situation von Kriminalitätsopfern stärken und Opfer dazu motivieren, Hilfe von einschlägigen Einrichtungen in Anspruch zu nehmen.

Weiterführende Links:


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2016 stand der Tag der Kriminalitätsopfer im Zeichen von Gewalt am Arbeitsplatz – einem vielfach unterschätzten Problem.


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(BMI Alexander Tuma)

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Christian Pilnacek, Alois Stöger, Udo Jesionek, Johanna Mikl-Leitner, Erich Foglar, Jürgen Roth. (v. l. n. r.)


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(BMI Alexander Tuma)

Artikel Nr: 13387 vom Montag, 22. Februar 2016, 12:58 Uhr.
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