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Menschenhandel 2015 in Österreich: 62 Opfer identifiziert

Menschenhandel ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung. 2015 wurden in Österreich 62 Opfer identifiziert und gegen 74 Tatverdächtige ermittelt. Im Zusammenhang mit Migration lagen 2015 keine dokumentierten Fälle von Menschenhandel vor. Die Polizei sensibilisiert und schult.

Menschenhandel ist eine schwerwiegende Verletzung der Menschenwürde. Laut Schätzungen internationaler Organisationen gibt es weltweit an die 30 Millionen versklavte Menschen. Opfer dieser schweren Verbrechen sind meist die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft.

In Österreich wurden 2015 insgesamt 74 Tatverdächtige wegen Menschenhandels ermittelt. 2014 waren es 61 Tatverdächtige. Gegen 58 Personen wurde wegen grenzüberschreitender Prostitution ermittelt (2014: 38). Die Zahl der Opfer von Menschenhandel ist im Jahr 2015 auf 62 Personen angestiegen (2014: 24), 57 Menschen wurden Opfer grenzüberschreitender Prostitution (2014: 48). Der Großteil der Opfer kam aus Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Die sexuelle Ausbeutung war mit 73 Prozent der abgeschlossenen polizeilichen Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels die häufigste Erscheinungsform. Die angeführten Zahlen spiegeln die Anzeigenstatistik wieder, die Dunkelziffer dürfte jedoch weitaus höher sein, da sich die Opfer aus Scham und Angst oftmals nicht an die Behörden wenden.

Prostitution in Österreich
Die Zahl der registrierten Sexdienstleisterinnen und Sexdienstleister lag 2015 bei rund 7.200 (2014: 7.400). Da mit Ausnahme des Bundeslandes Wien keine zentrale Registrierung erfolgt, beruhen diese Angaben auf den Ergebnissen von Strukturermittlungen und Kontrollen. Wie schon im Vorjahr kamen die meisten in Österreich tätigen Sexdienstleisterinnen und -dienstleister aus Rumänien, Ungarn und Bulgarien. Bei der Prostitutionsausübung haben Bordelle, Bars, Saunaclubs, Massagestudios nicht an Bedeutung verloren, waren doch mit Ende letzten Jahres 772 Rotlichtbetriebe beim BK gemeldet (2014: 770). Auch das Anbieten von Sexdienstleistungen via Internet bzw. Mobiltelefone ist immer mehr im Steigen begriffen.

Zusammenhang mit Migrationsbewegungen
Bis dato liegen in Österreich keine dokumentierten Fälle von Menschenhandel in Zusammenhang mit den Migrationsströmen vor. Vom BK wurden in diesem Zusammenhang nicht nur Verdachtsmeldungen überprüft, sondern auch gezielte Ermittlungsschritte gesetzt, die keinerlei Hinweise auf Menschenhandel ergeben haben. Diese Ermittlungen wurden bereits Anfang Juni 2015 gestartet und dauern an. Zudem gibt es Sensibilisierungsgespräche und Schulungen mit Betroffenen wie zum Beispiel Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von NGOs oder Erstaufnahmezentren.

Task Force Menschenhandel
Im November 2004 wurde die Task Force Menschenhandel unter Leitung des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) eingerichtet. Das Bundesministerium für Inneres (BMI) ist Partner der Task Force. Hauptaufgabe ist, nationale Aktionspläne zur Bekämpfung des Menschenhandels auszuarbeiten und deren Umsetzung zu überwachen.

Abgrenzung zur Schlepperei
Menschenhandel ist nicht mit Schlepperei zu verwechseln. Beides sind zwar Formen der irregulären Migration, haben aber verschiedene Ursprünge und Umstände. Beim Menschenhandel steht die Ausbeutung der Person im Vordergrund, sei es die sexuelle Ausbeutung, die Ausbeutung als Arbeitskraft, zur Bettelei oder zur Begehung von Straftaten. Unter Schlepperei versteht man die Durchführung bzw. Organisation einer rechtswidrigen Einreise von Fremden. Es handelt sich dabei um einen freiwilligen, aber illegalen
Transport von Personen in ein anderes Land, wobei die Handlung danach zumeist abgeschlossen ist.

Hotline im Bundeskriminalamt
Im BK ist eine Meldestelle eingerichtet, an die Bürgerinnen und Bürger Hinweise zu Menschenhandel per Telefon unter +43 (0) 677 61343434 oder per E-Mail unter menschenhandel@bmi.gv.at melden können. Die Meldestelle ist rund um die Uhr erreichbar.

Weiterführende Dokumente:

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(BK Abdruck honorarfrei)

Artikel Nr: 14105 vom Freitag, 21. Oktober 2016, 15:12 Uhr.
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